Verbindung von Schrift und Malerei: Schrift-Bilder gestalten

Grundlagen – Techniken – Motive

„Schrift-Bilder“ heißt dieses animierende Buch, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, denen Anregungen und Hilfestellungen zu geben, die Bilder mit Hilfe von Schrift gestalten wollen. „Verbindung von Schrift und Malerei: Schrift-Bilder gestalten“ weiterlesen

David Harris: Die Kunst des Schreibens

Eine Anleitung zur Kalligraphie

Mittlerweile kenne ich einige Bücher, deren Ziel es ist, in die Kunst der Kalligraphie einzuführen. Könnte ich einen Schönheitspreis vergeben, fiele die Wahl nicht schwer: „Die Kunst des Schreibens“ von David Harris.

Dieses Buch hier ist die 2014 erschienene Neuauflage einer früheren Veröffentlichung, die mir aber nicht bekannt ist. „David Harris: Die Kunst des Schreibens“ weiterlesen

„History of Writing“ – Kalligraphie auf Briefmarken

„History of Writing“ ist der Briefmarkensatz aus Südafrika betitelt, den ich heute vorstellen möchte.

„Eigentlich“ sammle ich keine Briefmarken, aber diese hier passen so gut zu DruckSchrift, dass ich nicht widerstehen konnte. „„History of Writing“ – Kalligraphie auf Briefmarken“ weiterlesen

Museum für Druckkunst: Vom Buch auf die Straße

Vom Buch auf die StraßeJetzt heißt es sich zu beeilen: Nur noch bis zum 28. September zeigt das Museum für Druckkunst in Leipzig die Ausstellung „Vom Buch auf die Straße. Große Schrift von 1600 bis 1920“.

Die gemeinsam mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig gezeigte Sonderausstellung gibt einen Einblick in die visuelle Kraft und den Facettenreichtum von Schrift im öffentlichen Raum.

„Schriften“, so lesen wir dazu u.a. auf der Homepage des Museums, „verließen seit dem 18. Jahrhundert zunehmend den lange begrenzenden Raum des Buches und prägten das Stadtbild vor allem im 19. Jahrhundert wesentlich mit.“

Weitere Informationen finden sich hier.

Papier, Schrift und Druck: Kleinodien auf Briefmarken

Dass zwischen Bibliophilie und Philatelie keineswegs Welten liegen, sondern dass es interessante Gemeinsamkeiten gibt, belegt das – nur noch antiquarisch erhältliche – Buch, das ich heute vorstellen möchte.

Kleinodien auf der BriefmarkeBeide, Bücher wie Briefmarken, verdanken ihre heutige Existenz der Erfindung von Schrift, Papier, Druck. Und Briefmarken, in erster Linie Motivbriefmarken, vermitteln, wenn man sich intensiver mit den Darstellungen beschäftigt, Wissen. Wie es Bücher auch vermögen. Zu einer direkten Verbindung kommt es, wenn die Postwertzeichen Motive aus den Bereichen Schrift, Papier und Druck präsentieren. Und das ist hier der Fall.

Kleinodien auf der Briefmarke3

Autor des Buches „Kleinodien auf der Briefmarke“ ist  der lt. Klappentext 1913 geborene H. G. Schwieger (ich habe nicht herausgefunden, ob er noch lebt), der ein ausgewiesener Papierfachmann ist (oder war).
Schwieger stellt in dieser Veröffentlichung nicht nur Briefmarken aus aller Herren Länder vor. Das Buch bietet mehr. Es ist zwar schon so, dass es sich vorrangig an Philatelisten richtet. Der Reiz für Menschen, die sich für die Geschichte des Buchs, die Erfindung der Schrift, die Herstellung von Papier oder die Entwicklung der Kleinodien auf der Briefmarke2Drucktechnik interessieren, kurz: für all die, die DruckSchrift folgen, liegt darin, dass der Autor in die jeweilige Thematik kurz und sachkundig einführt. Die Briefmarken werden nicht einfach nur präsentiert, sondern der (kultur-)geschichtliche Hintergrund der Darstellungen wird erläutert. Kapitelüberschriften wie „Vom Stein zum Papier“, „Sprachen und Schriften“, „Die Kunst der Papyrer“ oder „Aus Handpressen werden Druckmaschinen“  machen das deutlich.

Die letzten Abschnitte, die sich der Post- und Briefmarkengeschichte widmen, oder der Anhang, der neben Hinweisen zum Aufbau einer Briefmarkensammlung  eine Übersicht über zu den Themen Papier-Schrift-Druck erschienene Postwertzeichen enthält, dürften für die Leser von DruckSchrift eher weniger interessant sein. Es bleibt aber festzustellen, dass wir es hier mit einem schön gestalteten, mit vielen anschaulichen Beispielen aus der Philatelie, aber auch anderen thematisch passenden Abbildungen versehenen Buch zu tun haben, das ungeachtet seines Alters auch heute noch zum Betrachten wie zum Lesen anregt.

H. G. Schwieger
Kleinodien auf der Briefmarke
Papier, Schrift und Druck
Econ Verlag Düsseldorf 1970, 203 Seiten

Papyrussammlungen: Wenn ich mal in Berlin wäre …

… würde ich mir dort in den Museen Preußischer Kulturbesitz die Papyrussammlung ansehen. Es gibt noch diverse andere Orte und Bibliotheken, in denen solche wertvollen Schätze aus den Anfängen der Schrift und des Schreibens aufbewahrt werden. Aber längst nicht jede Bibliothek ist in der Lage, Papyri zu sammeln: Konservierung, Katalogisierung, Aufbewahrung und Auswertung von alten Papyrusfragmenten erfordern besondere Sachkenntnisse und klimatisierte Aufbewahrungsräume.

Vermutlich christliches Amulett: Sprache: griechisch
Vermutlich christliches Amulett: Sprache: griechisch
Die Papyrussammlung der Staatlichen Museen zu Berlin ist die bedeutendste Papyrussammlung in Deutschland und zählt weltweit zu den fünf größten Sammlungen ihrer Art. Sie umfaßt einige zehntausend mit Schrift versehene Papyri. In großer Zahl vorhanden sind aber auch Ostraka (beschriebene Tonscherben), Papiere, beschriebene Textilien, Holz- und Wachstafeln.  Die Texte sind etwa zur Hälfte in griechischer, zur Hälfte in ägyptischer, aramäischer, hebräischer, syrischer, persischer, lateinischer und arabischer Sprache geschrieben. Bestaunen kann man u. a. unter den literarischen Texten die älteste erhaltene Buchrolle in griechischer Sprache und unter den dokumentarischen Stücken einen Ehevertrag aus dem Jahre 311 v.Chr., die früheste datierte Urkunde griechischer Sprache überhaupt.

Wer die Exponate der Sammlung nicht ehrfürchtig „in echt“ bestaunen kann, sondern das Internet nutzen möchte, um einen Eindruck zu gewinnen, muss sich etwas mühsam durch die Berliner Papyrus-Datenbank klicken. Aber wer sich wirklich für die Geschichte der Schrift und des Schreibens interessiert, wird die Mühe sicher nicht scheuen.

Die Sammlung selbst befindet sich den Staatlichen Museen zu Berlin (Ägyptisches Museum und Papyrussammlung).

Lste von Leistungen für Deicharbeiten (griechisch)
Lste von Leistungen für Deicharbeiten (griechisch)
Neben der Berliner und der Kölner Sammlung (Institut für Altertumskunde der Universität) gehört die des Instituts für Papyrologie der Universität Heidelberg zu den größten Papyrussammlungen Deutschlands. Heidelberg besitzt eine etwa 11.000 Stücke umfassende Sammlung von Papyri, Pergamenten, Hadernpapieren und Ostraka aus Ägypten, die seit den ersten Ankäufen im Jahre 1897 kontinuierlich aufgebaut wurde.

Ob die Sammlung öffentlich zugänglich ist, kann ich nicht sagen. Für die Internet-Präsenz gilt auch hier, dass man sich etwas mühsam durch die Heidelberger Papyrus-Datenbank klicken muss, wenn man faszinierende Entdeckungen machen will.

Und da die Kölner Sammlung schon erwähnt wurde, auch hier der Link zur dortigen Papyrus-Datenbank.

Katja Rother/Jan H. Sachers: Die Schreibwerkstatt

Schrift und Schreiben im Mittelalter
Mit vielen praktischen Tipps zum Selbermachen

Das Mittelalter ist „in“. Das mögen sich auch die Verantwortlichen des G&S-Verlags gedacht haben, als sie daran gingen, mit Dragon Sys eine ganze Reihe zum Thema „Lebendiges Mittelalter“ aufzulegen. Es gibt u. a. Bände zur mittelalterlichen Kleidung, zur Medizin, zur Musik oder mit Rezepten und Tipps für das Kochen am offenen Feuer. die-schreibwerkstatt

Dass mich vor allem dieser Band über Schrift und Schreiben im Mittelalter interessiert hat, wird nicht überraschen. Dabei erweckte die Umschlaggestaltung der Reihe bei mir doch zunächst den Eindruck, es handele sich um Bücher für junge oder jüngere Leser. Die Zielgruppe dürften – mindestens bei diesem Band, die anderen kenne ich nicht – aber doch eher erwachsene Leser bilden; häufig angefügte Fußnoten und gern eingeschobene lateinische Ausdrücke sowie die Literaturauswahl am Ende des Buches lassen mich stark vermuten, dass nicht für junge Leser geschrieben wurde.

Ansonsten aber gilt: „Die Schreibwerkstatt“ ist ein Sachbuch, wie man es sich nur wünschen kann: gut gegliedert, mit den zum Verständnis notwendigen historischen Rückblicken, verständlich, informativ, kompakt, dabei aber nicht zu kurz.

Und: wer über „Schrift und Schreiben“ im Mittelalter berichtet, muss zwangsläufig auch auf die Entwicklung des Lesens und die Geschichte des Buches eingehen – so, wie hier geschehen.

Im historischen Teil dieses Bandes schildern Katja Rother und Jan H. Sachers zum Beispiel die Entwicklung der abendländischen Schrift; es geht um Buchdruck, das Lernen von Lesen und Schreiben, die unterschiedlichen Zwecke des Schreibens (Schreiben der Mönche und Nonnen als Gottesdienst, der Notare und Lohnschreiber zum Zweck des Gelderwerbs, der Kaufleute als Notwendigkeit oder der Dichter und Denker als Ausdruck der Kreativität); die Autoren informieren über Beschreibstoffe wie über Schreibwerkzeuge oder Tinten. Im Kapitel über Formen des Schriftgutes geht es schließlich um Urkunden und andere offizielle Dokumente, Briefe und Bücher.

Wer nach der Lektüre vom Thema gefesselt ist und Lust zum Ausprobieren hat, kann sich selbst in die Zeit des Mittelalters zurück versetzen; im Anhang finden sich Anleitungen zum Erlernen und Üben mittelalterlicher Schriften (hieran ernsthaft Interessierte sollten sich dann aber doch besser ein Buch über Kalligrafie zulegen), zum eigenhändigen Schöpfen von Papier, zur Herstellung von Wachstafeln oder von historischen Tinten.

Mein Fazit: Ohne zu überfordern, führen die Autoren in eine spannende Zeit und ein faszinierendes Thema ein. Sie tun das mit viel Sachverstand und angesichts von nur 170 zur Verfügung stehenden Druckseiten ohne die Kapitel mit allzu viel Details zu überfrachten. Wer sich für die Geschichte des Schreibens interessiert, sollte sich dieses Buch unbedingt einmal näher ansehen. Und wer sich dann in der Schreibwerkstatt eingerichtet hat und heimisch fühlt, findet in den Literaturhinweisen im Anhang reichlich das eigene Wissen vertiefenden Lesestoff.

Katja Rother/Jan H. Sachers
Die Schreibwerkstatt
Schrift und Schreiben im Mittelalter
G&S Verlag 2008, Reihe Lebendiges Mittelalter/DragonSys, Band VIII, 170 Seiten, 25 EUR

durchgeblättert: Das große Buch der Schreibkultur

Geschichte – Hersteller – Modelle

Dieses Buch sollte man sich nicht in der Bibliothek ausleihen. Es ist viel zu schön, um es nach ein paar Wochen wieder dort abzuliefern.

Das große Buch der SchreibkulturIch hatte keine rechte Ahnung davon, was mich erwartete, als ich das Buch, das ich mir über die Fernleihe bestellt hatte, abholte. Ein dickes, mit seinen 308x245x58 mm auch noch verhältnismäßig großformatiges Buch wurde mir am Ausgabeschalter in die Hand gedrückt. Besser gesagt: in beide Hände. In einer Hand ist es nur mit Mühe zu halten. Es ist eben in doppeltem Sinn „das große Buch“ der Schreibkultur.

Was hat es auf seinen 496 Seiten  (dreisprachig: Deutsch, Englisch, Französisch) zu bieten?

Autor Dietmar Geyer beginnt mit einer Darstellung der Entwicklung der Schrift, angefangen beim Faustkeil über die ägyptische Schrift bis zu den dunklen Schreibstuben im Mittelalter. Im folgenden Kapitel geht es um frühe Schreibwerkzeuge: Gänsefeder, Tinte, Papier. Dann werden „neue Schreibgeräte und ihre Techniken“ vorgestellt: Bleistifte, Stahlfedern, frühe Füllhalter, Füllsysteme. Im Kapitel über „König Füllhalter“  widmet sich Geyer u. a. den großen Marken. Dann geht es in die Neuzeit und hier zu Betrachtungen u. a. über den Siegeszug des Kugelschreibers, Technik aus Fernost, schreibende Individualisten. In den beiden folgenden Kapiteln untersucht der Autor Aspekte der  Schreibkultur bzw. beschäftigt sich mit „Design als Ausdruck von Lebensstil“. Ein großen Raum nehmen schließlich die alphabetisch geordneten Portäts von 52 Herstellerfirmen ein. Im Anhang finden sich dann noch Fragen und Antworten zur Welt der Schreibgeräte und ein „Historischer Schreibgeräte-Fahrplan“. Das Buch bietet also geballte Information und kann bei Bedarf auch als Nachschlagewerk dienen.

Abgesehen von den interessanten Texten bietet uns „Das große Buch der Schreibkultur“ eine Fülle von oft herrlichen Abbildungen. Sie machen in hohem Maße den Reiz dieses Buches aus und lassen den Betrachter mit Vergnügen  in die wunderbare Welt des Schreibens eintauchen.

Mein Fazit: Wer sich für (handschriftliches) Schreiben, Schreibkultur, Schreibwerkzeuge interessiert, muss an diesem Buch einfach Freude haben. Mein ausgeliehenes, nur angelesenes Exemplar wandert jetzt erst einmal in die Bibliothek zurück. Aber es steht längst auf meiner Wunschliste. Da ist es sehr hilfreich, dass das Buch, das ursprünglich 49,99 EUR gekostet hat, jetzt für weniger als die Hälfte zu haben ist …

Das große Buch der Schreibkultur
Geschichte – Hersteller – Modelle
herausgegeben von Barbro Garenfeld
historischer und aktueller Überblick: Dietmar Geyer
Tandem Verlag GmbH (h. f. ullmann) 2010
496 Seiten; deutsch / englisch / französisch

Andreas Lux: Neue Wege zur Kalligraphie

Dieses Buch hätte ich schon im Sommer haben müssen. Sicher wäre ich in Sachen Kalligrafie dann deutlich weiter, als ich es jetzt bin. Als absolute Neuanfängerin hatte ich zum Erlernen Gottfried Potts „Kalligrafie. Erste Hilfe und Schrifttraining mit Muster-Alphabeten“ mit in den Bretagne-Urlaub genommen (Buchbesprechung hier). Schon bald musste ich aber feststellen, dass dieses Buch nicht die systematische Einführung für Neulinge bot, die ich erwartet hatte und gebraucht hätte. So habe ich nach Rückkehr nach Deutschland die Feder erst einmal ein wenig frustiert beiseite gelegt.

Neue Wege zur KalligraphieNun bin ich wieder in der Bretagne und nutze die ruhigen Tage für einen Neuanfang. In der Solinger Stadtbücherei, die ich immer noch gern aufsuche, obwohl ich inzwischen weggezogen bin, habe ich „Neue Wege zur Kalligraphie“ von Andreas Lux entdeckt und gleich „mitgehen lassen“. Es ist ein Lehrbuch ganz nach meinem Anfänger-Geschmack. Der Autor schüttet nicht gleich das ganze Füllhorn kalligrafischer Möglichkeiten, seien es Schriften oder Schreibgeräte, über mir aus. Das Buch glänzt vielmehr durch weise Beschränkung. Das heißt konkret:

Ich brauche nur eine Feder zum Schreiben, nämlich eine Bandzugfeder. Und ich lerne nur ein einziges Alphabet, nämlich die Humanistische Kursive, die dann die Grundlage für eine große Zahl an Varianten bildet.Die Anforderungen bezüglich Feder, Tusche/Farbe, Papier werden gleich zu Beginn im Kapitel „Grundausstattung“ schnörkellos beschrieben. Nach diversen Strichübungen wird es dann ernst. Die Buchstaben müssen gelernt, und das erste Wort darf geschrieben werden: minimum. Im letzten Kapitel finden sich Anwendungsbeispiele. Die beiliegende DVD ermöglicht es mir, dem Meister bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, was ich hilfreich finde. Das Buch würde aber auch ohne die DVD „funktionieren“.

Im Buchhandel gibt es ergänzend ein Übungsheft. Wahrscheinlich werde ich es mir besorgen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Bis dahin übe ich ohne dieses Hilfsmittel fleißig weiter, damit ich nicht nur die Kleinbuchstaben der Humanistischen Kursive, sondern bald auch die Großbuchstaben beherrsche. Und aus meinem jetzt schon ganz passablen minimum ein wunderschönes MAXIMUM wird.

Andreas Lux
Neue Wege zur Kalligraphie
Frech Verlag 2011, 96 Seiten, 19,99 EUR