Leidenschaft für Bücher: 13 Büchernärrinnen

Brigitte Ebersbach und Sascha Nicoletta Simon hätten mit Sicherheit nichts dagegen, würde man (auch) sie zu Büchernärrinnen erklären. Das von den beiden Frauen herausgegebene und Büchernärrinnenin ihrer Edition erschienene Buch „Büchernärrinnen“ zeugt von ihrer großen Liebe zu Büchern und zur Literatur. Somit reihen sie sich nahtlos in die Riege der Frauen ein, die in diesem Buch vorgestellt werden.

Langjährige Haus-Autorinnen des Verlags sind der Aufforderung der Herausgeberinnen gefolgt und haben Porträts ihrer „Lieblings-Büchernärrinnen“ verfasst. Wobei das Wort „Porträt“ vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen ist. Die recht kurzen Texte werfen eher ein Schlaglicht auf das, was dreizehn ebenso bemerkenswerte wie faszinierende Frauen „rund um’s Buch“ geleistet haben: als Buchhändlerinnen, Betreiberinnen von Privatpressen, als Autorinnen oder als Herausgeberin einer Literaturzeitschrift.

So begegnen wir hier Adrienne Monnier mit ihrer Buchhandlung „La Maison des Amis des Livres“ und Sylvia Beach mit „Shakespeare & Company“ (beide seinerzeit in Paris) sowie Madge Jenison, einer der beiden Mitgründerinnen der legendären New Yorker Buchhandlung „Sunwise Turn“.

Bücher! Mache ich zu viel Aufhebens von ihnen? Sie klopfen an die Tür der Zukunft.“ (Madge Jenison)

Ein Beitrag ist der absolut unkonventionellen Margaret Anderson gewidmet, die mit ihrer Zeitschrift „The Little Review“ Literaturgeschichte schrieb, ein jeweils anderer Nancy Cunard und Virginia Woolf, die sich kurzerhand Druckerpressen zulegten und erfolgreich als Verlegerinnen wirkten (Virginia Woolf zusammen mit ihrem Mann Leonard). Auch sind diverse Schriftstellerinnen vertreten, darunter Simone de Beauvoir und die chilenische Literaturnobelpreisträgerin Gabriela Mistral, von der ich bisher wenig wusste und deren Engagement für die Volksbildung mir sehr imponiert hat.

Bücher, schweigsame Bücher | auf den Schrankborden | lebendig in ihrer Stille | brennend in ihrer Ruhe.
(aus Gabriela Mistrals Gedichtband „Meine Bücher“)

„Büchernärrinnen“ ist ein sehr sorgfältig, ja liebevoll gemachtes Buch, das mit zahlreichen schwarz-weiß-Fotos ausgestattet ist. Die einzelnen Beiträge sind gut zu lesen. Allzuviel Tiefgang darf man bei der Kürze der Beiträge nicht erwarten. Man erfährt nicht unbedingt viel Neues, die Lektüre erinnert eher an eine Wiederbegegnung mit (meist) guten alten Bekannten. So, wie man sich im realen Leben freut, so auch hier. Sollte man sich nach dieser Wiederbegegnung animiert fühlen, sich (noch einmal) eingehender mit einer der präsentierten Büchernärrinnen zu befassen, empfiehlt sich ein Blick in das angefügte Quellen- und Literaturverzeichnis.

Kurz: „Büchernärrinnen“ ist ein schönes Buch, das sich in jeder Bibliothek gut macht. Und das sich hervorragend als Geschenk eignet. Vor allem natürlich für Büchernärrinnen.

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Büchernärrinnen
Herausgegeben von Brigitte Ebersbach & Sascha Nicoletta Simon
Ebersbach & Simon, Berlin 2015, 120 Seiten

 

2 Kommentare zu „Leidenschaft für Bücher: 13 Büchernärrinnen

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