Sammelstück des Monats [15]: Exlibris Nico Bulder

Das Sammelstück des Monats Dezember ist ein Bucheignerzeichen eines gewissen Mr. D. Giltay Veth. Geschaffen hat das Exlibris der niederländische Graveur, Illustrator und Grafiker Nicolaas Johannes Bernardus (Nico) Bulder (1898 – 1964). „Sammelstück des Monats [15]: Exlibris Nico Bulder“ weiterlesen

Sammelstück des Monats [13]: Exlibris P. Voigt

Exlibris P. VoigtDas Sammelstück dieses Monats eröffnet uns den Blick in eine gemütlich ausgestattete „gute Stube“ mit Büchern auf dem Tisch und dem Wandregal. Möglicherweise hat die Eignerin Charlotte Wamroth so gelebt.

Exlibris in dieser Art gibt es ziemlich häufig. Dieses hier hat das Format 10 x 7,5 cm (ohne Rand).

Dass Charlotte Wamroth über eine eigene Bibliothek und ein persönliches Exlibris verfügte, lässt auf eine emanzipierte Frau und Leserin schließen.

Über den Künstler P. Voigt weiß ich leider kaum etwas. Das „P“ steht wahrscheinlich für Paul. Wenn der im Internet „gefundene“ der „richtige“ P. Voigt ist, lässt sich vage sagen, dass er  um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als Künstler tätig war. Möglicherweise ist er auch derjenige, der mal künstlerischer Leiter der Reichsdruckerei war.

Nebenbei: Interessant ist dieser Link, der zur Seite „The Book Heaven“ der Stanford University führt. Dort geht es um „Candidates for the best bookplate evah“. Unter den Favoriten, die ein gewisser James Lewis dort präsentiert, findet sich auch unser Sammelstück des Monats …

[Sammelstück des Monats Oktober 2015]

Elke Schutt-Kehm/Claus Wittal: Katzen-Exlibris

Nur wenige Tiere finden sich so häufig auf Exlibris wie die Katze. Kein Wunder, hat sie sich im Laufe der Jahrhunderte doch zu einem favorisierten Haustier „hochgearbeitet“.

Wer Katzen mag, der findet sie gern in seiner Umgebung wieder; wenn schon nicht als lebendiges Wesen, so doch wenigstens als „Abbild“ in allen möglichen Formen … Wie könnte es da verwundern, dass sich auch Bücherfreunde zur Kennzeichnung ihrer bibliophilen Schätze Exlibris mit Katzendarstellungen anfertigen lassen.

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Sammelstück des Monats [11]: Exlibris Kristian Kongstad

Das „Sammelstück“ dieses Monats wurde von dem dänischen Künstler Kristian Kongstad (1867 – 1929) geschaffen. Wenn ich die Bleistiftnotiz auf der Rückseite richtig interpretiere, stammt das für A. B. (?) Thomsen hergestellte Exlibris aus dem Jahr 1911.

Exlibris Kongstad

Leider habe ich keine deutschsprachigen Informationen über den Künstler gefunden.

Kristian Kongstad 1897 (Quelle: Wikipedia)
Kristian Kongstad 1897 (Quelle: Wikipedia)

Dem äußerst knappen Eintrag im englisch-sprachigen Wikipedia kann man entnehmen, dass Kongstad eine eigene Druckerei betrieben hat, was auch durch ein Foto dokumentiert wird. Dazu passt die Gestaltung dieses Exlibris.

Kongstad hat sich auch als Buchillustrator einen Namen gemacht.

[Sammelstück des Monats August 2015]

Andreas & Angela Hopf: Eulen Ex Libris

Andreas & Angela Hopf sind anerkannte Exlibris-Experten. Das haben sie als Autoren diverser Bücher zum Thema bewiesen – darunter auch das Bändchen „Alte Exlibris“, das in der Reihe „Die bibliophilen Taschenbücher“ erschienen ist „Andreas & Angela Hopf: Eulen Ex Libris“ weiterlesen

Sammelstück des Monats [9]: Exlibris Leslie Benenson

Die meisten Stücke in meiner insgesamt eher kleinen Exlibris-Sammlung haben einen Bezug zum Thema Buch und Druckkunst.

Für diesen Monat habe ich allerdings ein anderes Motiv ausgewählt, eines, das mir aber auch sehr nahe ist:

Exlibris Leslie Benenson

Katzen sind beliebte „Gegenstände“ auf Exlibris; kein Wunder, sind es doch besonders schöne, anmutige Wesen, denen zudem noch der Hauch des Undurchschaubaren, Geheimnisvollen anhaftet oder angedichtet wird.

Das hier vorgestellte Exlibris mit dem Katzenkopf im Zentrum wurde von der britischen Künstlerin Leslie Benenson geschaffen und ist/war für Mario de Filippis bestimmt. Das Blatt hat das Format 9,5 x 8 cm.

Leslie Charlotte Benenson wurde 1941 geboren. Ihre künstlerische Arbeit ist sehr vielfältig. Sie umfasst neben Exlibris z.B. auch Holzschnitte, Ölgemälde, Skulpturen und Keramiken. Die Künstlerin ist Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Kupferstecher.

[Sammelstück des Monats Juni 2015]

Sammelstück des Monats [7]: Exlibris Josef Hodek

Heute stelle ich ein von Josef Hodek für V. Poppe (Eignervermerk) geschaffenes Exlibris vor.

Exlibris Josef HodekEiner handschriftlichen Bleistiftnotiz auf der Rückseite des 8,8 x 5,9 cm großen Blattes (ohne Rand) kann man entnehmen, dass es 1942 entstanden ist.

Hodek war ein tschechischer Künstler, der von 1888 – 1973 lebte. Er schuf nicht nur Grafik und Exlibris, sondern auch Gemälde. Nähere Informationen habe ich aber leider nicht.

[Sammelstück des Monats April 2015]

Sammelstück des Monats [5]: Exlibris Maria La Roche

Heute stelle ich ein Bucheignerzeichen von Else und Julius Basch vor. Das Exlibris stammt aus dem Jahr 1911 und ist im Druck monogrammiert mit „MLR“ (= Maria La Roche).

Exlibris Maria La RocheDas Blatt hat das Format 10,6 x 7,6 cm. Der umlaufende Text lautet: „Geh aus mein Herz und suche Freud!“

Motive, die einen „Blick in die gute Stube“, ausgestattet mit Büchern, Kunstgegenständen, Blumen etc, ermöglichen, finden sich bei Exlibris ziemlich häufig.

Im Internet kann man im Personenlexikon des Kantons Basel-Landschaft ein paar Informationen über die Künstlerin finden.

Danach hat Maria La Roche von 1870 – 1952 gelebt und als Malerin und Grafikerin gearbeitet. Als Grafikerin schuf sie u.a. Plakate und Kleingrafik (also z. B. Exlibris).

[Sammelstück des Monats Februar 2015]

Exlibris – Kunstwerke im Kleinformat

Deutsche Exlibris vom Ende des 15. bis 18. Jahrhunderts

Dem Bayerischen Rundfunk sei Dank. Er hat mir Arbeit abgenommen. In einem Podcast der ARD-Mediathek kann man wunderbar nachhören, was es mit Exlibris auf sich hat und womit die Ausstellung „Kunstwerke im Kleinformat“ aufwartet, die noch bis zum 25. Januar 2015 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg bewundert werden kann.

ARD Mediathek

Hier geht’s zur Mediathek. Der Weg lohnt sich.
www.ardmediathek.de

Wer (dann ) aber von diesen reizvollen kleinen grafischen Kostbarkeiten, ihrer Geschichte, ihren vielfältigen Motiven so angetan ist, dass er gern etwas tiefer in die Materie eindringen möchte, die Ausstellung aber nicht besuchen kann, sollte sich das Bändchen besorgen, das ich hier kurz vorstellen möchte. Es ist in der Reihe „Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum erschienen und „eigentlich“ eine Jahresgabe für Kunstwerke im KleinformatMitglieder und Förderer dieses Museums. Mein eigenes Beispiel zeigt aber, dass es auch für Nicht-Mitglieder und Menschen, die sich nicht als Förderer hervorgetan haben, „erreichbar“ ist.

In dem Bändchen wird die Geschichte des Exlibris von den Anfängen im Zeichen von Wappen über Portait-Exlibris, Arbeiten, die die Profession des Bucheigners zum Gegenstand haben, Blätter mit Bibliotheksinterieurs und Exlibris mit allegorischen Darstellungen gut und anhand der abgebildeten Stücke nachvollziehbar dargestellt. Dies geschieht in Verbindung mit – soweit vorhanden – Informationen über die Eigner, aber auch die an der Schaffung der Exlibris beteiligten Künstler.

In dem vorliegenden „Spaziergang“ steht die enorme Vielfalt und künstlerische Qualität von Exlibris der vorausgehenden vier Jahrhunderte im Fokus. Die vergleichende Darstellung ihrer Motivik, auch in Abgrenzung zu anderem Buchschmuck, ebenso die Vorstellung der Lebensumstände und Gedankenwelt ihrer Besitzer, möchte den Blick für ihre kulturgeschichtliche Bedeutung schärfen.

So heißt es am Schluss. Die Absicht ist mit diesem Buch, das zum Durchblättern und zum Lesen einlädt, gut umgesetzt worden. Es ist im übrigen eine ausgezeichnete Ergänzung zu dem Buch „Deutsche Exlibris“ von Anneliese Schmitt, das DruckSchrift hier vorgestellt hat.

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Claudia Valter
Kunstwerke im Kleinformat
Deutsche Exlibris vom Ende des 15. bis 18. Jahrhunderts
Verlag des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 2014, 95 Seiten

Nähere Informationen zu der Ausstellung finden sich auf der Homepage des Germanischen Nationalmuseums

Sammelstück des Monats [3]: Exlibris Richard Ernst Kepler

Exlibris JugendstilDieses Jugendstil-Exlibris wurde von dem Stuttgarter Künstler Richard Ernst Kepler geschaffen. Der Künstler, der von 1851 – 1927 lebte und auch ein erfolgreicher Buchillustrator war, hat das Blatt am unteren Rand mit R E Kepler gezeichnet.

Das Exlibris hat das Format 9,4 x 8,3 cm.

Für wen es bestimmt war, ist nicht ersichtlich. Es findet sich kein Bucheigner-Name in dem dafür vorgesehenen Feld.

Möglicherweise muss man dieses „Exlibris“ auch als Vorlage verstehen, auf die je nach Bedarf zurückgegriffen werden konnte.

[Sammelstück des Monats Dezember 2014]

Anneliese Schmitt: Deutsche Exlibris

Auf eine schöne, interessante, ja lehrreiche Reise durch rund 500 Jahre Exlibris-Kunst nimmt uns Anneliese Schmitt in ihrem Buch „Deutsche Exlibris“ mit.

Das Buch gliedert sich in eine ausführliche, repräsentative Bildauswahl und einen redaktionellen Teil, der immer wieder auf die vorgestellten beispielhaften kleinen Deutsche ExlibrisDruckwerke Bezug nimmt. Doch erst einmal heißt es Ordnung in die Begriffsvielfalt rund um das Exlibris zu bringen.

Exlibris oder ex Libris? „Exlibris“, so lernen wir, ist die Substantivierung von ex libris (lat. „aus Büchern“). Während es Exlibris schon seit Ende des 15. Jahrhunderts gibt – die ältesten vorgestellten wurden um 1480 geschaffen -, hat sich der Begriff erst Anfang des vorigen Jahrhunderts durchgesetzt. Das erste Exlibris, wo der Begriff eindeutig substantivisch gebraucht wird, ist ein um 1900 entstandenes Blatt des Künstlers Willi Geiger.

Exlibris oder nicht Exlibris?

Exlibris sind lose Blätter, die den Eigentümer eines Buches bezeichnen und die auf den vorderen Innendeckel von Büchern eingeklebt werden. Mit dem Exlibris verbunden ist die Vorstellung von graphischem Bildschmuck. Der Text auf den Blättern ist in der Regel gedruckt, im 15. und 16. Jahrhundert auch handschriftlich eingefügt.

So die Definition von Anneliese Schmitt. Aber die Abgrenzung ist oftmals gar nicht so einfach, denn es gibt viele dem Exlibris verwandte Formen: den handschriftlichen Eintrag als die älteste Form der Kennzeichnung von Bucheigentum, Stempel, rein typographische Blätter, Signaturenschilder oder Supralibros (Außenexlibris), die aus der Einbandkunst erwachsen sind …
Einige Beispiele für Blätter, die keine „echten“ Exlibris sind, finden sich auch im Bildteil.

Das Exlibris ist eng mit der Geschichte des Buchdrucks, des Büchersammelns und der Druckgraphik verbunden. Seine Erfolgsgeschichte nahm in Deutschland ihren Anfang.

Die erste große Blütezeit der Buchillustration und Buchgestaltung fällt in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Durch sie angeregt und mitgetragen, erlebt die Entwicklung des Exlibris, das zu dem Zeitpunkt zu einer europäischen Erscheinung wird, ihre erste große Glanzzeit …

Das ist auch die Zeit, in der die namhaftesten Künstler der Epoche wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach oder Jost Amman sich dieser Kunstgattung widmeten.

Anneliese Schmitt schildert in ihrem Buch in konzentrierter Form und immer wieder auf die Beispiele im ersten Buchteil verweisend die weitere Entwicklung des Exlibris, die sich verändernden Sujets, die Nutzung sich neu ergebender unterschiedlicher Techniken der Druckgraphik, zeigt an Beispielen das Zusammenwirken von Exlibris-Auftraggebern und gestaltenden Künstlern auf.

Oft sind die sog. „Redenden Exlibris“ von besonderem Reiz. Hier versucht der Künstler, den Namen des Bucheigners bildlich umzusetzen. Ein Beispiel findet sich auf dem Buchumschlag. Es zeigt das für Johann Knabensberg, genannt Igler, um 1480 geschaffene Blatt – eines der ältesten Holzschnitt-Exlibris. Der Text auf dem Schriftband lautet: „hanns igler. Das dich ein igel küs“.

Bücher selbst als Sujets für die Gestaltung eines Exlibris spielen übrigens erst seit dem 18. Jahrhundert eine Rolle.

Während das ältere Exlibris uns vor allem die Buchbesitzer und -liebhaber näher bringt, hat sich in jüngerer Zeit eine weitere Gruppe entwickelt, die ihre Aufmerksamkeit auf das Exlibris richtet: es sind die Sammler, bei denen das Interesse an der Graphik dominiert. Anneliese Schmitt: „Das moderne Exlibris … hat seine eigentliche kulturhistorische Funktion nicht zu bewahren gewußt.“

Mein Fazit: Auf gerade einmal 40 Textseiten vermittelt uns die Autorin eine prägnante Darstellung der Geschichte des deutschen Exlibris. Sie hat ihr umfangreiches Wissen gut verständlich aufbereitet. Im Zusammenwirken mit dem ausführlichen Bildteil vermittelt die Publikation einen guten Überblick über die Entwicklung dieses reizvollen kleinen Kunstformats in Deutschland. Bücher- wie Exlibrissammler sind mit diesem noch zu DDR-Zeiten in Leipzig erschienenen Buch gut bedient.

Leider verraten uns die Verlagsverantwortlichen mit keinem Wort, wer die Buchautorin ist. Da ein großer Teil der Abbildungen aus der Exlibris-Sammlung der Deutschen Staatsbibliothek Berlin stammt, könnte man vermuten, dass Schmitt die dortige Sammlung betreut hat. Aber das ist reine Spekulation.

Anneliese Schmitt
Deutsche Exlibris
Koehler & Amelang, Leipzig 1986, 192 Seiten
nur noch antiquarisch erhältlich