Sammelstück des Monats [12]: Reklamemarke Buchdruckerei Lehmann

Buchdruckerei LehmannMit dem „Sammelstück“ dieses Monats stelle ich die Lehmannschen Buchdruckerei / Graphische Kunstanstalt aus Dresden vor.

Die Reklamemarke ist Bild Nr. 9 einer Serie und „zeigt“ die Buchbinderei.

Informationen über das Unternehmen habe ich kaum. Mit Sicherheit lässt sich aber sagen, dass die Lehmannsche Buchdruckerei in den 20er – 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts tätig war. Auf einer Reklamemarke aus einer ganz anderen Serie habe ich gesehen, dass das Unternehmen auch als Verlagsbuchhandlung arbeitete.

[Sammelstück des Monats September 2015]

Shereen LaPlantz: Buchbinden

Traditionelle Techniken. Experimentelle Gestaltung

Bevor man sich dieses Buch kauft, sollte man sich Klarheit darüber verschaffen, was man eigentlich will. Und ob diese Publikation zu leisten vermag, was man sich von ihr erhofft. Der Titel könnte zu Fehleinschätzungen führen. Das wäre schade, denn dieses Buch ist ein schönes Buch. „Shereen LaPlantz: Buchbinden“ weiterlesen

Anne Delaflotte: Mathilde und der Duft der Bücher

Mathilde ist eine junge Frau, die ihre Karriere im Diplomatischen Dienst aufgegeben hat, um sich ganz ihrer Leidenschaft zu widmen: dem Buchbinderhandwerk, das schon ihr Großvater ausgeübt  und dessen Zauber sich auf die Enkelin übertragen hat. Mathilde hat ihre finanziellen Rücklagen in den Kauf eines Hauses in einer Ortschaft in der Dordogne gesteckt. Dort lebt sie nun und hat sich ein Laden-Atelier eingerichtet. Die Auftragslage ist nicht gerade berauschend, aber sie kämpft, denn sie liebt Bücher und sie liebt ihren Beruf.

Umschlagtext:

“… Da betritt dieser gutaussehende junge Mann ihre Werkstatt in dem kleinen Dorf in der Dordogne … Und er überreicht ihr dieses geheimnisvolle alte Buch mit Brandspuren. Es enthält Zeichnungen und Aquarelle einer Tempelanlage im Wald. Beim Restaurieren entdeckt Mathilde außerdem eine im Rücken verborgene, handgeschriebene Namensliste. Als sie den Spuren dieser Namen nachgeht, stößt sie auf ein Geheimnis aus der deutschen Besatzungszeit, das bis heute nachwirkt.”

Eine vielversprechende Geschichte, möchte man meinen. Aber die Story ist doch recht durchsichtig “gestrickt”. So manches, was für Mathilde erst einmal unerklärlich ist, ist für jemand, der aufmerksam liest, leicht durchschaubar. Ich finde das Buch auch nicht besonders gut geschrieben, aber vielleicht ist die laut Umschlagtext “französische Leichtigkeit”, mit der “Anne Delaflotte diese stimmungsvolle, sinnliche Geschichte über eine junge Frau und ihre Passion für die Welt der Bücher” erzählt, bei der Übersetzung ins Deutsche abhanden gekommen, denn die ist für meinen Geschmack nicht gut gelungen. Was auf Französisch charmant klingen mag, ist oft genug nur noch „platt“, wenn man es wörtlich ins Deutsche überträgt.

Für Bibliophile hat das Buch dennoch seinen Reiz. Denn die Autorin, selbst auch gelernte Buchbinderin, lässt uns eintauchen in die Welt des Buchbinderhandwerks. Wir sind bei den Restaurierungsarbeiten Mathildes quasi hautnah dabei und dürfen zuschauen und miterleben, wie aus heruntergekommenen oder beschädigten Werken wieder schöne Bücher werden, die man gern auch einmal in die Hände nehmen und liebevoll streicheln möchte. Und in deren Seiten man seine Nase stecken möchte, um den unwiderstehlichen Duft aufzunehmen, der von ihnen ausgeht.

Anne Delaflotte
Mathilde und der Duft der Bücher
Kindler Verlag 2011, 256 Seiten, 17,95 EUR