Bilderbögen und Bildergeschichten: Struwwelpeter und Consorten

Es ist mal wieder Zeit für eine Dosis Nostalgie. Und was könnte sich dafür besser eignen als Bilderbögen und Bildergeschichten aus vergangenen Zeiten? „Bilderbögen und Bildergeschichten: Struwwelpeter und Consorten“ weiterlesen

Bilderbogen aus Neuruppin

Es wird Zeit, dass ich mich nach langer Pause mal wieder meiner „alten Liebe“, den Bilderbogen, zuwende. Schließlich wusste man schon in der Bilderbogenfabrik von Gustav Kühn in Neuruppin zu reimen: „Bilderbogen aus Neuruppin“ weiterlesen

Durchgeblättert: „Geschichte der Plakate“ von Max Gallo

Buchvorstellung – in aller Kürze

Dieses „alte Schätzchen“ (erschienen 1975) ist ein „wahres Schätzchen“, eine Fundgrube für alle, die sich für Plakatkunst, die Entwicklung und Rolle der Plakate im Zeitraum von 1789 bis 1970 interessieren. „Durchgeblättert: „Geschichte der Plakate“ von Max Gallo“ weiterlesen

Luxuspapier, Buntpapier und Ephemera

Die Sammlung Helmut und Dr. Juliane Färber im Historischen Museum der Stadt Regensburg

Ich war schon versucht, die kleine Apotheken-Tüte wieder aus dem Altpapier herauszusuchen. Den Impuls verdankte ich dem Ehepaar Färber, über dessen Sammlung ich mich mithilfe des hier vorzustellenden Buches informieren wollte. „Luxuspapier, Buntpapier und Ephemera“ weiterlesen

Detlef Lorenz: Reklamekunst um 1900

Künstlerlexikon für Sammelbilder

Reklamesammelbilder waren um die Jahrhundertwende ungemein populär. Sie zielten vordergründig auf Kinder und Jugendliche, über diese aber auf die einkaufenden Erwachsenen. Kaufleute verteilten sie direkt an ihre Kundschaft „Detlef Lorenz: Reklamekunst um 1900“ weiterlesen

Ein Kapitel Kulturgeschichte: Bilderbogen aus Epinal

Im Jahr 1988 präsentierte das Gutenberg-Museum in Mainz den Liebhabern populärer Druckgrafik ein besonderes Highlight: in einer Sonderausstellung wurden Bilderbogen aus Epinal gezeigt.

Epinal, das ist eine Stadt in den Vogesen, die sich zwar nicht nur, aber doch in hohem Maße durch die Aktivitäten des Unternehmens Pellerin im 19. Jahrhundert zum Zentrum der französischen Bilder- und Bilderbogenproduktion entwickelt hatte. „Ein Kapitel Kulturgeschichte: Bilderbogen aus Epinal“ weiterlesen

Wenn die Mäuse die Katze jagen – und andere Merkwürdigkeiten

Verkehrte Welt in Bilderbögen aus Deutschland und Frankreich

Der Bilderbogen „Verkehrte Welt“ ist Teil einer Sammelmappe, die der (Ost-) Berliner Eulenspiegel Verlag zu DDR-Zeiten herausgebracht hat. Die Mappe enthält Reproduktionen von historischen „Acht bunte[n] Bilderbogen für gewitzte Stadt- und Landbewohner“. „Wenn die Mäuse die Katze jagen – und andere Merkwürdigkeiten“ weiterlesen

Garantirt Aecht: Das Reklamesammelbild als Spiegel der Zeit

Ein Buch von Erhard und Evamaria Ciolina

Dieses Buch über Reklamesammelbilder ist der perfekte Einstieg in eine Thematik, die breiter gefächert ist als man vielleicht zunächst denkt. Es geht um Alltagskultur, Zeitgeschichte, künstlerische Ausdrucksformen und natürlich um Werbung. Und man staunt beim Durchblättern dieses mit vielen Beispielen ausgestatteten Buches, denn Reklamesammelbild ist nicht gleich Reklamesammelbild. „Garantirt Aecht: Das Reklamesammelbild als Spiegel der Zeit“ weiterlesen

Nostalgischer Blick zurück: Guckkästen und Guckkastenbilder

  • Der Guckkasten. Einblick – Durchblick – Ausblick
  • Guckkastenbilder aus dem Augsburger Verlag Probst

Sie brachten die große weite Welt in die Dörfer und Städte. Massenmedien in heutigem Sinne gab es nicht. Viele Menschen waren des Lesens unkundig. Für die, die lesen „Nostalgischer Blick zurück: Guckkästen und Guckkastenbilder“ weiterlesen

Leonhard Dingwerth: Sammeln von Papier-Antiquitäten

Wer erinnert sich noch an die Oblaten (Glanzbilder), die in Stammbücher und später in Poesiealben geklebt wurden? Wer hat nicht schon einmal angefangen, Bierdeckel, Zündholzetiketten, Weinetiketten zu sammeln? Ältere Leserinnen und Leser von DruckSchrift hatten Sammeln Papier-Antiquitätenmöglicherweise auch schon einmal Notgeld-Scheine in der Hand. Oder Kaufmannsbilder, die Händler beim Kauf bestimmter Artikel als Zugabe mit einpackten?

Diese eher alltäglichen Dinge, die meist in großer Auflage produziert und vielfach achtlos weggeworfen oder in einer Kiste auf dem Dachboden landeten und dort vergessen wurden, werden heute gern gesammelt. Wer regelmäßig bei DruckSchrift vorbeischaut, weiß, dass ich zum Beispiel ein Faible für Reklamemarken habe, also Marken, die ursprünglich zum Verschließen von Briefen gedacht waren und sich wunderbar als kleine Werbeträger eigneten.

Leonhard Dingwerth, der Autor und Verleger des Heftes, das ich hier vorstellen möchte, ist selbst leidenschaftlicher Sammler. Sämtliche Abbildungen (und davon gibt es sehr viele) stammen aus seinem Archiv. Er weiß also, wovon er schreibt.

Das 32 Seiten umfassende Heft ist eine gute Einführung in die oben angesprochenen Sammelgebiete. Ein Appetitmacher. Mehr kann auf so wenig Raum nicht geleistet werden. Wer sich, jetzt vielleicht neugierig geworden, erst einmal einen Überblick über einige der Varianten von Papier-Antiquitäten verschaffen will, ist mit der Broschüre gut bedient.

Ach ja: Papier-Antiquitäten, insbesondere Sammelbilder und Reklamemarken, sind – natürlich – ein Spiegel ihrer Zeit. Wir haben es hier mit Werbeträgern aus, ganz grob gesagt, den ersten dreissig, vierzig Jahren des vorigen Jahrhunderts zu tun. Das muss man wissen, wenn man sich zum Beispiel vergegenwärtigt, welches Frauenbild darauf vermittelt wird. Da ich den Autor dieser Broschüre nicht näher kenne, versuche ich mich mal in einer positiven Interpretation: In seinen Hinweisen zum Aufbau einer Spezialsammlung von Reklame-Sammelbildern nimmt Dingwerth Unterteilungen in Sachgruppen vor. Unter „Bilder zur Belustigung und Erbauung“ findet sich unter Punkt 03: „Mädchen und Frauen, Tänzerinnen“. Schluck. Ich hoffe, Dingwerth gibt nur die Auffassung einer Zeit wieder, die wir mittlerweile hinter uns gelassen haben. Noch nicht alle. Aber viele.

Leonhard Dingwerth
Sammeln von Papier-Antiquitäten
Verlag LDD Exclusiv UG, Spenge 2014, 32 Seiten, 13,90 EUR

Norbert Langenbach: Weihnachtskrippen aus Papier

Ein Streifzug durch die Welt der Papierkrippen

Früher waren es „Arme-Leute-Krippen“, heute sind es echte und bei Sammlern gefragte „Schätzchen“. Seit ihrer Entstehung am Ende des 18. Jahrhunderts waren Papierkrippen eine beliebte Form der Weihnachtskrippenweihnachtlichen Dekoration. Und sie sind es wohl auch heute noch. Stöbert man im Internet, trifft man auf schöne Nachdrucke berühmter Vorlagen, etwa der Neuruppiner Krippenbögen oder der Original-Papierkrippe (1830/35) des Tirolers Josef Führich.

In diesem von Norbert Langenbach zusammengestellten Bändchen finden wir wunderschöne Exemplare unterschiedlichster „Bauart“ und Herkunft. Der Autor präsentiert Krippenbögen aus Papier, Papierkrippen auf Sperrholz, Klapp- oder Faltkrippen, Krippenbücher und Krippenfiguren aus Pappmaché. Die Exponate stammen aus Deutschland, verschiedenen Ländern Europas, eine Faltkrippe neuerer Zeit sogar von den Philippinen. Auffallend stark sind neben dem deutschen Neuruppin (das  d a s   Zentrum der Bilderbogenproduktion überhaupt war)  auch Tschechien und Tirol (Österreich)  bzw. Südtirol (Italien) vertreten.

Krippenbogen Neuruppin
Zu jeder vorgestellten Krippe (eine pro Seite) gibt es, soweit verfügbar, Basisinformationen (Herkunft, Alter, Künstler, Land). Und: längst nicht jede ist alt; wir stoßen immer wieder auf Beispiele, die zeigen, dass auch zeitgenössische Künstler sich der Schaffung und Gestaltung von Krippen aus Papier widmen.

Motivkrippe 1930

Das Bändchen lässt sich gut verschenken (nächstes Jahr Weihnachten vielleicht?). Es ist nicht nur für religiös angehauchte Menschen interessant, sondern für alle, die sich für Arbeiten aus Papier, Papierantiquitäten, die sog. Luxuspapiere (die trotz ihres pompösen Namens für den Alltagsgebrauch bestimmt waren) begeistern können.

Erschienen ist es im Husum Verlag, dessen Produktion stark auf volkskundliche Publikationen und Regionalia ausgerichtet ist. Hier kann man auch die Neuruppiner Bilderbogen zu unterschiedlichen Themen erwerben. Auch das schöne (aber wohl nur noch antiquarisch erhältliche) Buch „Schätze in Papier“, das DruckSchrift hier vorgestellt hat, ist im Husum Verlag erschienen.

Norbert Langenbach
Weihnachtskrippen aus Papier
Husum Verlag 2006, 83 Seiten, 12,95 EUR