Buchillustrationen: Märchenwelt der Brüder Grimm

Buchillustrationen aus zwei Jahrhunderten

Was hat die hessische Landesregierung mit den Brüdern Grimm zu schaffen? Ach ja. „Hessen ist das Grimm-Land in dem Sinne, daß sie hier gelebt und gewirkt haben …“ schreibt ein nicht weiter vorgestellter Edgar Thielemann im Vorwort zu diesem broschürten Bändchen, das in den 80er Jahren vom Hessendienst der Staatskanzlei herausgegeben wurde. „Buchillustrationen: Märchenwelt der Brüder Grimm“ weiterlesen

Anja-Franziska Eichler: Schnellkurs Druckgrafik

Das Thema Buchillustration ist ein für DruckSchrift wichtiges. So liegt es nahe, sich auch einmal mit diesem „Schnellkurs Druckgrafik“ zu befassen, denn zwischen beiden Themen gibt es eine enge, ja eine direkte Verbindung.

Die Illustration von Büchern nahm ihren Anfang im 14. Jahrhundert, als die sog. Blockbücher mit Holzschnitten verschönt wurden und/oder deren Texte durch bildliche Darstellungen verständlicher gemacht werden sollten. Schnellkurs DruckgrafikDer Holzschnitt blieb zunächst die einzige Technik, die für die Ausgestaltung von Büchern zur Verfügung stand. Doch ab dem 15. Jahrhundert wurde der Kupferstich nach und nach populär, und in den folgenden Jahrhunderten ging es dann Schlag auf Schlag. Immer neue Verfahren wurden entwickelt, teilweise auch miteinander kombiniert, Techniken weiterentwickelt: Radierung, Vernis mou, Aquatinta, Lithografie, Siebdruck und andere Verfahren standen nun den Künstlern zur Verfügung. Aber auch der gute alte Holzschnitt erlebte mehrfach eine Renaissance.

Viele Maler, darunter solch bedeutende und wegweisende Künstler wie Albrecht Dürer, Rembrandt, Matisse, Picasso Beardsley, Kokoschka beschäftigten sich auch mit der Schaffung von Druckgrafik und haben auch auf diesem Feld Meisterwerke geschaffen. Damals wie heute waren und sind es häufig zum Verkauf bestimmte Einzelblätter. Aber die beispielhaft genannten Künstler und viele andere auch, darunter viele zeitgenössische, betätig(t)en sich auch als Buchillustratoren, schufen/schaffen oft auch sog. Künstlerbücher, wie sie etwa in dem Buch Papiergesänge vorgestellt werden (s. Beitrag in DruckSchrift hier).

Es gibt also auch für Liebhaber schöner illustrierter Bücher, von Künstlerbüchern oder Pressendrucken gute Gründe, sich mit dem Thema Druckgrafik auseinanderzusetzen. Der „Schnellkurs Druckgrafik“ ist dafür gut geeignet.

Die Autorin führt durch die Geschichte der europäischen Druckgrafik von ihren Anfängen bis in die Gegenwart; sie stellt die wichtigsten Künstler, Strömungen und Schulen von Dürer bis Beuys vor und beleuchtet dabei auch das Wirken der Künstler als Buchillustratoren.Die verschiedenen Drucktechniken und ihr Entwicklung werden erläutert. Und dabei verliert Eichler die politischen, religiösen, profanen, propagandistischen oder rein reproduzierenden Funktionen der Druckgrafik nicht aus den Augen.

Mein Fazit: Für ein Bändchen von 180 Seiten hat die Autorin sich eine große Aufgabe gestellt, diese aber gut gelöst. Auch wenn einem nach der der Lektüre bei all den vielen Namen und eingeflochtenen Details der Kopf raucht. Manchmal wäre es für einen „Schnellkurs“ besser gewesen, auf den einen oder anderen Künstler-Hinweis zu verzichten. Dann wäre auch etwas mehr Platz gewesen für die zahlreichen Bildbeispiele, die doch etwas klein ausfallen und zu oft nicht so richtig zur Geltung kommen. Das gilt insbesondere für die abgebildeten Holzschnitte und Kupferstiche.

Das ist aber nur eine kleine Einschränkung, die an meiner insgesamt positiven Einschätzung nichts ändert.

Die Passagen, die sich mit der praktischen, der technischen Seite der Herstellung von Druckgrafik befassen, die also aufzeigen, welche Schritte etwa zur Herstellung eines Holzschnitts oder einer Lithografie erforderlich sind, sind besonderes gerahmt und farblich unterlegt und heben sich somit vom laufenden Text ab. Das ist hilfreich und einer schnellen Orientierung förderlich. Dieses Buch ist aber kein Lehrbuch für Menschen, die druckgrafische Techniken erlernen wollen, um selbst Druckgrafik herzustellen. Dafür gibt es andere Veröffentlichungen auf dem Büchermarkt.

TrennstrichAnja-Franziska Eichler
Schnellkurs Druckgrafik
DuMont Literatur und Kunstverlag 2006, 180 Seiten, 14,90 EUR

Quint Buchholz: Im Land der Bücher

Viele Bücherfreunde werden den Künstler kennen, möglicherweise oftmals, ohne seinen Namen zu wissen. Auch regelmäßigen Besuchern von DruckSchrift ist Quint Buchholz schon einige Male begegnet: seine Arbeiten zieren die Bucheinbände von Die Bibliothek der verlorenen Bücher, Der Geschichtenverkäufer und Der Hochstapler.

Der 1957 in Stolberg geborene Buchholz, der in München Malerei und Grafik studiert hat, gehört zu den renommiertesten deutschen Buchillustratoren. „Quint Buchholz: Im Land der Bücher“ weiterlesen

Anneliese Schmitt: Deutsche Exlibris

Auf eine schöne, interessante, ja lehrreiche Reise durch rund 500 Jahre Exlibris-Kunst nimmt uns Anneliese Schmitt in ihrem Buch „Deutsche Exlibris“ mit.

Das Buch gliedert sich in eine ausführliche, repräsentative Bildauswahl und einen redaktionellen Teil, der immer wieder auf die vorgestellten beispielhaften kleinen Deutsche ExlibrisDruckwerke Bezug nimmt. Doch erst einmal heißt es Ordnung in die Begriffsvielfalt rund um das Exlibris zu bringen.

Exlibris oder ex Libris? „Exlibris“, so lernen wir, ist die Substantivierung von ex libris (lat. „aus Büchern“). Während es Exlibris schon seit Ende des 15. Jahrhunderts gibt – die ältesten vorgestellten wurden um 1480 geschaffen -, hat sich der Begriff erst Anfang des vorigen Jahrhunderts durchgesetzt. Das erste Exlibris, wo der Begriff eindeutig substantivisch gebraucht wird, ist ein um 1900 entstandenes Blatt des Künstlers Willi Geiger.

Exlibris oder nicht Exlibris?

Exlibris sind lose Blätter, die den Eigentümer eines Buches bezeichnen und die auf den vorderen Innendeckel von Büchern eingeklebt werden. Mit dem Exlibris verbunden ist die Vorstellung von graphischem Bildschmuck. Der Text auf den Blättern ist in der Regel gedruckt, im 15. und 16. Jahrhundert auch handschriftlich eingefügt.

So die Definition von Anneliese Schmitt. Aber die Abgrenzung ist oftmals gar nicht so einfach, denn es gibt viele dem Exlibris verwandte Formen: den handschriftlichen Eintrag als die älteste Form der Kennzeichnung von Bucheigentum, Stempel, rein typographische Blätter, Signaturenschilder oder Supralibros (Außenexlibris), die aus der Einbandkunst erwachsen sind …
Einige Beispiele für Blätter, die keine „echten“ Exlibris sind, finden sich auch im Bildteil.

Das Exlibris ist eng mit der Geschichte des Buchdrucks, des Büchersammelns und der Druckgraphik verbunden. Seine Erfolgsgeschichte nahm in Deutschland ihren Anfang.

Die erste große Blütezeit der Buchillustration und Buchgestaltung fällt in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Durch sie angeregt und mitgetragen, erlebt die Entwicklung des Exlibris, das zu dem Zeitpunkt zu einer europäischen Erscheinung wird, ihre erste große Glanzzeit …

Das ist auch die Zeit, in der die namhaftesten Künstler der Epoche wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach oder Jost Amman sich dieser Kunstgattung widmeten.

Anneliese Schmitt schildert in ihrem Buch in konzentrierter Form und immer wieder auf die Beispiele im ersten Buchteil verweisend die weitere Entwicklung des Exlibris, die sich verändernden Sujets, die Nutzung sich neu ergebender unterschiedlicher Techniken der Druckgraphik, zeigt an Beispielen das Zusammenwirken von Exlibris-Auftraggebern und gestaltenden Künstlern auf.

Oft sind die sog. „Redenden Exlibris“ von besonderem Reiz. Hier versucht der Künstler, den Namen des Bucheigners bildlich umzusetzen. Ein Beispiel findet sich auf dem Buchumschlag. Es zeigt das für Johann Knabensberg, genannt Igler, um 1480 geschaffene Blatt – eines der ältesten Holzschnitt-Exlibris. Der Text auf dem Schriftband lautet: „hanns igler. Das dich ein igel küs“.

Bücher selbst als Sujets für die Gestaltung eines Exlibris spielen übrigens erst seit dem 18. Jahrhundert eine Rolle.

Während das ältere Exlibris uns vor allem die Buchbesitzer und -liebhaber näher bringt, hat sich in jüngerer Zeit eine weitere Gruppe entwickelt, die ihre Aufmerksamkeit auf das Exlibris richtet: es sind die Sammler, bei denen das Interesse an der Graphik dominiert. Anneliese Schmitt: „Das moderne Exlibris … hat seine eigentliche kulturhistorische Funktion nicht zu bewahren gewußt.“

Mein Fazit: Auf gerade einmal 40 Textseiten vermittelt uns die Autorin eine prägnante Darstellung der Geschichte des deutschen Exlibris. Sie hat ihr umfangreiches Wissen gut verständlich aufbereitet. Im Zusammenwirken mit dem ausführlichen Bildteil vermittelt die Publikation einen guten Überblick über die Entwicklung dieses reizvollen kleinen Kunstformats in Deutschland. Bücher- wie Exlibrissammler sind mit diesem noch zu DDR-Zeiten in Leipzig erschienenen Buch gut bedient.

Leider verraten uns die Verlagsverantwortlichen mit keinem Wort, wer die Buchautorin ist. Da ein großer Teil der Abbildungen aus der Exlibris-Sammlung der Deutschen Staatsbibliothek Berlin stammt, könnte man vermuten, dass Schmitt die dortige Sammlung betreut hat. Aber das ist reine Spekulation.

Anneliese Schmitt
Deutsche Exlibris
Koehler & Amelang, Leipzig 1986, 192 Seiten
nur noch antiquarisch erhältlich

Margit Krenn / Christoph Winterer: Mit Pinsel und Federkiel

Geschichte der mittelalterlichen Buchmalerei

Sie sind wunderschön – die mittelalterlichen handgeschriebenen Codizes. Die verwendeten alten Schriften faszinieren Bücherliebhaber ebenso wie die handgemalten Miniaturen, die Initialen und andere ausschmückende Elemente, die diese Bücher zu Kunstwerken machen.

Mit Pinsel und FederkielLeider bekommt man solche Prachtstücke nur selten, und dann auch nur aus für die Bücher sicherem Abstand zu sehen. Zum Glück gibt es aber ein reichhaltiges Buchangebot, das einzelne Epochen der Buchmalerei oder besonders berühmte oder wertvolle Schätze wie Bibeln, Stundenbücher, Evangeliare, Chroniken etc. in Verbindung mit vielen Abbildungen darstellt. Ergänzt wird diese Palette an Publikationen durch zusammenfassende Darstellungen, die einen Überblick über die Geschichte der Buchmalerei vermitteln.

Ein Buch aus der letztgenannten Kategorie ist „Mit Pinsel und Federkiel“. Es gliedert sich in drei Abschnitte: I. Buch und Bild im Mittelalter; hier geht es kurz einleitend um äußere Form und kulturelle Funktion, um Entstehungsumfeld und Auftraggeber sowie um Sammlungen und Bibliotheken. Im Abschnitt II „Aus Skriptorium und Werkstatt“ beschreiben die Autoren die ganz konkreten Schritte der Herstellung einer mittelalterlichen Handschrift. Schließlich folgt im umfangreichsten Abschnitt III „Buchkunst im Spiegel der Zeiten“ ein Abriss der Geschichte der Buchmalerei, angefangen von ihrem antiken Erbe bis zur Blüte des Spätmittelalters.

Sowohl Margit Krenn (Kunsthistorikerin und wiss. Mitarbeiterin an der Universitätsbibliothek Heidelberg) als auch Christoph Winterer (wiss. Mitarbeiter am Institut für christliche Philosophie der Universität Innsbruck) sind zweifellos ausgewiesene Experten. Ich bin mir nur nicht sicher, welche Leserschaft die Autoren dieses Buches im Auge hatten, als sie sich an die Aufgabe machten, die Geschichte der mittelalterlichen Buchmalerei aufzuzeichnen. In weiten Bereichen ist es ein guter Einstieg in eine hochinteressante Thematik, aber das gilt meines Erachtens nicht durchgehend.

Sehr gut gelungen ist das Kapitel II „Aus Skriptorium und Werkstatt“, das die eher praktische Seite der Buchherstellung und -malerei beschreibt.. Die Autoren schildern anschaulich, was Schreiber und Maler in den Klöstern, in denen normalerweise die mittelalterlichen Handschriften entweder für den eigenen Bedarf oder als Auftragsarbeiten hergestellt wurden, an Voraussetzungen für ihre mühevolle Arbeit brauchten: sie gehen auf die zur Verfügung stehenden Beschreibstoffe ein und stellen die für Schrift und Bild erforderlichen Werkzeuge, Tinten, Farben und Edelmetalle vor. Im Unterkapitel „Layout, Text und Buchschmuck“ geht es um wichtige Schrifttypen, die Initialkunst sowie Bildformen und Dekor.

Die Darstellung der Epochen mittelalterlicher Buchmalerei gliedert sich in 5 Kapitel: Karolingerzeit, Ottonische Buchkunst, romanische Buchkunst, gotische Buchmalerei, Spätmittelalter. Hier wird es – zumindest für Einsteiger – schwieriger. Die Beschreibungen sind recht kompakt, enthalten viele Querverweise, Bezüge auf andere Epochen, Schreiber, Skriptorien, politische Zusammenhänge, religiöse Aspekte. Es ist nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Leser/innen mit kunst- und/oder religionsgeschichtlichen Vorkenntnissen sowie Vertrautheit mit der Bibel – die mittelalterlichen Codizes beinhalteten lange Zeit ausschließlich religiöse Schriften mit der Bibel entlehnten Bildmotiven – sind hier jedenfalls klar im Vorteil und können aus dieser „Geschichte der mittelalterlichen Buchmalerei“ den größeren Nutzen ziehen.

Was das Buch auf jeden Fall attraktiv macht, sind die zahlreichen Bildbeispiele, die den Text illustrieren; sie ermöglichen das Nachvollziehen des Geschriebenen, laden zum Verweilen, zum Entdecken ein, zeigen die beeindruckende Schönheit der Buchmalerei(en). Um zu vermeiden, bei der notwendigen Auswahl wieder einmal altbekannte Objekte zu präsentieren, haben die Autoren mit der Handschriftenabteilung der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt kooperiert.

Mein Fazit: „Mit Pinsel und Federkiel“ ist ein schönes, ein interessantes Buch, das ausgewiesene Liebhaber der Buchmalerei zweifellos erfreuen wird. Für Einsteiger, die sich bislang nicht oder wenig mit Geschichte, Kunst- und/oder Religionsgeschichte befasst haben, dürfte die Darstellung der Epochen eine gewisse Herausforderung darstellen, aber sie kann gut als Ansporn für eine vertiefende, sich lohnende Beschäftigung mit der Thematik dienen.

Margit Krenn / Christoph Winterer
Mit Pinsel und Federkiel
Geschichte der mittelalterlichen Buchmalerei
Primus Verlag / Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2009, 160 Seiten

Joachim Elias Zender: Geliebte alte Bücher

Sammeln – Pflegen – Schätzen

Geliebte alte BücherManchmal nimmt eine Büchersammlung (wie andere Sammlungen auch) ganz unmerklich ihren Anfang: man wird gelegentlich auf dem Flohmarkt fündig, entdeckt bei Ebay hin und wieder ein interessantes Altertümchen und „schägt zu“, nutzt den Einkauf im Buchladen zu einem Abstecher ins angegliederte Antiquariat und stößt unvermittelt auf eine erschwingliche illustrierte Ausgabe mit Werken eines verehrten Autors … Und ehe man sich versieht, hat man eine kleine, aber feine Sammlung alter Bücher zusammengetragen. Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen (und vermutlich der Wunsch da), sich intensiver mit seinen Sammelobjekten zu befassen, fundiertes Grundwissen zu erwerben.

Andere kaufen von vornherein zielbewusst alte Bücher in der Absicht, ihr Geld anzulegen. Für diese Sorte Sammler, soweit sie auf eigene Faust vorgehen, ist mindestens solides Basiswissen unerlässlich. Fachwissen entsteht dann mit der Zeit durch ständige Auseinandersetzung mit der Materie.

Dann gibt es noch die Bücherliebhaber mit einem besonderen Interesse an der Geschichte des Buches.

Sie alle und diejenigen, die sich irgendwo dazwischen bewegen, finden in Zenders „Geliebte alte Bücher“ eine informative Einführung, einen nützlichen Ratgeber.

Der Autor beschreibt zunächst, worauf beim Kauf eines alten Buches geachtet werden sollte (Thema, Ausstattung, Erhaltungszustand, Einband u.a.) und was ein Buch wertvoll macht oder seinen Wert ggfs. mindert. Er zeigt mögliche Einkaufsquellen auf und demonstriert Schritt für Schritt, wie man die Angaben in einem Antiquariatskatalog zu lesen hat. Ein weiteres grundlegendes Kapitel ist dem Aufbau des Buches gewidmet. „Vorsatz“ und „Kopfschnitt“ etwa sind Begriffe, die Bücherfreunden wahrscheinlich geläufig sind; aber bei Bezeichnungen wie „Schutzkappe“, „Bodensignatur“, „Supralibros“, „Kolophon“ oder „Kustode“ wird es schon kniffliger.

Andere Kapitel befassen sich mit Papier, dem „Stoff, aus dem die Bücher sind“, der Kunst der Drucker, Buchillustration und Buchgeschichte. Schließlich geht es um den pfleglichen Umgang mit den alten Schätzen, um Gefahren, denen sie ausgesetzt sein können (mechanische, biologische und chemische Schäden, Schäden durch schlechtes Aufbewahrungsmaterial u. a.), zu vermeiden. Manches, was dort zu lesen ist, dürfte „Normalos“ unter den Büchersammlern doch etwas zu weit gehen, aber Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.

Alles in allem aber ist „Geliebte alte Bücher“ ein brauchbarer Einstieg in die wunderbare Welt alter Bücher. Die für den Sammler am Beginn seiner Sammeltätigkeit wesentlichen Punkte werden abgehandelt. Wer sich angeregt fühlt, tiefer in die Materie einzudringen, findet im ausführlichen Literaturverzeichnis am Ende des Buches nützliche Hinweise.

Dank seiner sorgfältigen Aufmachung (die allerdings ihren Preis hat) und zahlreichen schönen Abbildungen ist „Geliebte alte Bücher“ zudem ein Schmuckstück, das sich in jedem Bücherschrank gut macht.  Leider hat man dem Text nicht ganz so viel Aufmerksamkeit zukommen lassen wie dem Buchäußeren. Manche Passagen, in denen sich „auf kürzester Distanz“ zuvor gemachte Aussagen wiederholen,  erwecken den Eindruck, es habe dem Autor bei abschließender Durchsicht des Geschriebenen an Konzentration gefehlt. An der insgesamt positiven Bewertung des Buches ändert das aber nichts.

Joachim Elias Zender
Geliebte alte Bücher
Sammeln – Pflegen – Schätzen
Jan Thorbecke Verlag 2010, 136 Seiten, 34,90 EUR