Garantirt Aecht: Das Reklamesammelbild als Spiegel der Zeit

Ein Buch von Erhard und Evamaria Ciolina

Dieses Buch über Reklamesammelbilder ist der perfekte Einstieg in eine Thematik, die breiter gefächert ist als man vielleicht zunächst denkt. Es geht um Alltagskultur, Zeitgeschichte, künstlerische Ausdrucksformen und natürlich um Werbung. Und man staunt beim Durchblättern dieses mit vielen Beispielen ausgestatteten Buches, denn Reklamesammelbild ist nicht gleich Reklamesammelbild. „Garantirt Aecht: Das Reklamesammelbild als Spiegel der Zeit“ weiterlesen

Papier, Schrift und Druck: Kleinodien auf Briefmarken

Dass zwischen Bibliophilie und Philatelie keineswegs Welten liegen, sondern dass es interessante Gemeinsamkeiten gibt, belegt das – nur noch antiquarisch erhältliche – Buch, das ich heute vorstellen möchte.

Kleinodien auf der BriefmarkeBeide, Bücher wie Briefmarken, verdanken ihre heutige Existenz der Erfindung von Schrift, Papier, Druck. Und Briefmarken, in erster Linie Motivbriefmarken, vermitteln, wenn man sich intensiver mit den Darstellungen beschäftigt, Wissen. Wie es Bücher auch vermögen. Zu einer direkten Verbindung kommt es, wenn die Postwertzeichen Motive aus den Bereichen Schrift, Papier und Druck präsentieren. Und das ist hier der Fall.

Kleinodien auf der Briefmarke3

Autor des Buches „Kleinodien auf der Briefmarke“ ist  der lt. Klappentext 1913 geborene H. G. Schwieger (ich habe nicht herausgefunden, ob er noch lebt), der ein ausgewiesener Papierfachmann ist (oder war).
Schwieger stellt in dieser Veröffentlichung nicht nur Briefmarken aus aller Herren Länder vor. Das Buch bietet mehr. Es ist zwar schon so, dass es sich vorrangig an Philatelisten richtet. Der Reiz für Menschen, die sich für die Geschichte des Buchs, die Erfindung der Schrift, die Herstellung von Papier oder die Entwicklung der Kleinodien auf der Briefmarke2Drucktechnik interessieren, kurz: für all die, die DruckSchrift folgen, liegt darin, dass der Autor in die jeweilige Thematik kurz und sachkundig einführt. Die Briefmarken werden nicht einfach nur präsentiert, sondern der (kultur-)geschichtliche Hintergrund der Darstellungen wird erläutert. Kapitelüberschriften wie „Vom Stein zum Papier“, „Sprachen und Schriften“, „Die Kunst der Papyrer“ oder „Aus Handpressen werden Druckmaschinen“  machen das deutlich.

Die letzten Abschnitte, die sich der Post- und Briefmarkengeschichte widmen, oder der Anhang, der neben Hinweisen zum Aufbau einer Briefmarkensammlung  eine Übersicht über zu den Themen Papier-Schrift-Druck erschienene Postwertzeichen enthält, dürften für die Leser von DruckSchrift eher weniger interessant sein. Es bleibt aber festzustellen, dass wir es hier mit einem schön gestalteten, mit vielen anschaulichen Beispielen aus der Philatelie, aber auch anderen thematisch passenden Abbildungen versehenen Buch zu tun haben, das ungeachtet seines Alters auch heute noch zum Betrachten wie zum Lesen anregt.

H. G. Schwieger
Kleinodien auf der Briefmarke
Papier, Schrift und Druck
Econ Verlag Düsseldorf 1970, 203 Seiten

Album auf: ein Blick in meine Reklamemarken-Sammlung (2)

Im Nachgang zur Vorstellung des Heftes Sammeln von Papier-Antiquitäten hier wieder einmal ein paar Reklamemarken aus meiner kleinen Sammlung.

Für gewöhnlich stelle ich in DruckSchrift „Sammelstückchen“ vor, die thematisch zum Blog passen. Heute habe ich die Bandbreite bewusst etwas weiter gefasst, um andere mögliche Nutzungen dieser kleinen Träger von Werbebotschaften aufzuzeigen.

Viel Spaß beim Betrachten der Marken, die an Briefmarken erinnern, aber – wenn sie nicht von vornherein gesammelt wurden – dem Verschluss von Briefen dienten.

Reklamemarke Meierei Bolle

 

Reklamemarke Florian Czockerts
 

Reklamemarke HansaAusgabe
 

Reklamemarke Monatshefte
 

Reklamemarke Bohnert
 

Reklamemarke Kalender
 

Reklamemarke exposition

 

 

 

Leonhard Dingwerth: Sammeln von Papier-Antiquitäten

Wer erinnert sich noch an die Oblaten (Glanzbilder), die in Stammbücher und später in Poesiealben geklebt wurden? Wer hat nicht schon einmal angefangen, Bierdeckel, Zündholzetiketten, Weinetiketten zu sammeln? Ältere Leserinnen und Leser von DruckSchrift hatten Sammeln Papier-Antiquitätenmöglicherweise auch schon einmal Notgeld-Scheine in der Hand. Oder Kaufmannsbilder, die Händler beim Kauf bestimmter Artikel als Zugabe mit einpackten?

Diese eher alltäglichen Dinge, die meist in großer Auflage produziert und vielfach achtlos weggeworfen oder in einer Kiste auf dem Dachboden landeten und dort vergessen wurden, werden heute gern gesammelt. Wer regelmäßig bei DruckSchrift vorbeischaut, weiß, dass ich zum Beispiel ein Faible für Reklamemarken habe, also Marken, die ursprünglich zum Verschließen von Briefen gedacht waren und sich wunderbar als kleine Werbeträger eigneten.

Leonhard Dingwerth, der Autor und Verleger des Heftes, das ich hier vorstellen möchte, ist selbst leidenschaftlicher Sammler. Sämtliche Abbildungen (und davon gibt es sehr viele) stammen aus seinem Archiv. Er weiß also, wovon er schreibt.

Das 32 Seiten umfassende Heft ist eine gute Einführung in die oben angesprochenen Sammelgebiete. Ein Appetitmacher. Mehr kann auf so wenig Raum nicht geleistet werden. Wer sich, jetzt vielleicht neugierig geworden, erst einmal einen Überblick über einige der Varianten von Papier-Antiquitäten verschaffen will, ist mit der Broschüre gut bedient.

Ach ja: Papier-Antiquitäten, insbesondere Sammelbilder und Reklamemarken, sind – natürlich – ein Spiegel ihrer Zeit. Wir haben es hier mit Werbeträgern aus, ganz grob gesagt, den ersten dreissig, vierzig Jahren des vorigen Jahrhunderts zu tun. Das muss man wissen, wenn man sich zum Beispiel vergegenwärtigt, welches Frauenbild darauf vermittelt wird. Da ich den Autor dieser Broschüre nicht näher kenne, versuche ich mich mal in einer positiven Interpretation: In seinen Hinweisen zum Aufbau einer Spezialsammlung von Reklame-Sammelbildern nimmt Dingwerth Unterteilungen in Sachgruppen vor. Unter „Bilder zur Belustigung und Erbauung“ findet sich unter Punkt 03: „Mädchen und Frauen, Tänzerinnen“. Schluck. Ich hoffe, Dingwerth gibt nur die Auffassung einer Zeit wieder, die wir mittlerweile hinter uns gelassen haben. Noch nicht alle. Aber viele.

Leonhard Dingwerth
Sammeln von Papier-Antiquitäten
Verlag LDD Exclusiv UG, Spenge 2014, 32 Seiten, 13,90 EUR

Album auf: ein Blick in meine Reklamemarken-Sammlung

Na so was! Mir fällt gerade auf, dass ich schon lange keine zum Blog-Thema passenden Reklamemarken mehr vorgestellt habe. Das hole ich hiermit sofort nach.

Aus meiner kleinen Sammlung habe ich je eine Marke der Buchdruckerei Reusche und der Buchdruckerei/Buchbinderei Ad. G. Langer ausgewählt.

Reklamemarke BuchdruckereiReklamemarke Langer

 

 

 

 

 

 

 
 

Reklamemarken zählen zu den sog. Luxuspapieren, wie man früher veredeltes Papier, aber auch aus Papier hergestellte Gebrauchs- und/oder Sammelgegenstände bezeichnete. Sie waren vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts beliebte Werbeträger für Firmen und Produkte. Genutzt wurden diese Marken, die an Briefmarken erinnern, oft aber deutlich größer sind, als Verschlussmarken für Briefe. Heute werden Reklamemarken nur noch selten eingesetzt. Die alten Stücke aber sind längst beliebte Sammelobjekte.