Labeena Ishaque: Wohnen mit Papier

Tische, Stühle, Schalen und andere selbst gemachte Objekte aus Papier

Wie wunderbar sich Papier für die Verschönerung der eigenen vier Wände eignet, vermittelt uns dieses anregende Buch. Dabei – insofern ist der Untertitel vielleicht etwas irreführend – geht es weniger um so große Objekte wie Tische und Stühle; meist zeigt die Autorin kleinere Kreationen, die dazu angetan sind, der Wohnung eine individuelle Note zu geben. „Labeena Ishaque: Wohnen mit Papier“ weiterlesen

Jason Thompson: Kunst aus Büchern

28 Projekte für spielerisches Recycling

Keine Angst – niemand braucht seine Lieblingsbücher zu opfern. Aber ohne Bücher geht es nun einmal nicht bei dieser Art von künstlerischem Schaffen. Sie sind das Ausgangsmaterial. Die Beispiele auf dem Cover zeigen deutlich, was angesagt ist. Durch Falten, Rollen, Zerlegen und Heften entstehen Objekte, die mit dem ursprünglichen Buch nichts mehr gemein haben.

Kunst aus BüchernKunst aus Büchern zu schaffen ist eine schöne Verwertungsmöglichkeit für aussortierte Bücher – seien es eigene, aus Bibliotheken ausgemusterte oder Flohmarkt-Exemplare. Im Prinzip eignet sich jedes Buch als Grundstoff für die Schaffung von Objekten, wobei alte illustrierte Bücher vermutlich zu besonders reizvollen Ergebnissen führen.

Dazu bietet das Buch des Amerikaners Jason Thompson viele Anregungen. Doch bevor man sich in die praktische Arbeit stürzt und sich voller Elan daranmacht, Bücher zwecks Schaffung von Kunstobjekten auseinanderzunehmen, sollte man erst einmal das kurze Eingangskapitel lesen. Hier stellt der Autor die  benötigten Materialien und Werkzeuge vor – die Anforderungen sind weder groß noch kostspielig. Dann werden noch kurz die einzelnen Bestandteile eines Buches beschrieben. Danach geht es gleich an die künstlerische Arbeit. Schritt für Schritt wird erläutert, wie man Taschenbuch-Postkarten herstellt, Brieftaschen aus Buchhüllen, Papierhäuschen aus Büchern, Papierblüten , Dekokugeln aus Papierstreifen, Buchmobiles, Wall-Art-Rahmen oder handgeformte Buchobjekte. Insgesamt werden 28 mögliche Projekte vorgestellt, aber der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Sehr schön ist, dass man auch Werke von Meistern dieser Art von Buchkunst studieren und sich bei ihnen viele Anregungen für die eigene Arbeit holen kann. Das 3. Kapitel präsentiert nämlich in einer Art Galerie unter dem Titel „Bücher neu konzipieren“ auf jeweils einer Seite insgesamt 35 Papierkünstler/innen mit Beispielen aus deren Schaffen. Einer von ihnen ist der  Buchautor selbst: Thompson weiß, worüber er schreibt. Er ist, so lesen wir auf dem Umschlagtext, Gründer der Rag & Bone Buchbinderei, „die sich der Herstellung einzigartiger, handgebundener Bücher und Alben für den Verkauf in Geschenk- und Papeteriegeschäften verschrieben hat“.

Das im Buch befindliche Verzeichnis der Künstler enthält auch die Adressen von deren Homepages. Somit hat man ohne große eigene Recherche die Möglichkeit, sich auch dort umzusehen und sich inspirieren zu lassen. Und DruckSchrift hat sich vorgenommen, nach und nach einige der Buch-/Papierkünstler vorzustellen.

Jason Thompson
Kunst aus Büchern
28 Projekte für spielerisches Recycling
Haupt Verlag 2012, 152 Seiten, 24,90 EUR

Heinrich Mehl (Hrsg.): Schätze in Papier

Sehr schön! Dieses ansprechende und dem Thema angemessen auf Schätze in Papierhochwertigem Papier gedruckte Buch mit dem Titel „Schätze in Papier“ nehmen Papierliebhaber/innen sicher gern in die Hand. Es durchzublättern und zu lesen bedeutet aber auch einen Gewinn für alle volkskundlich und kulturgeschichtlich Interessierten.

Guckkastenbild
Place de Louis le Grand, Paris (Guckkastenbild 2. Hälfte 18. Jahrhundert)

Grundlage des Buches bilden Papierschätze aus  Papier, die sich in den Volkskundlichen Sammlungen des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums befinden; beispielsweise sog. „Luxuspapiere“ wie Glückwunschkarten zum Aufklappen oder Souvenirs aus Papier, Bilderbögen und Guckkastenbilder, Papiertheater, „Himmelsbriefe“, Stammbücher, Pralinenschachteln und Scherenschnitte.

Insgesamt 9 schön illustrierte Kapitel widmen sich den unterschiedlichen Sammlungskategorien und führen gut lesbar in die Materie ein. An den Beginn hat der Herausgeber, der selbst auch die Kapitel zu den „Himmelsbriefen“, den Pralinenschachteln und Scherenschnitten beigesteuert hat, eine kurze „Geschichte des Papiers“. Die Bearbeitung der übrigen Kapitel haben andere Autoren, jeweilige Experten ihres Gebiets, übernommen. Darunter ist auch Christa Pieske, deren Standardwerk „ABC des Luxuspapiers“ DruckSchrift hier vor einiger Zeit besprochen hat.

Scherenschnitt

Das hier vorgestellte Buch, das sich übrigens gut als Geschenk eignet, ist meines Wissens nur noch antiquarisch erhältlich. Es lohnt sich, ein wenig zu recherchieren – die von den diversen Anbietern  geforderten Preise weichen doch recht stark voneinander ab.

Schätze in Papier
herausgegeben von Heinrich Mehl
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1999, 106 Seiten

Masahiro Chatani: Kunstwerke aus Papier

Von Meistern ihres Fachs gestaltete Papierobjekte faszinieren mich. Als ich kürzlich bei Ebay das Buch „Kunstwerke aus Papier“ mit Arbeiten des Japaners Masahiro Chatani für erfreulich wenig Geld ersteigerte, hatte ich vor allem etwas erwartet, das meine Schaulust befriedigt.

Nein, ich bin nicht enttäuscht. Es gibt in diesem Buch wirklich wunderbare Kunstwerke aus Papier zu bestaunen. Aber es wendet sich wohl weniger an die Schaulustigen als vielmehr an potenzielle „Nachbauer“. Und da es mit meiner Kunstfertigkeit nicht gerade weit her ist, wird mir beim Anschauen der „Bauanleitungen“ doch etwas mulmig. Ob mir das eine oder andere Kunstwerk gelingen wird? Na ja, ich muss es hier ja nicht vorstellen.

Dafür präsentiere ich aber um so lieber ein paar Arbeiten des Meisters höchstpersönlich.

Kugel
Weiße Kapelle
Palast auf dem Meeresgrund

Über den Künstler verrät das Buch kaum etwas. Dort ist nur vermerkt, dass er 1967 seinen Dr.Ing. machte und nacheinander Professuren in Washington und Tokio inne hatte. Im englisch-sprachigen Wikipedia bin ich aber fündig geworden. So weiß ich nach Lektüre des Artikels über „Origamic architecture“, welch wichtige Rolle Chatani, der 2008 im Alter von 74 Jahren verstorben ist, bei der Entwicklung der japanischen Papierkunst gespielt hat. Hier kann der Beitrag nachgelesen werden.

Es gibt in der Reihe „Kunstwerke aus Papier“ neben dem hier vorgestellten Band 1 noch zwei weitere Bände mit Werken von Chatani (2 und 4). Außerdem erschienen: Band 3 – Tomoko Fuse.

Kunstwerke aus Papier
Band 1: Masahiro Chatani
Verlag Orell Füssli
2. Auflage 1990
nur noch antiquarisch erhältlich