Zeichnen und Skizzieren heute: Aufschlagen! Inspirieren lassen! Zeichnen!

  • Freehand: Aufschlagen! Inspirieren lassen! Zeichnen!
  • Pen and Ink: 100 Inspirationen zum Zeichnen und Skizzieren

Im ersten Moment war ich verblüfft, als ich die beiden oben genannten Bücher in der Buchhandlung nebeneinander entdeckte: 2 Verlage – 1 Idee? Thematisch eng verwandt, gleichen sie sich auch in Format (handliches Querformat), Aufmachung und abwischbarem Einband – praktisch, wenn an den Fingern Farbe hängen geblieben ist. „Freehand“ ist im Topp-Verlag (Frechverlag) erschienen, „“Pen and Ink“ wurde von der Edition Michael Fischer publiziert, zwei deutschen Verlagen also, die sich in ihrem Verlagsprogramm dem kreativen Gestalten verschrieben haben.

Bei genauerem Hinsehen wird aber klar, dass die Originalausgaben beider Bücher im Vereinigten Königreich von RotoVision herausgegeben wurden. TOPP und die EMF sind also nur Lizenznehmer für die jeweilige deutschsprachige Ausgabe.

Was kann man von den beiden Büchern erwarten? Beide wollen durch Beispiele inspirieren. Beide Autoren („Freehand“= Helen Birch; „Pen and Ink“ – James Hobbs) sind anerkannte Künstler, die sich aber renommierte Kolleginnen und Kollegen mit an Bord geholt haben. So ist sichergestellt, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Ideen,  Arbeitsstile und Herangehensweisen präsentiert werden kann. Die vorgestellten Arbeiten werden jeweils auf der linken Seite beschrieben, und Besonderheiten werden hervorgehoben, auf der rechten Seite wird das Werk abgebildet.

Beiden Büchern ist auch gemein, dass sie im Anhang ein Verzeichnis der vertretenen Künstlerinnen und Künstler enthalten – mit Angabe von deren Homepage, so dass man sich bei besonderem Interesse vertiefend informieren kann.

freehand Artikelbild

Beim Durchgehen von“Freehand“wird erkennbar, wie weit der Begriff Zeichnen heute gefasst wird, wie unkonventionell viele Künstlerinnen und Künstler arbeiten. Unterschiedlichste Werkzeuge kommen zum Einsatz. Es wird mit überlagerten Ebenen gearbeitet, Collagen werden geschaffen, etliche Werke wurden am Computer kreiert oder digital nachbearbeitet, auf detailgenaue konkrete Werke folgen Doodles oder Design …

penandink artikelbild

Bei „Pen and Ink“ wird schon durch den Titel deutlicher, wohin die (künstlerische) Reise geht: im Zentrum steht  das Zeichnen und Skizzieren mit Feder und Stift und Tinte. Die Skizzen sind nach den Kriterien „Linien und Striche“, „Farbabstufungen“, „Farben“, „Textur und Struktur“ „Monochromes Arbeiten“ und „Mixed Media“ geordnet. Auch hier ist die Bandbreite der Objekte und Stile sehr breit und beeindruckend..

Wie schon gesagt, versprechen beide Bücher Tipps und Inspiration anhand von jeweils rd. 100 Kunstwerken zeitgenössischer Künstler.  Diesem Anspruch werden sie meines Erachtens gerecht.Sie vermitteln auch ein Minimum an Grundlagenwissen, etwa über Federn und Stifte und Tinten (Hobbs)  oder Tonwerte, Papier, Papierformate , Farbtheorie (Birch). Es handelt sich aber nicht – das sollte man vor einem eventuellen Kauf beachten – um Lehrbücher oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Wer also wissen will, was Zeichenkunst heute ausmacht und für das eigene Schaffen auf der Suche nach (neuen) Ideen ist, kommt auf seine Kosten. Auch dem Nachzeichnen von Motiven steht nichts im Wege – Helen Birch fordert in „Freehand“ Zeichenwillige geradezu dazu auf.

Im Einbandtext von „Freehand“ heißt es, dieses „visuelle Handbuch“ helfe „allen Künstlern, ob Anfängern oder Fortgeschrittenen, ihren persönlichen Zeichenstil zu finden …“ Für „echte“ Anfänger scheint mir das Buch aber doch eine Nummer zu groß zu sein. Und das gilt auch für „Pen and Ink“. Man sollte schon ein gewisses Maß an Erfahrung mitbringen, wenn man mit den beiden Büchern (oder einem von den beiden) wirklich arbeiten will. Aber das bloße Anschauen der Kunstwerke macht in jedem Fall auch Spaß.

Die Künstler-Autoren:

Helen Birch ist eine Künstlerin und Zeichenlehrerin aus Großbritannien. Auf ihrem Blog Draw Draw Draw scheint leider im Moment Funkstille zu herrschen. Dagegen geht es bei Twitter munter zu.

James Hobbs ist ein Londoner Journalist und Künstler. Er ist Gründungsmitglied der Londoner Urban Sketcher. Mehr über ihn auf seiner Homepage james-hobbs.co.uk.

Trennstrich rot

 

Helen Birch
Freehand
Aufschlagen! Inspirieren lassen! Zeichnen!
TOPP/Frechverlag 2. Auflage 2015, 224 Seiten

James Hobbs
Pen and Ink
100 Inspirationen zum Zeichnen und Skizzieren
Edition Michael Fischer, 1. Auflage 2016, 208 Seiten

2 Kommentare zu „Zeichnen und Skizzieren heute: Aufschlagen! Inspirieren lassen! Zeichnen!

    1. Seit ich die Urban Sketchers entdeckt habe, ist mir James Hobbs ein Begriff. Wahrscheinlich stelle ich demnächst mal sein Buch „Sketch your World – Unterwegs mit dem Skizzenbuch“ vor. – Ein schönes WE und einen erfolgreichen Kunst-Salon!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s