Album auf: ein Blick in meine Reklamemarken-Sammlung (2)

Im Nachgang zur Vorstellung des Heftes Sammeln von Papier-Antiquitäten hier wieder einmal ein paar Reklamemarken aus meiner kleinen Sammlung.

Für gewöhnlich stelle ich in DruckSchrift „Sammelstückchen“ vor, die thematisch zum Blog passen. Heute habe ich die Bandbreite bewusst etwas weiter gefasst, um andere mögliche Nutzungen dieser kleinen Träger von Werbebotschaften aufzuzeigen.

Viel Spaß beim Betrachten der Marken, die an Briefmarken erinnern, aber – wenn sie nicht von vornherein gesammelt wurden – dem Verschluss von Briefen dienten.

Reklamemarke Meierei Bolle

 

Reklamemarke Florian Czockerts
 

Reklamemarke HansaAusgabe
 

Reklamemarke Monatshefte
 

Reklamemarke Bohnert
 

Reklamemarke Kalender
 

Reklamemarke exposition

 

 

 

Leonhard Dingwerth: Sammeln von Papier-Antiquitäten

Wer erinnert sich noch an die Oblaten (Glanzbilder), die in Stammbücher und später in Poesiealben geklebt wurden? Wer hat nicht schon einmal angefangen, Bierdeckel, Zündholzetiketten, Weinetiketten zu sammeln? Ältere Leserinnen und Leser von DruckSchrift hatten Sammeln Papier-Antiquitätenmöglicherweise auch schon einmal Notgeld-Scheine in der Hand. Oder Kaufmannsbilder, die Händler beim Kauf bestimmter Artikel als Zugabe mit einpackten?

Diese eher alltäglichen Dinge, die meist in großer Auflage produziert und vielfach achtlos weggeworfen oder in einer Kiste auf dem Dachboden landeten und dort vergessen wurden, werden heute gern gesammelt. Wer regelmäßig bei DruckSchrift vorbeischaut, weiß, dass ich zum Beispiel ein Faible für Reklamemarken habe, also Marken, die ursprünglich zum Verschließen von Briefen gedacht waren und sich wunderbar als kleine Werbeträger eigneten.

Leonhard Dingwerth, der Autor und Verleger des Heftes, das ich hier vorstellen möchte, ist selbst leidenschaftlicher Sammler. Sämtliche Abbildungen (und davon gibt es sehr viele) stammen aus seinem Archiv. Er weiß also, wovon er schreibt.

Das 32 Seiten umfassende Heft ist eine gute Einführung in die oben angesprochenen Sammelgebiete. Ein Appetitmacher. Mehr kann auf so wenig Raum nicht geleistet werden. Wer sich, jetzt vielleicht neugierig geworden, erst einmal einen Überblick über einige der Varianten von Papier-Antiquitäten verschaffen will, ist mit der Broschüre gut bedient.

Ach ja: Papier-Antiquitäten, insbesondere Sammelbilder und Reklamemarken, sind – natürlich – ein Spiegel ihrer Zeit. Wir haben es hier mit Werbeträgern aus, ganz grob gesagt, den ersten dreissig, vierzig Jahren des vorigen Jahrhunderts zu tun. Das muss man wissen, wenn man sich zum Beispiel vergegenwärtigt, welches Frauenbild darauf vermittelt wird. Da ich den Autor dieser Broschüre nicht näher kenne, versuche ich mich mal in einer positiven Interpretation: In seinen Hinweisen zum Aufbau einer Spezialsammlung von Reklame-Sammelbildern nimmt Dingwerth Unterteilungen in Sachgruppen vor. Unter „Bilder zur Belustigung und Erbauung“ findet sich unter Punkt 03: „Mädchen und Frauen, Tänzerinnen“. Schluck. Ich hoffe, Dingwerth gibt nur die Auffassung einer Zeit wieder, die wir mittlerweile hinter uns gelassen haben. Noch nicht alle. Aber viele.

Leonhard Dingwerth
Sammeln von Papier-Antiquitäten
Verlag LDD Exclusiv UG, Spenge 2014, 32 Seiten, 13,90 EUR

Käthe Kollwitz Museum: Als Kitsch noch Kunst war

Farbendruck im 19. Jahrhundert

Plakat Als Kitsch noch Kunst warBis zum 9. Juni ist im Kölner Käthe Kollwitz Museum eine interessante Ausstellung mit 200 nostalgischen Grafiken zu sehen, die den Siegeszug der Chromolithographie im 19. Jahrhundert dokumentieren. Präsentiert werden unter anderem Sammelbilder, Kinderbücher und Gelegenheitsgrafik.

Auf der Homepage des Museums heißt es dazu:

Der Titel „Als Kitsch noch Kunst war“ ist wörtlich zu nehmen: Viele der oft süßlichen Chromolithographien des 19. Jahrhunderts gelten heute als Kitsch, doch sahen die meisten Zeitgenossen in ihnen Kunst und die Möglichkeit, das Heim zu schmücken. Das Käthe Kollwitz Museum Köln präsentiert eine Ausstellung mit rund 200 farbigen Drucken aus dem Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Ich würde sagen: ein „Muss“ für alle, die ein Faible für Papier-Antiquitäten haben!

Nähere Informationen unter www.kollwitz.de.

Elke Gottschalk: Papier-Antiquitäten

Luxuspapiere von 1820 bis 1920

papier-antiquitätenWer sammelt, kennt Battenberg. Es gibt kaum ein Sammelgebiet, das der Battenberg Verlag nicht abdeckt. Ob man nun Bauernmöbel, Puppen, dekorative Graphik, Zinn, Glas oder Taschenuhren sammelt. Oder – Papier-Antiquitäten. Beliebt sind die Antiquitäten-Kataloge, die eine Einführung in das Sammelgebiet mit Preisinformationen und vor allem viel Anschauungsmaterial verbinden. So sind diese Kataloge zugleich – vielleicht sogar vor allem  – wunderschöne „Bilderbücher“.

Es ist relativ wenig Literatur über Luxuspapiere, über Papier-Antiquitäten, verfügbar. Obwohl laut Elke Gottschalk, der Autorin des

Aus einem Bewegungsbilderbuch
Aus einem Bewegungsbilderbuch

hier vorgestellten Buches, Interesse und Preise an Sammelstücken aus Papier gestiegen sind,  gibt es nach meiner Beobachtung kaum Veröffentlichungen neueren Datums. DruckSchrift hat bereits die Klassiker  Das ABC des Luxuspapiers von Christa Plieske (erschienen 1984) und Geschnittenes Papier von Sigrid Metken (erschienen 1978) vorgestellt. Auch bei „Papier-Antiquitäten“ (erschienen 1996) handelt es sich nicht gerade um eine taufrische Neuerscheinung. Dass ich das Buch hier dennoch vorstelle, hat einmal damit zu tun, dass mich Erscheinungsdaten nicht sonderlich interessieren; auf der anderen Seiten handelt es sich um ein sehr schönes und für Sammler/innen empfehlenswertes Buch. Auktionen bei Ebay etwa zeigen, dass es auch heute noch begehrt ist.

Aufstell-Kulissenkarte
Aufstell-Kulissenkarte

Inwieweit die in „Papier-Antiquitäten“ angegebenen Schätzpreise (dort noch in DM) noch heutigen Verhältnissen entsprechen, vermag ich nicht zu sagen. Dass es sich bei den im Buch vorgestellten Papieren aber ganz oft um wunderschöne Exponate handelt, ist nicht zu leugnen. Im systematischen Katalog-Bildteil geht es um Gebrauchspapiere und Reklamesammelbilder, wir bewundern Papierspielzeug, erfreuen uns an Besuchs- und Glückwunschkarten und staunen über die präsentierten Varia aus Papier  – Ausschneidebogen, Bilderbücher, Oblaten, Scherenschnitte, Verwandlungsbilder und vieles mehr.

Zum Einstieg gibt es eine Einführung in das Sammelgebiet, Hinweise zur Pflege der Sammlung und den Abriss „einer Kulturgeschichte des Papiers“ incl. einer Einführung in die „Grafischen Techniken von 1800 – 1920“.

Während das Buch großzügig ausgestattet ist, fehlen leider Informationen über die Autorin. Das ist schade. Dennoch bleibt als Fazit: ein schönes Buch über ein reizvolles Sammelgebiet für Papierliebhaber/innen.

Elke Gottschalk
Papier-Antiquitäten
Luxuspapiere von 1820 bis 1920
Battenberg Verlag, Augsburg 1996

Heinrich Mehl (Hrsg.): Schätze in Papier

Sehr schön! Dieses ansprechende und dem Thema angemessen auf Schätze in Papierhochwertigem Papier gedruckte Buch mit dem Titel „Schätze in Papier“ nehmen Papierliebhaber/innen sicher gern in die Hand. Es durchzublättern und zu lesen bedeutet aber auch einen Gewinn für alle volkskundlich und kulturgeschichtlich Interessierten.

Guckkastenbild
Place de Louis le Grand, Paris (Guckkastenbild 2. Hälfte 18. Jahrhundert)

Grundlage des Buches bilden Papierschätze aus  Papier, die sich in den Volkskundlichen Sammlungen des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums befinden; beispielsweise sog. „Luxuspapiere“ wie Glückwunschkarten zum Aufklappen oder Souvenirs aus Papier, Bilderbögen und Guckkastenbilder, Papiertheater, „Himmelsbriefe“, Stammbücher, Pralinenschachteln und Scherenschnitte.

Insgesamt 9 schön illustrierte Kapitel widmen sich den unterschiedlichen Sammlungskategorien und führen gut lesbar in die Materie ein. An den Beginn hat der Herausgeber, der selbst auch die Kapitel zu den „Himmelsbriefen“, den Pralinenschachteln und Scherenschnitten beigesteuert hat, eine kurze „Geschichte des Papiers“. Die Bearbeitung der übrigen Kapitel haben andere Autoren, jeweilige Experten ihres Gebiets, übernommen. Darunter ist auch Christa Pieske, deren Standardwerk „ABC des Luxuspapiers“ DruckSchrift hier vor einiger Zeit besprochen hat.

Scherenschnitt

Das hier vorgestellte Buch, das sich übrigens gut als Geschenk eignet, ist meines Wissens nur noch antiquarisch erhältlich. Es lohnt sich, ein wenig zu recherchieren – die von den diversen Anbietern  geforderten Preise weichen doch recht stark voneinander ab.

Schätze in Papier
herausgegeben von Heinrich Mehl
Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1999, 106 Seiten