Susanne Haun: Die Farbe in der Zeichnung

Wird aus dem Pechvogel ein Glückspilz? Meine Gewinnchancen bei Verlosungen haben sich in letzter Zeit jedenfalls deutlich verbessert. Es ist noch gar nicht lange her, dass ich bei Sätze & Schätze Wolfgang Borcherts Schischyphusch in einer von Birgit Schössöw wunderbar illustrierten Buchausgabe gewonnen habe. Und vor wenigen Tagen konnte ich im Blog von Susanne Haun lesen, dass ich eine der Gewinnerinnen ihres neuen Buches „Die Farbe in der Zeichnung“ bin. Und schon ist es da.

Haun DieFarbeinderZeichnung ArtikelbildViel Arbeit wartet auf mich. Schöne Arbeit allerdings. Obwohl ich noch nicht weiß, ob das Ergebnis meiner Arbeit ein schönes wird. Was das Zeichnen angeht, stecke ich erst in den Anfängen, und zu meinen Werkzeugen gehörten bisher nahezu ausschließlich Bleistift und Fineliner. Von wegen „Farbe in der Zeichnung“! Immerhin habe ich mir vor ein paar Tagen meine ersten beiden Pinselstifte gekauft, so dass ich jetzt schon mal ein wenig mit Aquarellfarbe kolorieren kann …

Hinter Susannes „Die Farbe in der Zeichnung“ war ich her, weil – siehe voriger Abschnitt – ein persönliches Interesse da war/ist, das Buch aber natürlich auch hervorragend zu „Stift und Schrift“ passt. Es ist so, wie ich es (auch) nach der Vorstellung ihrer Publikation Die Kunst der Radierung erwartet habe: Susanne macht kein Geheimnis aus ihrer Kunst, sie will ihr Wissen, ihre Erfahrung teilen und somit Interesse wecken, zum Selbermachen animieren. Das gelingt auch hier wieder ausgezeichnet.

Hauptanliegen von „Die Farbe in der Zeichnung“ ist es, an „vielen praktischen Beispielen die unterschiedliche Nutzung einiger wichtiger Zeichen- und Malmaterialien wie Tinte, Tusche, Aquarell, Buntstift, Marker, Pastell und Acryl“ aufzuzeigen, denn:

Alle zum farbigen Skizzieren und Zeichnen geeigneten Medien zeigen aufgrund ihrer materiellen Zusammensetzung unterschiedliche Erscheinungsbilder.

An konkreten Beispielen wie dem Zeichnen einer Rose, der farblichen Verfremdung eines Geiers oder dem roten Panzernashorn in Mixed Media wird Schritt für Schritt und versehen mit zahlreichen Illustrationen die Vorgehensweise dargestellt.

Man spürt die Praktikerin, die auch schon viele Kurse gestaltet hat und die weiß, wo die Schwierigkeiten liegen könnten. Die können schon damit beginnen, dass die Definition der Zeichengeräte für Tinten und Tuschen nicht einheitlich ist oder dass man die Auswirkungen, die unterschiedliche Papiersorten auf das zeichnerische Ergebnis haben, noch nicht richtig einschätzen kann. Gezeigt wird, wie man die vielen Zeichen und Symbole auf Tuben von Aquarellfarben richtig liest, wie man eigene Farbkartentafeln anlegt und vieles mehr.

Schon fast persönlich angesprochen fühlte ich mich durch diesen Satz zu Skizzenbüchern, der mich zum Schmunzeln gebracht hat:

Haben Sie Hemmungen, die erste Seite eines neuen Skizzenbuchs zu füllen, fangen Sie einfach mit der zweiten, dritten oder zehnten Seite an und nehmen sich erst dann Seite eins vor, wenn Sie eine gewisse Lockerheit im Strich erreicht haben.

Tja, die Angst vor dem leeren Blatt kennen nicht nur die Angehörigen der schreibenden Zunft …

Fazit: Susanne Haun ist wieder einmal ein schönes Anleitungsbuch mit vielen interessanten Anregungen und nützlichen Tipps gelungen. Dadurch, dass eine ganze Reihe von Zeichen- und Malmaterialien zum Einsatz kommt, wird sicher jeder, der das Buch in die Hand nimmt, den persönlichen Einstieg ganz nach Geschmack finden. Ein Minimum an zeichnerischer Erfahrung (hoffentlich reicht meine) sollte aber doch vorhanden sein.

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Susanne Haun
Die Farbe in der Zeichnung
Motive Schritt für Schritt skizzieren und kolorieren
Edition Michael Fischer 2016, 98 Seiten

7 Kommentare

    • Auch Dir herzlichen Glückwunsch. Unterschiedlicher könnten die Gewinnerinnen ja nicht ausfallen: Du als erfahrene Profi-Künstlerin auf der einen Seite, ich als beginnende Hobby-Zeichnerin auf der anderen Seite… Frohes Schaffen! Grüße nach Griechenland, Ingrid

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  1. Es freut mich, dass Du immer öfter Glück beim Gewinnen hast 🙂 Und wir kommen vielleicht auch einmal zu dem Glück, die Ergebnisse Deiner Arbeit mit Susannes Buch zu sehen. Wie schön Du das vorstellst! Obwohl ich auf dem Gebiet völlig unbegabt bin (aber zumindest kann ich Sehen & Betrachten, wenn auch nicht selber Malen), folge ich Susannes Blog aus eben diesen Gründen auch so gerne: Weil sie uns teilhaben lässt und einführt – eine tolle Künstlerin und eine gute Pädagogin!

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    • Na, mit dem Zeigen wird’s wohl noch – wenn überhaupt, denn ich bin wahrlich kein Naturtalent – ein längeres Weilchen dauern. Ich bin momentan schon zufrieden, wenn ich beim Betrachten meiner „Werke“ der Versuchung widerstehen kann, Seiten aus meinem Skizzenbuch herauszureißen 🙂
      Deinem Fazit zu Susanne Haun stimme ich voll und ganz zu.

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  2. Liebe Ingrid,
    herzlichen Dank für deine Buchbesprechung!
    Ich sitze hier lächelnd und freue mich, dass ich mit meinen bisher in der Zeichnung gemachten Erfahrungen inspirieren und anregen kann.
    Einen schönen Sonntag und viel Erfolg beim Zeichnen
    Susanne

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