Die schönsten Bibliotheken der Welt

Fotos: Guillaume de Laubier
Text: Jacques Bosser

Mit den Superlativen ist das so eine Sache. Dass die in diesem Buch vorgestellten „schönsten Bibliotheken der Welt“ aber zu den absoluten Highlights zählen, dürfte außer Frage stehen. Das gilt sowohl für ihre Bestände als auch für die Gebäude „Die schönsten Bibliotheken der Welt“ weiterlesen

Alberto Manguel: Die Bibliothek bei Nacht

„Tagsüber locken mich die Konzentration und das Systematische; nachts kann ich mich mit einer schon beinahe unbekümmerten Leichtigkeit der Lektüre hingeben.“ (Alberto Manguel)

Auch wenn der Titel es auf den ersten Blick nicht erkennen lässt: „Die Bibliothek bei Nacht“ ist das Pendant zu Manguel’s „Eine Geschichte des Lesens“  „Alberto Manguel: Die Bibliothek bei Nacht“ weiterlesen

Geheimnisvolle Bibliotheken (Anthologie)

Bücher über Bibliotheken ziehen mich so magisch an wie Bibliotheken selbst. Und so kann es denn passieren, dass ich, fasziniert vom Titel und elektrisiert von einem Spannung und Schaudern verheißenden Cover, „versehentlich“ bei einem für mich und meine Lesegewohnheiten untypischen Verlag lande. Wie jetzt. „Geheimnisvolle Bibliotheken (Anthologie)“ weiterlesen

Gottfried Rost: Der Bibliothekar

Schatzkämmerer oder Futterknecht?

Die Spannbreite der Selbst- und/oder Fremdeinschätzungen könnte kaum breiter sein: der Bibliothekar ein Schatzkämmerer? Oder doch eher ein Futterknecht?

Wie sich das Bild des Bibliothekars in der eigenen wie in der Fremdwahrnehmung im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat, ist eins von mehreren Themen, die dieses Buch aufgreift. Und der unterhaltsamste Teil, wenn ich auch sagen muss, Der Bibliothekardass „Der Bibliothekar“ insgesamt recht launig  geschrieben ist.

Doch man kann „die Geschichte des Bibliothekars“, die Entwicklung des Berufsbilds von den Anfängen bis heute, nicht schildern, ohne zuvor die Buch- und Bibliotheksgeschichte skizziert zu haben. So bietet das Buch denn auch eine gut lesbare Zusammenfassung.

Den zweiten Schwerpunkt bildet dann die langsame Herausbildung eines anerkannten, verbindlichen Berufsbildes. Bis es so weit war, vergingen allerdings einige Jahrhunderte. Aus heutiger Sicht muss man oft schmunzeln, wenn man liest, wie früherere Bibliothekare ihre Arbeit angingen (oder auch nicht), wie ihre Aufgaben geregelt waren (oder auch nicht), welches Ansehen sie in der Öffentlichkeit genossen (oder auch nicht) …

Die Bibliothekare des Altertums waren meist Gelehrte oder Hofbeamte. Da die Bestände überschaubar waren und „niedere Arbeiten“ an Hilfskräfte delegiert werden konnten, waren die „antiken Kollegen“ (Gottfried Rost) in der Lage, ihre zwei oder gar noch mehr Berufe miteinander in Einklang zu bringen. Auch in späteren Jahrhunderten finden wir „Professoren-Bibliothekare“. Manche davon, so Rost, „haben sich ebenso ehrenvoll in die Geschichte ihres Faches wie in die Geschichte ihrer Bibliothek eingeschrieben, allen voran Leibniz.“  Doch hing  „eine nutzenstiftende Kombination bibliothekarischer und wissenschaftlicher Aktivität“ in hohem Maße von der persönlichen Arbeitsamkeit der Betoffenen ab.

Die Bibliothekare der Frühzeit kamen mit unterschiedlichen Motiven und Neigungen aus anderen Berufen und blieben diesen mehr oder weniger verhaftet.

Im Kapitel „Die bunte Schar“ bringt Rost viele Beispiele:

Zahlreiche Dichter und Schriftsteller sicherten sich mit der bescheidenen Entlohnung, die sie als Bibliothekare bekamen, ihre Existenz; in Deutschland standen zum Beispiel Friedrich Hölderlin, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Ludwig Bechstein zeitweilig im Bibliotheksdienst, in Frankreich Charles Nodier und Anatole France. Aber auch Komponisten wie Hector Berlioz verdingten sich als Bibliothekare.

Der Präfekt der Wiener Hofbibliothek Gerhard van Swieten war gleichzeitig Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia.

Da die allergnädigste Gesundheit Vorrang hatte, vertraten ihn in der Bibliothek ein Direktor, drei Kustoden, vier Skriptoren, drei Bibliotheksdiener und einige Hausknechte.

Der Magdeburger Arzt Karl Möller hingegen ließ seine Patienten warten und arbeitete von 1836 bis 1854 eifrig und täglich zwei Stunden als Sekretär der Universitätsbibliothek.

Für viele war der Bibliotheksposten nur eine Pfründe; Arbeit war nicht unbedingt ihr Ding. So bezog Johann Christoph Grabovius ’nur den Gehalt‘ von der Universitätsbibliothek Königsberg, stellte aber immerhin einen Ersatzmann. Anders Joseph David von Overkamp, der 1767 von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz – wegen der Verdienste des Vaters als Professor der Medizin – zum Universitätsbibliothekar in Heidelberg ernannt wurde. Von Overkamp trat einem Vertreter 100 von seinen 310 Gulden Gehalt ab, weil ‚das Einstellen und Abstauben der Bücher mit einem Besen einem Bibliothekar nicht könnte angesonnen werden‘ und verkaufte seine Stelle 1793 an Peter Wolf.

Und noch ein Beispiel:

Kardinal Angelo Maria Quirini behielt, als er 1730 apostolischer Bibliothekar wurde, seinen Bischofssitz in Brescia bei und kam jährlich nur einmal in die Vaticana nach Rom. Trotzdem lobte ihn Papst Clemens XII.: ‚ Der neue Bibliothekar tut in einem Monat mehr für die Bibliothek, auch wenn er abwesend ist, als sein Vorgänger in 20 Jahren.

Die Reihe der Zitate, z. B. mit Aussagen über den „Eifer“ den manche der frühen Bibliothekare bei Beschaffung und Katalogisierung der Bestände an den Tag legten, oder über Bücherdiebstahl etc., ließe sich noch lange fortsetzen. Mehrere Kapitel in diesem Buch erweisen sich als wahre Fundgrube. Aber weder in Rost’s Buch noch hier soll ja ein Berufsstand madig gemacht werden. Kommen wir also zu der weiteren Entwicklung hin zu dem Berufsbild, wie es sich bis heute herausgebildet hat.

Denn nach und nach wandelte sich die Berufsauffassung des Bibliothekars. Und auch die Erwartung ihrer Arbeitgeber nahm präzisere Formen an. Die ersten Vorlesungen zum Bibliothekswesen an einer deutschen Universität hielt Daniel Georg Morhof in der 1680er Jahren. Bayern legte 1864 erstmalig Bedingungen für eine Berufszulassung fest.  In Preußen wurden 1894 Bedingungen für den Bibliotheksdienst fixiert. Ab 1909 gab es dort staatliche Diplomprüfungen für den Dienst an Volksbüchereien und den mittleren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken. Der Autor schildert aber nicht nur die Entwicklung in Deutschland, sondern auch, wie es in anderen europäischen Ländern zu verbindlichen Regelungen über Zugang und Ausübung des Bibliothekarberufs kam.

Der Examensschein verlieh dem Beruf und seinen Repräsentanten nicht schlagartig Kontur. Er war Rezept, noch nicht die Arznei. Die Ausbildungsregelung setzte einen Orientierungspunkt und gab dem Bibliothekar die Gewißheit eines ‚anständigen Berufes‘.

Den Abschluss des Buches bildet ein „Alphabetophiler Exkurs in bibliothekarisches Gelände“, von Akzession bis Zimelie. Manches davon ist mittlerweile allerdings nicht mehr zeitgemäß – der Einzug der EDV in die Bibliotheken z. B. wird zwar noch berücksichtigt, aber die weitreichenden Folgen,  die z.B.  Internet und eReader (auch) für die Bibliotheken haben,  bleiben außen vor. Man muss berücksichtigen, dass das Buch 1990 erschienen ist – sozusagen auf den letzten DDR-Metern -, und zwar bei der Edition Leipzig.

Außer dass Gottfried Rost Bibliothekar ist (bzw. war), erfahren wir in der Veröffentlichung nichts über den Autor.  Aber auf Wikipedia bin ich fündig geworden: Dort heißt es u.a , dass Rost (im Jahr 2000 verstorben) seine berufliche Laufbahn mit der Anstellung als Aushilfskraft an der Deutschen Bücherei begonnen hat und von 1991 bis 1996 als ständiger Vertreter des Generaldirektors  der Deutschen Bibliothek die Deutsche Bücherei mit Sitz in Leipzig leitete.

Mein Fazit: Was mich ein wenig stört, ist, dass Rost zwar in einem Kapitel seines Buches schreibt: „Seit es Bücher gibt, stößt man sich an deren Inhalt, schützt Zensur das Meinungsmonopol der Herrschenden.“ Es folgen Beispiele für kirchliche wie staatliche Eingriffe. Kein Wort aber über die Repressionen, denen beispielsweise Schriftsteller und Bücherproduzenten in der DDR ausgesetzt waren. Aber eine kritische Auseinandersetzung damit kann man in einem Buch, das dort publiziert worden ist, wahrscheinlich nicht erwarten…

Davon abgesehen bleibt festzuhalten: „Der Bibliothekar“ ist ein mit vielen Abbildungen ausgestattetes, lesenswertes und manchmal ausgesprochen amüsantes Buch. Mit leichter Feder schildert der Autor die Entwicklung, die zum Bibliothekar, wie wir ihn heute kennen, geführt hat; und gerade weil er selber auch Bibliothekar ist/war, kann er es sich „erlauben“, vergnügt individual- und zeitbedingte Merkwürdigkeiten früher Angehöriger dieses Berufsstandes aufzuzeigen.

Gottfried Rost
Der Bibliothekar
Schatzkämmerer oder Futterknecht
Edition Leipzig (Reihe Historische Berufsbilder) 1990, 200 Seiten

Candida Höfer: Bibliotheken

Ganz schön schwergewichtig, diese Präsentation von 137 Bibliotheken und bibliotheks-verwandten Räumlichkeiten aus aller Welt.

Candida Höfer, 1944 in Eberswalde bei Berlin geboren, ist eine international anerkannte Fotografin. Sie war u. a. auf der documenta XI und als deutsche Vertreterin auf Bibliotheken Candida Höferder Biennale Venedig vertreten. Ihr Band „Bibliotheken“ ist 2005 erstmals erschienen, mittlerweile liegt er in der 5. Auflage vor.

Kein Zweifel, Bibliotheken sind für viele Bibliophile geradezu magische Orte. Sie werden nicht selten als Kathedralen des Wissens, Tempel der Weisheit, Oasen der Stille umschrieben. Sie üben eine Faszination aus, der sich Bücherliebhaber/innen kaum entziehen können. Ich selbst bilde da keine Ausnahme.

Dass ich das Buch bisher nicht gekauft hatte, hängt nicht zuletzt mit seinem Preis zusammen: 50 EUR für ein einziges Buch sind nicht von Pappe, zumal dann, wenn noch so viele Bücherwünsche offen sind … So war ich denn erfreut, „Bibliotheken“ in einem wenig zugänglichen Fach in meiner „alten“ Stadtbibliothek in Solingen entdeckt zu haben. Und nun?

Ich bin ganz froh, kein Geld ausgegeben zu haben. Keine Frage: die präsentierten 137 Bibliotheken sind hervorragend fotografiert, manche Aufnahme ist geradezu hinreissend. Aber auf 272 Seiten nur menschenfreie Bibliotheken, Kunsthallen, Vorlesungssäle, Institute zu finden – das ist selbst für hartgesottene Buch- und Bibliothekenfans doch etwas ermüdend.

Zu den fotografierten Einrichtungen gibt es – abgesehen vom Namen und der Angabe, wann das Foto entstanden ist und zu welcher Serie es gehört – keinerlei ergänzende Informationen. Wir erfahren nichts über die Entstehungsgeschichte der Büchersammlung, nichts über Besonderheiten, über Schwerpunkte, nichts über herausragende Schätze, die dort aufbewahrt werden. Nichts. Auch wenn „Bibliotheken“ in die Kategorie „Fotobände“ fällt: diesen Mangel an selbst minimalster Hintergrundinformation finde ich doch etwas bedauerlich. Daran ändert auch ein einleitender Essay von Umberto Eco nichts.

Zum Aufbau des Buches: Jeder Bibliothek/Einrichtung ist im allgemeinen eine Doppelseite vorbehalten (das erklärt Umfang und Gewicht des mit 31 x 25 cm recht großformatigen Buches); allerdings wird im aufgeschlagenen Buch meist nur die rechte Seite verwendet, die linke bleibt gewöhnlich frei. Fotografiert wurden u. a. die Bibliothèque nationale de France, der Escorial, die Pierpont Morgan Library in New York, die Villa Medici in Rom und die Weimarer Anna Amalia Bibliothek vor dem Brand. Im Anhang findet sich eine Übersicht über die Tafeln, ein Ortsverzeichnis, ein Überblick über die Ausstellungen der Fotografin und eine auf sie bezogene Bibliographie.

Mein Fazit: An der hervorragenden Qualität der Arbeiten von Candida Höfer gibt es nichts zu deuteln. Wer sich damit zufrieden gibt, eine lange Reihe schöner Fotos von Bibliotheken & Co. anzuschauen, wird an „Bibliotheken“ seine ungetrübte Freude haben. (Das Buch eignet sich auch gut als Geschenk.) Wer etwas mehr erwartet, wem die simple Aneinanderreihung von – auch noch so gelungenen – Fotografien über sehr viele Seiten hinweg etwas dürftig erscheint, sollte sich den Kauf gut überlegen (oder erst einmal vorsorglich in ein Bibliotheks-Exemplar schauen).

Candida Höfer
Bibliotheken
Verlag Schirmer Mosel, 272 Seiten, 5. Auflage 2009 (hier: Ausgabe 2005), 49,80 EUR

Haruki Murakami: Die unheimliche Bibliothek

Da sitze ich nun vor meinem leeren Bildschirm und denke an den bekannten Ausspruch: „Es ist schon alles gesagt worden. Aber noch nicht von allen.“

Die unheimliche Bibliothek Seit dem Erscheinen der Erzählung im vergangenen Jahr gibt es eine Vielzahl von Besprechungen. Auch zahlreiche Bloggerinnen und Blogger haben sich des Bändchens angenommen. Muss ich wirklich auch noch darüber schreiben?

„Die unheimliche Bibliothek“ ist die Geschichte eines Jungen, der sich nur ein Buch ausleihen möchte, aber in einem Verlies landet. In Jargs Blog gibt es eine schöne Zusammenfassung des Inhalts. Der Autor urteilt über die kurze (64 Seiten) Erzählung: „Die Geschichte fesselt ungemein, fühlt man sich doch in die bizarren Realitäten eines nächtlichen Alptraums versetzt, in dem Schönheit und Tod, heitere Momente und offensichtliche Grausamkeit nahe beieinanderzuliegen scheinen.“

Auch auf der Coffee Site finden sich lobende Worte („war begeistert“).

„Eine schöne und zugleich traurige Erzählung“ – so fasst Ann-Christin Helmke in ihrem Blog Literatur im Alltag ihre Eindrücke zusammen.

Ich beschränke mich auf diese positiven Stimmen und mache es mir einfach: ich schließe mich – alles in allem – an. Auch wenn meine erste Begegnung mit Haruki Murakami nicht die ganz große Begeisterung bei mir ausgelöst hat: „Die unheimliche Bibliothek“ ist eine atmosphärisch dichte, kunstvolle Erzählung, die durch die wunderbaren Illustrationen von Kat Menschik, einer in Berlin lebenden Künstlerin, ihre volle Wirkung entfalten kann.

Haruki Murakami
Die unheimliche Bibliothek
Illustrationen von Kat Menschik
DuMont Buchverlag 2013, 64 Seiten, 14,99 EUR

Die Bibliothek im Abbotsford House

Nachdem die Partei, der ich schon lange angehöre und in der ich auch viele Jahre hauptamtlich gearbeitet habe, mich an meinem nun schon nicht mehr ganz neuen Wohnort aus meinem politischen Dornröschen-Schlaf aufgeweckt hat, ist es stressig geworden. Der Kommunalwahlkampf in Nordrhein-Westfalen steht vor der Tür. Es galt, eine Bewerberin gegen die Interessen einer Alt-Herren-Riege als Kandidatin für das Bürgermeister-Amt durchzusetzen. Ehe ich mich versah, war ich Vorsitzende der örtlichen Frauen-Arbeitsgemeinschaft geworden. Eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag musste organisiert und moderiert werden. Begleitende Pressearbeit war erforderlich. Daneben das natürlich weiter laufende Engagement für die Gemeindebücherei … Da blieb erst einmal keine Zeit zum Bloggen und nur wenig Zeit zum Lesen.

Es sieht aus, als würde es jetzt ein wenig ruhiger. Bevor es hier auf DruckSchrift wieder seinen mehr oder weniger gewohnten Gang geht, spendiere ich mir zur Erholung und Euch (hoffentlich) zum Vergnügen einen Besuch via Ansichtskarte in der Bibliothek im Abbotsford House.

The Library, Abbotsford
The Library, Abbotsford

Das Abbotsford House befindet sich nahe der Stadt Melrose im englisch-schottischen „Grenzgebiet“. Ich muss die Karte vor Jahren von einer England/Schottland-Rundreise mitgebracht haben. Sie ist mir kürzlich eher zufällig wieder in die Hände geraten.

The Chained Library Grantham

Heute führt uns unser Bibliotheksbesuch per alter Ansichtskarte nach England, genauer gesagt nach Grantham, Lincolnshire. In der dortigen Francis Trigge Library finden wir die Bücher angekettet vor – eine schon im Mittelalter praktizierte Maßnahme, um wertvolle Handschriften vor Diebstahl zu schützen.

Chained Library Grantham 1

Chained Library Grantham 2

Nähere Informationen über die 1598 gegründete Bibliothek gibt es im englisch-sprachigen Wikipedia.

Und wenn man die Seite Atlas Obscura besucht, kann man ein paar eindrucksvolle Fotos betrachten (Pfeiltasten betätigen).

Damian Thompson: Wohnen mit Büchern

Weiterlesen oder nicht? Kaum habe ich es mir mit dem Buch im Sessel gemütlich Wohnen mit Bücherngemacht, muss ich registrieren, dass ich gar nicht zur Zielgruppe des Autors gehöre. Wie heißt es doch ganz freimütig in der Einleitung?

Dass wir gern Bücher horten, beschert uns das Problem von Aufbewahrung und Präsentation, ganz gleich, ob wir in einem modernen Loft, einem Haus aus der Gründerzeit oder einer Villa aus dem 18. Jahrhundert leben.

Gut – ich gehöre zu denen, die dazu neigen, Bücher zu horten, und ich weiß oft genug nicht, wohin damit. Aber was meine Wohnverhältnisse betrifft: Fehlanzeige. Ich wohne weder in einem Loft oder Haus aus der Gründerzeit oder in einer Villa, aus welchem Jahrhundert auch immer. Leider auch nicht vergleichbar luxuriös.

Des Autors Welt ist, so scheint’s, nicht meine Welt. Es wird, sollte er es je erfahren, Damian Thompson hoffentlich nicht allzu peinlich sein, dass ich mich trotz meiner bescheidenen 3-Zimmer-Wohnung zum Weiterlesen entschlossen habe …

Es gibt einen triftigen Grund dafür: Nach dem kürzlich erfolgten Umzug sind die Bücher in meinen Regalen noch reichlich unsortiert. Anregungen für eine sinnvolle (Neu-)Ordnung sind willkommen. Macht die grobe Trennung in Literatur und Sachbücher nach wie vor Sinn?  Ist es besser, die Regalhöhen so zu bemessen, dass sowohl große als auch kleine Bücher eingeordnet und somit die alphabetische Reihenfolge durchgängig eingehalten werden kann? Habe ich außer den Rowohlt Bildmonographien noch andere Reihen, deren Titel ich sinnvollerweise als jeweils ganze eigenständige Blöcke einordne? Wie wäre es, wenn ich einem der vorgestellten Beispiele folgte und die Bücher nach Farben einsortierte? Oder wenn aus den sich wie von selbst bildenden Bücherstapeln auf dem Boden wohlgeordnete, dekorative Stapel würden, die der Aufnahme in ein Buch wie „Wohnen mit Büchern“ würdig wären?

Patentlösungen habe ich in Thompsons Buch nicht entdeckt, aber die werden auch nicht versprochen. Gefunden habe ich aber die eine oder andere Anregung. In den nächsten Tagen wird es an’s Ausprobieren gehen.

Unabhängig vom möglichen Nutzwert für mich selbst geht es mir aber so wie vermutlich sehr vielen anderen Bücherliebhabern: Bücher, gut gemachte Fotos, die zeigen, wie andere Menschen mit Büchern leben, wie sie ihre Bücher untergebracht, ihre Bibliotheken eingerichtet haben, üben eine enorme Anziehungskraft auf mich aus. Da spielt es dann letztlich keine so wichtige Rolle, dass man vielleicht selbst eine bescheidenere Bleibe sein eigen nennt, als jedenfalls dieses Buch sie uns reihenweise vor Augen führt.

Thompson geht in seinem Buch systematisch vor und präsentiert jeweils eine Reihe von zumeist von Designern entwickelten Beispielen für die Unterbringung von Büchern in Wohnzimmern, Bibliotheken und Arbeitszimmern, Küchen und Esszimmern, Schlafzimmern und Bädern, Treppen und Fluren und in Kinderzimmern. Nicht alle, aber viele der vorgestellten Vorschläge und Problemlösungen haben mir gefallen.Texte und Fotos ergänzen sich gut.

Mein Fazit: ein Buch, in dem man gern blättert. Gut lesbar, schöne Fotos, mit je nach Wohnverhältnissen und Bankkonto unterschiedlichem Nutzwert.

Ach ja: Als ich mir den Anhang mit den Bezugsadressen und den Adressen der Porträtierten, deren Arbeiten in dem Buch vorgestellt wurden, angesehen habe, ist mir die Frage durch den Kopf gegangen, wie sich Bücher wie „Wohnen mit Büchern“ eigentlich finanzieren. Werden wohl all die Unternehmen und Designer, für die das Buch praktisch Werbung ist, an den Herstellungskosten beteiligt?

Damian Thompson
Wohnen mit Büchern
Gerstenberg Verlag 2012, 160 Seiten, 24,95 EUR

Bibliothek Universität Coimbra

Die heutige Bibliotheksbesichtigung per Ansichtskarte führt uns nach Portugal.  Unser Ziel ist die Biblioteca Joanina der Universität Coimbra.

Bibliothek Coimbra

Die Universität Coimbra ist die älteste Universität Portugals und eine der ältesten Europas. Sie wurde 1290 vom portugiesischen König  Dionysius (Dom Dinis) gegründet. Die Bibliothek stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Auf Wikipedia finden sich Informationen über die Universität.

Bei YouTube ist auch ein Video über die Bibliothek zu sehen; allerdings ist die Qualität sehr, sehr mäßig: