Marie Marcks: Karikaturistin, Grafikerin, Buch-Illustratorin

Eine Buchvorstellung – in aller Kürze

Der heutige Beitrag ist so etwas wie eine Fortsetzung der Buchvorstellung anlässlich des Internationalen Frauentags (s. Votes for Women). Denn die Künstlerin, an die ich erinnern möchte, war eine engagierte Frauenrechtlerin, die sich vehement für die Gleichstellung von Männern und Frauen einsetzte. Aber sie war ohnehin eine ausgesprochen „politische Künstlerin“, der auch Themen wie Bürgerrechte, Umweltschutz u.a.m. sehr am Herzen lagen und für die sie unbeirrt, mutig und konsequent eintrat. Einer Organisation oder politischen Vereinigung mochte sie sich allerdings nicht anschließen: „Da hatte mich die Hitlerzeit zu sehr geprägt – ich wollte für nichts und niemanden ‚marschieren'“ (Marie Marcks in dem Interview, das sich in dem diesem Beitrag zugrunde liegenden Buch findet).

Anfang der 1960er Jahre begann Marie Marcks, Karikaturen zu veröffentlichen, nachdem sie zuvor vornehmlich Plakate entworfen hatte. Viele ihrer Zeichnungen und Karikaturen sind auch heute noch oder heute wieder brandaktuell. Man muss sich nur Arbeiten zum Thema „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“, „Arbeitsteilung in der Familie“, vor allem aber zum Wiederaufleben nationalistischen Gedankenguts und zum Thema Asyl anschauen.

Die ersten Arbeiten der Künstlerin erschienen in der Zeitschrift atomzeitalter von Claus Koch, bei der sie von 1963 bis 1966 als feste Karikaturistin arbeitete. Später veröffentlichte Marie Marcks u. a.im „Spiegel“, in der „Süddeutschen Zeitung“ und im „Vorwärts“. Auch in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen wurden ihre Arbeiten dem interessierten Publikum zugänglich gemacht.

Eine guten Überblick über das Schaffen der 1922 in Berlin geborenen und 2014 in Heidelberg gestorbenen Künstlerin vermittelt das in der schönen Reihe „Meister der komischen Kunst“ des Kunstmann-Verlags erschienene Bändchen, das ich heute empfehlen möchte. Es zeigt viele der Blätter, die Marie Marcks geschaffen hat und enthält, wie oben schon erwähnt, ein Interview mit der Künstlerin. Eine Einordnung in das Zeitgeschehen  nimmt der ebenfalls schon genannte Claus Koch vor.

Es gibt aber noch viele weitere Bücher, die Arbeiten von Marie Marcks zeigen; beispielhaft seien „Krümm Dich beizeiten“, „Ich hab meine Bezugsperson verloren“ und „Die Unfähigkeit zu mauern – gesammelte Behinderungen der Frau“ genannt.

Sehr gelungen, weil sowohl ansprechend gestaltet als auch informativ, ist die offizielle Marie Marcks Homepage.

Sich mit Marie Marcks und ihren Arbeiten zu beschäftigen, lohnt sich. Es macht Spaß und nachdenklich zugleich.

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Meister der Komischen Kunst: Marie Marcks
Herausgeber W.P. Fahrenberg
Verlag Antje Kunstmann, München 2011, 112 Seiten

2 Kommentare zu „Marie Marcks: Karikaturistin, Grafikerin, Buch-Illustratorin

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