Sammelstück des Monats [13]: Exlibris P. Voigt

Exlibris P. VoigtDas Sammelstück dieses Monats eröffnet uns den Blick in eine gemütlich ausgestattete „gute Stube“ mit Büchern auf dem Tisch und dem Wandregal. Möglicherweise hat die Eignerin Charlotte Wamroth so gelebt.

Exlibris in dieser Art gibt es ziemlich häufig. Dieses hier hat das Format 10 x 7,5 cm (ohne Rand).

Dass Charlotte Wamroth über eine eigene Bibliothek und ein persönliches Exlibris verfügte, lässt auf eine emanzipierte Frau und Leserin schließen.

Über den Künstler P. Voigt weiß ich leider kaum etwas. Das „P“ steht wahrscheinlich für Paul. Wenn der im Internet „gefundene“ der „richtige“ P. Voigt ist, lässt sich vage sagen, dass er  um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als Künstler tätig war. Möglicherweise ist er auch derjenige, der mal künstlerischer Leiter der Reichsdruckerei war.

Nebenbei: Interessant ist dieser Link, der zur Seite „The Book Heaven“ der Stanford University führt. Dort geht es um „Candidates for the best bookplate evah“. Unter den Favoriten, die ein gewisser James Lewis dort präsentiert, findet sich auch unser Sammelstück des Monats …

[Sammelstück des Monats Oktober 2015]

Elke Schutt-Kehm/Claus Wittal: Katzen-Exlibris

Nur wenige Tiere finden sich so häufig auf Exlibris wie die Katze. Kein Wunder, hat sie sich im Laufe der Jahrhunderte doch zu einem favorisierten Haustier „hochgearbeitet“.

Wer Katzen mag, der findet sie gern in seiner Umgebung wieder; wenn schon nicht als lebendiges Wesen, so doch wenigstens als „Abbild“ in allen möglichen Formen … Wie könnte es da verwundern, dass sich auch Bücherfreunde zur Kennzeichnung ihrer bibliophilen Schätze Exlibris mit Katzendarstellungen anfertigen lassen.

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Andreas & Angela Hopf: Eulen Ex Libris

Andreas & Angela Hopf sind anerkannte Exlibris-Experten. Das haben sie als Autoren diverser Bücher zum Thema bewiesen – darunter auch das Bändchen „Alte Exlibris“, das in der Reihe „Die bibliophilen Taschenbücher“ erschienen ist „Andreas & Angela Hopf: Eulen Ex Libris“ weiterlesen

Sammelstück des Monats [5]: Exlibris Maria La Roche

Heute stelle ich ein Bucheignerzeichen von Else und Julius Basch vor. Das Exlibris stammt aus dem Jahr 1911 und ist im Druck monogrammiert mit „MLR“ (= Maria La Roche).

Exlibris Maria La RocheDas Blatt hat das Format 10,6 x 7,6 cm. Der umlaufende Text lautet: „Geh aus mein Herz und suche Freud!“

Motive, die einen „Blick in die gute Stube“, ausgestattet mit Büchern, Kunstgegenständen, Blumen etc, ermöglichen, finden sich bei Exlibris ziemlich häufig.

Im Internet kann man im Personenlexikon des Kantons Basel-Landschaft ein paar Informationen über die Künstlerin finden.

Danach hat Maria La Roche von 1870 – 1952 gelebt und als Malerin und Grafikerin gearbeitet. Als Grafikerin schuf sie u.a. Plakate und Kleingrafik (also z. B. Exlibris).

[Sammelstück des Monats Februar 2015]

Sammelstück des Monats [1] – Exlibris Fery Antal

Die „1“ in der Überschrift mag verwundern, stelle ich doch schon seit einiger Zeit Sammelstücke aus meiner kleinen Reklamemarken- und Exlibrissammlung vor. Bisher erschienen sie aber nur in der Seitenleiste und verschwanden wieder, sobald ein neues Sammelstück präsentiert wurde.

Das soll sich jetzt ändern. Die gezeigten Exponate bleiben dadurch, dass sie ab sofort in einen „ordentlichen“ Beitrag eingebettet werden, dauerhaft aufrufbar.

Den Anfang macht ein Exlibris für Giuseppe Cauti.

Exlibris Fery Antal2

Das Bucheignerzeichen wurde von Fery Antal geschaffen. Oben links auf dem Blatt sieht man sein Signet. Die Zahl 78 ist aber wohl nicht das Entstehungsjahr.

Das Blatt ist eine s/w-Graphik (Holzschnitt)  im Maß 8×11,5 cm im Hochformat.

Über den ungarischen Künstler weiß ich nur, dass er von 1908 – 1993 lebte. Im Alter von 19 Jahren ging er nach Budapest, um dort an der Schule für angewandte Künste zu studieren. Im Laufe seines Künstlerlebens schuf er über 2000 Exlibris.

[Sammelstück des Monats Oktober 2014]

 

Anneliese Schmitt: Deutsche Exlibris

Auf eine schöne, interessante, ja lehrreiche Reise durch rund 500 Jahre Exlibris-Kunst nimmt uns Anneliese Schmitt in ihrem Buch „Deutsche Exlibris“ mit.

Das Buch gliedert sich in eine ausführliche, repräsentative Bildauswahl und einen redaktionellen Teil, der immer wieder auf die vorgestellten beispielhaften kleinen Deutsche ExlibrisDruckwerke Bezug nimmt. Doch erst einmal heißt es Ordnung in die Begriffsvielfalt rund um das Exlibris zu bringen.

Exlibris oder ex Libris? „Exlibris“, so lernen wir, ist die Substantivierung von ex libris (lat. „aus Büchern“). Während es Exlibris schon seit Ende des 15. Jahrhunderts gibt – die ältesten vorgestellten wurden um 1480 geschaffen -, hat sich der Begriff erst Anfang des vorigen Jahrhunderts durchgesetzt. Das erste Exlibris, wo der Begriff eindeutig substantivisch gebraucht wird, ist ein um 1900 entstandenes Blatt des Künstlers Willi Geiger.

Exlibris oder nicht Exlibris?

Exlibris sind lose Blätter, die den Eigentümer eines Buches bezeichnen und die auf den vorderen Innendeckel von Büchern eingeklebt werden. Mit dem Exlibris verbunden ist die Vorstellung von graphischem Bildschmuck. Der Text auf den Blättern ist in der Regel gedruckt, im 15. und 16. Jahrhundert auch handschriftlich eingefügt.

So die Definition von Anneliese Schmitt. Aber die Abgrenzung ist oftmals gar nicht so einfach, denn es gibt viele dem Exlibris verwandte Formen: den handschriftlichen Eintrag als die älteste Form der Kennzeichnung von Bucheigentum, Stempel, rein typographische Blätter, Signaturenschilder oder Supralibros (Außenexlibris), die aus der Einbandkunst erwachsen sind …
Einige Beispiele für Blätter, die keine „echten“ Exlibris sind, finden sich auch im Bildteil.

Das Exlibris ist eng mit der Geschichte des Buchdrucks, des Büchersammelns und der Druckgraphik verbunden. Seine Erfolgsgeschichte nahm in Deutschland ihren Anfang.

Die erste große Blütezeit der Buchillustration und Buchgestaltung fällt in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Durch sie angeregt und mitgetragen, erlebt die Entwicklung des Exlibris, das zu dem Zeitpunkt zu einer europäischen Erscheinung wird, ihre erste große Glanzzeit …

Das ist auch die Zeit, in der die namhaftesten Künstler der Epoche wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach oder Jost Amman sich dieser Kunstgattung widmeten.

Anneliese Schmitt schildert in ihrem Buch in konzentrierter Form und immer wieder auf die Beispiele im ersten Buchteil verweisend die weitere Entwicklung des Exlibris, die sich verändernden Sujets, die Nutzung sich neu ergebender unterschiedlicher Techniken der Druckgraphik, zeigt an Beispielen das Zusammenwirken von Exlibris-Auftraggebern und gestaltenden Künstlern auf.

Oft sind die sog. „Redenden Exlibris“ von besonderem Reiz. Hier versucht der Künstler, den Namen des Bucheigners bildlich umzusetzen. Ein Beispiel findet sich auf dem Buchumschlag. Es zeigt das für Johann Knabensberg, genannt Igler, um 1480 geschaffene Blatt – eines der ältesten Holzschnitt-Exlibris. Der Text auf dem Schriftband lautet: „hanns igler. Das dich ein igel küs“.

Bücher selbst als Sujets für die Gestaltung eines Exlibris spielen übrigens erst seit dem 18. Jahrhundert eine Rolle.

Während das ältere Exlibris uns vor allem die Buchbesitzer und -liebhaber näher bringt, hat sich in jüngerer Zeit eine weitere Gruppe entwickelt, die ihre Aufmerksamkeit auf das Exlibris richtet: es sind die Sammler, bei denen das Interesse an der Graphik dominiert. Anneliese Schmitt: „Das moderne Exlibris … hat seine eigentliche kulturhistorische Funktion nicht zu bewahren gewußt.“

Mein Fazit: Auf gerade einmal 40 Textseiten vermittelt uns die Autorin eine prägnante Darstellung der Geschichte des deutschen Exlibris. Sie hat ihr umfangreiches Wissen gut verständlich aufbereitet. Im Zusammenwirken mit dem ausführlichen Bildteil vermittelt die Publikation einen guten Überblick über die Entwicklung dieses reizvollen kleinen Kunstformats in Deutschland. Bücher- wie Exlibrissammler sind mit diesem noch zu DDR-Zeiten in Leipzig erschienenen Buch gut bedient.

Leider verraten uns die Verlagsverantwortlichen mit keinem Wort, wer die Buchautorin ist. Da ein großer Teil der Abbildungen aus der Exlibris-Sammlung der Deutschen Staatsbibliothek Berlin stammt, könnte man vermuten, dass Schmitt die dortige Sammlung betreut hat. Aber das ist reine Spekulation.

Anneliese Schmitt
Deutsche Exlibris
Koehler & Amelang, Leipzig 1986, 192 Seiten
nur noch antiquarisch erhältlich

Andreas & Angela Hopf: Alte Exlibris

Aus der in den 70er/80er Jahren bei Harenberg erschienenen Reihe „Die bibliophilen Taschenbücher“ hat DruckSchrift bereits das Alte Exlibrisschöne Museum der Bücher vorgestellt. Jetzt habe ich wieder einmal tief in die Bücherkiste gegriffen und das Bändchen „Alte Exlibris“ ans Tageslicht befördert.

Seit es gedruckte Bücher gibt, dokumentieren Buchliebhaber mit einem Exlibris ihren Besitz und verraten mit der Auswahl des Motivs auch gleich etwas über ihren persönlichen Geschmack, ihre individuellen Vorlieben. Andreas und Angela Hopf haben für diese Ausgabe rund 200 Bucheignerzeichen aus ihrer ca, 22000 Blätter umfassenden Sammlung ausgewählt.

Der besseren Übersichtlichkeit wegen haben sie die Präsentation thematisch gegliedert: Unter anderem werden frühe Exlibris gezeigt, Exlibris mit Bezug zu Namen oder Beruf des Besitzers, von berühmten Künstlern gestaltete kleine Kunstwerke, Exlibris mit Motiven aus Landschaft oder Tierwelt, Eros und Sexus, lesende Menschen etc. Etliche der vorgestellten Stücke spiegeln ganz unverblümt die Sorge der Eigner wider, dass ein verliehenes Buch möglicherweise auf Nimmerwiedersehen verschwindet:

Das Wort, Freund, darfst Du gern, doch nicht das Buch behalten

Jedem präsentierten Objekt wird jeweils eine Seite zugestanden; der Abbildung werden nur Name des Künstlers und des Eigners hinzugefügt.

Man darf von diesem Buch nicht zu viel erwarten. Es ist im besten Sinn des Wortes ein Bilderbuch, das interessantes Material zum Anschauen bereit hält. Mehr nicht. Nur das Nachwort der Herausgeber vermittelt einen minimalistischen Überblick über die Geschichte dieser kleinformatigen Gattung der Druckgraphik, über Exlibris gestaltende Künstler und Bucheignerzeichen als Sammelobjekte. Sich näher mit der Thematik zu befassen – dazu macht das Buch aber durchaus Lust.

Andreas & Angela Hopf
Alte Exlibris
Harenberg 1978, Reihe „Die bibliophilen Taschenbücher“ – Band 48