Elke Heidenreich: 2 x Nero Corleone

Nero Corleone. Eine Katzengeschichte
Nero Corleone kehrt zurück. Es ist immer genug Liebe da.
Illustrationen: Quint Buchholz

Der schwarze Nero mit der weißen Pfote dürfte, zumindest in der deutschsprachigen Literatur, der bekannteste aller Kater sein.

Nero CorleoneNero ist ein toller Kerl. Kaum auf der Welt, zeigt er vor nichts und niemandem Respekt oder gar Angst. Auf dem italienischen Bauernhof, auf dem er aufwächst, nennen ihn Hund, Esel, Hühner und die Artgenossen bald anerkennend „Nero Corleone“: schwarzes Löwenherz. Er legt ein gewisses Machogehabe an den Tag, zeigt aber auch Familiensinn, wenn er sich aufmerksam um seine schielende Schwester Rosa kümmert.

Das kärgliche Leben auf dem Bauernhof wird komfortabler und die Nahrung wird reichhaltiger, als Isolde und ihr Mann Robert Urlaub in ihrem in der Nähe gelegenen Ferienhaus machen. Bald gehen Nero und in seinem Gefolge Rosa bei dem deutschen Ehepaar ein und aus. Schließlich treten Isolde und Robert die Heimfahrt nach Köln zusammen mit den beiden Katzen an.

Jahre später, nach Rosas Tod, nehmen die Deutschen Nero erstmals wieder mit in ihr Ferienhaus in Italien. Doch dann geschieht es: Auf dem alten Bauernhof hört er anerkennend von einem mutigen schwarzen Kater mit weißer Pfote reden, der vor langer Zeit nach Deutschland gegangen war. Und er verliebt sich in die schöne junge Grigiolina. Auch wenn ihm die Entscheidung schwer fällt: Nero beschließt, in Italien zu bleiben und versteckt sich vor der Abreise von Isolde, die vier Tage verzweifelt nach ihm ruft, im Heu.

Wer selber eine Katze hat, leidet mit. Nero Corleone kehrt zurück 2

Dass es aber doch noch ein Happy End gibt, verrät schon der Titel des – allerdings erst einige Jahre später erschienenen – Nachfolgebandes. Wie nicht anders zu erwarten, erfolgt Neros Rückkehr erst gegen Ende von Teil 2. Dabei bewältigt Elke Heidenreich die gewiss nicht leichte Aufgabe, das Interesse der Leserschaft bis zu dem Augenblick, auf den doch alle warten, wachzuhalten.

Isolde ist – vielleicht für immer – in das Haus in Italien zurückgekehrt.

Sie dachte daran, dass ihr bestimmt wieder eine Katze zulaufen würde, hier auf dem Land. Sie würde sie behalten, es war nicht nur schön, mit einer Katze zu leben, es war dringend notwendig.

Sie hat Nero nicht vergessen und die Hoffnung auf seine Rückkehr noch immer nicht aufgegeben. Manche Anzeichen führen sie in die Irre, andere lassen seine Nähe vermuten; in der Zwischenzeit machen wir Bekanntschaft mit der schüchternen Katze Elsa, die nach und nach bei Isolde heimisch wird. Und wir sind dabei, wie sich Beziehungsfragen klären: Damit das Glück auch perfekt ist, finden Isolde und Robert, die sich zwischenzeitlich getrennt und neue Partner hatten, wieder zueinander.

So ist die zweiteilige Geschichte über Nero, das schwarze Löwenherz, nicht nur eine berührende Katzengeschichte, sondern auch ein wenig eine Geschichte über die Liebe. Elke Heidenreich hat sie mit leichter Hand niedergeschrieben, mit Feingefühl, gepaart mit Witz und Ironie (wobei Nero 2 nicht ganz an das wunderbare Nero 1 herankommt). Wer selber eine Katze zu Hause hat, wird oftmals denken: „Typisch!“. Aber der Lesegenuss stellt sich auch ohne eigenen Stubentiger ein, dessen bin ich mir ganz sicher.

Elke Heidenreich hat das Glück, mit ausgezeichneten Illustratoren zusammenarbeiten zu können. Hier ist es Quint Buchholz, dem wir die schönen, zu Inhalt und Erzählweise passenden Bilder verdanken.

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Elke Heidenreich / Quint Buchholz:

Nero Corleone. Eine Katzengeschichte Carl Hanser Verlag 1995, 87 Seiten

Nero Corleone kehrt zurück: Es ist immer genug Liebe da Carl Hanser Verlag 2011, 80 Seiten

Zitat aus „Nero Corleone kehrt zurück“

7 Kommentare zu „Elke Heidenreich: 2 x Nero Corleone

  1. Ach, was war ich traurig, als Isolde ohne Nero nach Köln fahren musste! Da ist es schön zu hören, dass er immer noch auf dem Bauernhof herumstreunert und auch wieder den Kontakt zu Isolde sucht. Das Buch wird mir bestimmt beim nächsten Buchladenbesuch auf sanften Pfoten folgen und bei der richtigen Gelegenheit in den Einkaufskorb hüpfen.
    Viele Grüße, Claudia

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    1. Das Ende von Teil 1 hat mich auch sehr traurig gestimmt. Wir nehmen Kater DJ immer mit in die Bretagne, und gelegentlich stelle ich mir vor, dass er am Tag der Rückreise nicht da ist … Bis jetzt hat aber immer alles geklappt. Er ist ja auch kein „gebürtiger“ Bretone, sondern ein echter „Bergischer“ …
      Grüße, heute nochmals vom Ende der Welt (Finistère), Ingrid

      Gefällt 1 Person

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