Worpswede: Leben in einer Künstlerkolonie – von Friederike Schmidt-Möbus

Mit der Lektüre eines alten Bändchens aus der Reihe der rororo Bildmonographien über Paula Modersohn-Becker, das jahrelang ungelesen im Bücherregal stand, und des Buches der Kunsthistorikerin Friederike Schmidt-Möbus, das ich heute kurz vorstellen will, habe ich meine Beschäftigung mit der Künstlerkolonie Worpswede fortgesetzt (s. auch hier).

Die Arbeit von Schmidt-Möbus ist eine lesenswerte Darstellung des künstlerischen Geschehens wie des privaten Mit-, später auch teilweise Gegeneinanders rund um die „Gründergeneration“ Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Hans am Ende, Fritz Overbeck, Carl Vinnen, Heinrich Vogeler und Paula Modersohn-Becker. Erfreulich ist, dass neben Modersohn-Becker und Clara Westhoff auch das Wirken anderer „Worpswederinnen“ (Hermine Rothe-Overbeck, Ottilie Reylaender, Marie Bock, Martha Vogeler) angemessen gewürdigt wird. Daneben widmet sich Friederike Schmidt-Möbus auch dem zeitweiligen Aufenthalt Rainer Maria Rilkes in Worpswede und – nach der Heirat mit Clara Westhoff – im Nachbardorf Westerhude.

Die Autorin konnte sich bei der Darstellung von Gemeinschaftsleben wie auch persönlicher und künstlerischer Entwicklung der Worpsweder Künstlerinnen und Künstler auf zum Teil bis dahin noch unveröffentlichte Tagebucheinträge und Briefwechsel stützen. So ist ein lebendiges und sehr persönliches Bild von Menschen entstanden, die sich nach gemeinsamen Anfängen und sich einstellenden Erfolgen schließlich aber künstlerisch wie menschlich auseinanderentwickelten.

Der Mittelteil des Buches enthält Bildmaterial, das Meilensteine aus dem Werk der Mitglieder der Künstlerkolonie zeigt.

Nur am Rande: Seit meiner Lektüre des Romans „Konzert ohne Dichter“ von Klaus Modick interessiert mich ja die Frage (s. hier), wie Rainer Maria Rilke und sein „Auftritt“ in Worpswede wirklich waren. Während Doris Hansmann auf die Rolle Rilkes kaum eingeht, zeigt sich Friederike Schmidt-Möbus alles in allem eher wohlwollend.

Friederike Schmidt-Möbus
Worpswede: Leben in einer Künstlerkolonie
Philipp Reclam Verlag 2012, 298 Seiten

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