„Seither schlief sie bei meiner Frau“ – Illustrierte Katzengeschichten

Um das Fazit vorwegzunehmen: Dieses Bändchen mag für Menschen geeignet sein, die ein kleines nettes Mitbringsel benötigen und wissen, dass ihre Gastgeber Katzen mögen. Auf Käufer dieser Kategorie zielt der Verlag vermutlich auch ab. Auch dass das Bändchen nicht das Insel-Bücherei-Standardformat hat, sondern im Kleinformat: 9,5 x 14,5 cm erschienen ist, stützt m.E. diese Annahme. Katzenliebhaber, die sich an Abenteuern der geliebten Samtpfoten erfreuen wollen, die „richtige“ Geschichten über Katzen, die auch im Zentrum des Geschehens stehen,  lesen möchten, kommen dagegen nicht auf ihre Kosten.

Dabei kündigt der Verlag in seiner Buchvorstellung doch vollmundig an, dass „Der Band die schönsten Katzengeschichten von Raymond Chandler bis Wislawa Szymborska“ versammelt.

Nichts gegen die vier – schönen – Gedichte von Heinrich Heine, Joachim Ringelnatz, Wislawa Szymborska (!) und Eva Demski. Aber das Buch verheißt Katzengeschichten.

Dem berühmten Aphorismus von Rainer Maria Rilke „Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe“ wird jeder Katzenliebhaber aus vollem Herzen zustimmen, und auch Marlen Haushofers Ansicht, „Ich glaube nicht, dass die Katze mich so nötig braucht wie ich sie“ wird kaum jemand widersprechen. Aber wie war das mit den Katzengeschichten?

Etliche der verbleibenden Texte sind nicht eigentlich Katzengeschichten, sondern Veröffentlichungen entnommen, in denen es halt auch Passagen gibt, die von Katzen handeln. „Echte“ Katzengeschichten, Geschichten, die diese Bezeichnung verdienen, finden sich eher wenige in dem Bändchen.

Nach meinem Eindruck haben wir es hier mit einer hastigen Zusammenstellung von ein paar Texten zu tun, die irgendwie um der Deutschen liebstes Haustier kreisen (sollen). Dabei klingt der Titel „Seither schlief sie bei meiner Frau“ (eine Zeile aus einer in Auszügen berücksichtigten Story von Takashi Hiraide) so verheißungsvoll …

Zum Glück enthält das Bändchen diverse anmutige, manchmal an Kinderzeichnungen erinnernde schwarz-weiß-Illustrationen der französisch-deutschen Künstlerin Isabel Pin.
 
 

Seither schlief sie bei meiner Frau
Katzengeschichten
Hg.: Matthias Reiner
Mit Illustrationen von Isabel Pin
Insel Bücherei Band 2514, 2017, 94 Seiten

Hans Fallada/Hans-Jürgen Gaudeck: Ich weiß ein Haus am Wasser

Texte von Hans Fallada
Aquarelle von Hans-Jürgen Gaudeck

Das „Haus am Wasser“ liegt idyllisch in Carwitz inmitten der Feldberger Seenplatte. Von 1933 bis 1944 war es der Lebensort Hans Falladas.  Die zwölf hier in Mecklenburg mit der Familie verbrachten Jahre gelten trotz unerfreulichen Endes als recht glückliche Zeit im Leben des schon durch viele Tiefen gegangenen, alkohol- und morphiumabhängigen Schriftstellers.

Fallada und seine Frau Anna (genannt Suse) liebten das anfangs stark renovierungsbedürftige Gebäude, in das sie viel Mühe, Arbeit, Liebe und auch Geld steckten, um es bewohnbar und die landwirtschaftlichen Einrichtungen wieder nutzbar zu machen. In „Bei uns zu Haus“ schrieb der Autor denn auch sehr zufrieden: „Hans Fallada/Hans-Jürgen Gaudeck: Ich weiß ein Haus am Wasser“ weiterlesen

Doris Lessings Katzenbuch

Illustrierte Ausgabe

Um es gleich zu sagen: das ist ein wunderbares Buch, das trotz seines Alters nichts an Schönheit und Frische verloren hat. Zunächst aus der Bücherei geholt, habe ich es inzwischen antiquarisch bestellt. Ich mag es nicht mehr missen.

Gewidmet hat Doris Lessing das Buch ihrer Tochter, „die ein Leben mit Katzen liebt“. Das gilt aber auch für die Mutter, sonst hätte sie dieses Buch nicht und nicht so schreiben können.  „Doris Lessings Katzenbuch“ weiterlesen

Ringelnatz: Für die Katz

Illustrierte Ausgabe

Es gibt viele schöne Katzenbücher. Ein geradezu hinreißend schönes aber ist „Ringelnatz für die Katz“.  Es enthält 5 Katzengedichte von Joachim Ringelnatz, die im Holzschnittverfahren von 5 verschiedenen Buchkünstlern „Ringelnatz: Für die Katz“ weiterlesen

Ein echter Gewinn: Wolfgang Borchert’s „Schischyphusch“

Mit Gewinnen hat mich das Schicksal bisher nicht gerade verwöhnt. Schon mal 3 Richtige im Lotto oder eine richtige Endziffer im Spiel 77 – das war’s dann auch schon. Seit Birgit vom Blog Sätze & Schätze als Glücksfee agiert, klappt es besser. „Ein echter Gewinn: Wolfgang Borchert’s „Schischyphusch““ weiterlesen

Erich Kästner und seine Illustratoren Walter Trier und Horst Lemke

Erich Kästner und Walter Trier: Till Eulenspiegel
Erich Kästner und Host Lemke: Don Quichotte

Diese beiden – ja, man kann wohl sagen – kleinen bibliophilen Kostbarkeiten habe ich kürzlich in unserer Gemeindebücherei entdeckt. Und mich bei der Gelegenheit auch gleich daran erinnert, dass ich Walter Trier hier in Druckschrift einmal etwas ausführlicher vorstellen wollte. Es gibt einige interessante Bücher, die sich mit dem Künstler und seinem Werk beschäftigen. „Erich Kästner und seine Illustratoren Walter Trier und Horst Lemke“ weiterlesen

Thomas Montasser: Ein ganz besonderes Jahr

Literatur? Die Interessen der Betriebswirtin Valerie sind ganz anders gelagert. Als sie die kleine Buchhandlung „Ringelnatz & Co.“, die ihre spurlos verschwundene Tante Charlotte hinterlassen hat, übernimmt, erkennt sie „Thomas Montasser: Ein ganz besonderes Jahr“ weiterlesen

Elke Heidenreich: 2 x Nero Corleone

Nero Corleone. Eine Katzengeschichte
Nero Corleone kehrt zurück. Es ist immer genug Liebe da.
Illustrationen: Quint Buchholz

Der schwarze Nero mit der weißen Pfote dürfte, zumindest in der deutschsprachigen Literatur, der bekannteste aller Kater sein. „Elke Heidenreich: 2 x Nero Corleone“ weiterlesen

Christopher Morley: Das Haus der vergessenen Bücher

„Das Haus der vergessenen Bücher“ – das klingt interessant. Dass der Schauplatz ein Antiquariat ist – das verspricht Atmosphäre, ja ein gewisses Kribbeln. Dass ein Buch verschwindet und ein Spionagefall „Christopher Morley: Das Haus der vergessenen Bücher“ weiterlesen

Elke Heidenreich / Michael Sowa: Nurejews Hund

Nurejews Hund oder Was Sehnsucht vermag

Nach Erika stelle ich heute eine weitere Veröffentlichung des Erfolgsduos Elke Heidenreich / Michael Sowa vor. Und wieder lautet das Urteil: „Wunderbar“. „Elke Heidenreich / Michael Sowa: Nurejews Hund“ weiterlesen