Thomas Montasser: Ein ganz besonderes Jahr

Literatur? Die Interessen der Betriebswirtin Valerie sind ganz anders gelagert. Als sie die kleine Buchhandlung „Ringelnatz & Co.“, die ihre spurlos verschwundene Tante Charlotte hinterlassen hat, übernimmt, erkennt sie „Thomas Montasser: Ein ganz besonderes Jahr“ weiterlesen

Starkes Jahr für den Buchhandel vor Ort

BlogbildEine interessante und in meinen Augen erfreuliche Bilanz über die Entwicklung des Buchhandels 2013 habe ich auf der Internetpräsenz des Börsenblatts gefunden.

Dem Artikel zufolge steigerte der stationäre Buchhandel im vergangenen Jahr seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent und schnitt damit erstmals besser ab als der Publikumsmarkt insgesamt. Zeichnet sich damit eine allmähliche Abkehr vom Online-Buchhandel und eine Rückbesinnung auf den Wert der Buchhandlungen vor Ort ab? Die Zahlen des Branchen-Monitors Buch deuten darauf hin.

Unter www.boersenblatt.net können Interessierte die Bilanz mit weiteren aufschlussreichen Infos nachlesen.

Reinhard Wittmann: Geschichte des deutschen Buchhandels

Einen Überblick über 500 Jahre deutschen Buchhandel will dieses Buch liefern, und das ist – um das Fazit vorwegzunehmen –  gut gelungen. Der Autor Reinhard Wittmann ist ein ausgewiesener Experte: Leiter der Abteilung Literatur (Hörfunk) des Bayerischen Rundfunks, Honorarprofessor für Geschichte des Buchwesens und des literarischen Lebens an der Universität München und stellvertretender Vorsitzender der Historischen Kommission des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Diese Angaben zur Person finden sich in der mir vorliegenden durchgesehenen und erweiterten Auflage aus dem Jahr 1999 (die erste Auflage ist 1991 erschienen), und es ist möglich, dass sich inzwischen an der einen oder anderen Funktion etwas geändert hat, aber dass wir es hier mit einem anerkannten Fachmann zu tun haben, steht jedenfalls außer Frage.

Das Buch ist aus Vorlesungen des Autors an der Uni München hervorgegangen und auch für Nicht-Fachleute sehr gut lesbar. Es geht in diesem Werk nicht, wie man vermuten könnte, ausschließlich um den „vertreibenden Buchhandel“ und seine ständig neuen Herausforderungen und Probleme im Laufe der Jahrhunderte (so manche Klage kommt einem auch heute noch/wieder sehr bekannt vor) . Die „Geschichte des deutschen Buchhandels“ ist auch die Geschichte des deutschen Verlagswesens, die Geschichte der Entstehung des freien Schriftstellers und des Kampfs der Autoren um angemessene Bezahlung und Anerkennung ihrer Urheberrechte, eine Geschichte des Lesens und der Entwicklung des Buches vom hehren Geistesgut zum billigen Massenprodukt.

„Geballte“ Informationen also, in zwölf nach Zeitabschnitten geordneten ausführlichen Kapiteln zusammengefasst: Vom „Buchhandel vor Gutenberg und in der Frühdruckzeit“ bis zum „Buchhandel und Buchmarkt nach 1945“. Da ich mich erst kürzlich mit Gutenberg beschäftigt und anschließend das „Museum der Bücher“ gelesen habe, hat mich das erste Kapitel  besonders angesprochen; es war eine ideale Ergänzung zur passenden Zeit. Was ein wenig stört, ist Wittmanns Vorliebe für ausgedehnte statistische Zahlenspielereien. Da schwirrt einem schnell der Kopf, und merken kann man sich das Zahlengewirr ohnehin nicht.  Ein separater Statistik-Teil  zum Nachschlagen wäre da hilfreicher gewesen. Und – zweiter kleiner Einwand – manchmal sind die sehr langen Zitate doch etwas ermüdend.

Es bleibt aber dabei: Die „Geschichte des deutschen Buchhandels“ ist für alle buch- und kulturgeschichtlich Interessierten ein höchst lesenswertes Buch. Für diejenigen, die sich ein Leben ohne Bücher gar nicht (mehr) vorstellen können, ist es eigentlich ein „Muss“.

Reinhard Wittmann
Geschichte des deutschen Buchhandels
Verlag C. H. Beck (becksche reihe 1304), hier: erweiterte Auflage 1999, 496 Seiten

Freundschaft mit Büchern

Natürlich liebe ich Bücher. Eine besonderes Faible habe ich für Bücher über Bücher: über das Sammeln von Büchern, über die Geschichte des Buches, über Buchkunst. Ich fliege aber auch auf Romane und Erzählungen, in denen Bücher eine Rolle spielen. In diese Gruppe gehört „Mathilde und der Duft der Bücher“, der Roman von Anne Delaflotte, den ich hier vor ein paar Tagen vorgestellt habe.

Heute geht es um das Bändchen „Freundschaft mit Büchern“ von Helmut Bode. Es ist Anfang der 60er Jahre in der Bertelsmann Steckenpferd Bücherei erschienen und steht schon lange in meinem Bücherregal. Mein Herz hängt daran, und ich schaue immer noch gern mal hinein. Sicher ist ein wenig Nostalgie mit im Spiel.

„Freundschaft mit Büchern“ war für mich eine Art Einführung in das Buchwesen. Es behandelt Themenbereiche wie „Buchhandel gestern und heute“ (da ahnte noch niemand etwas von Amazon & Co.), „wichtige Informationsquellen“, „Literaturgruppen“, „Bausteine einer eigenen Bibliothek“, „Pflege der Bücher“, „Entstehung der Bücher in Geschichte und Gegenwart“. Angereichert ist das Buch mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen, die die frühen 60er Jahre wieder lebendig werden lassen.

Es macht einfach Spaß, durch dieses Bändchen aus der Steckenpferd Bücherei zu blättern. Und dann gerät man ganz schnell ins Schmökern (und Träumen).

Helmut Bode
Freundschaft mit Büchern
Bertelsmann Verlag 1962, 192 Seiten
nur noch antiquarisch erhältlich