Durchgeblättert: Schreibmöbel vom Mittelalter zur Moderne

SchreibmöbelDer Verlag Keyser (Keysersche Verlagsbuchhandlung) ist denjenigen, die sich für Kunst, Kunstgeschichte, Kunsthandel und Antiquitäten interessieren,sicher ein Begriff. Im Verlagsprogramm befinden (befanden?) sich u. a. auch viele Publikationen, die sich mit Möbeln und Möbeldesign befassen.

In diese Reihe gehört auch die Veröffentlichung über Schreibmöbel, die ich heute kurz vorstellen möchte.

Die Spanne reicht von Schreibbrettern des Mittelalters bis zum Round Office unserer Zeit. Begleitet von einer Fülle an Bildbeispielen erläutert uns Autor Gerhard Dietrich, der leider in dem Buch nicht weiter vorgestellt wird, die wichtigsten Typen und Formen unter den Schreibmöbeln.

Damenschreibtisch Paris um 1900 (© Keyser)
Damenschreibtisch Paris um 1900 (© Keyser)

Auf diese Weise können wir wunderschön gearbeitete Schreibschränke, Sekretäre und Schreibtische bestaunen und die Entwicklung des Schreibmöbels über die Jahrhunderte nachvollziehen.

Wir entdecken Möbel für die Arbeit der Mönche in den Skriptorien, Schreibtische fürstlicher Sammler in der Renaissance, die „Ahnen der modernen Schreibtische“ in der Zeit des Barocks. Im Jahrhundert des Absolutismus wird das Schreibmöbel dann zur Insignie der Macht. Die  Phase vom Empire zum Art nouveau ist gekennzeichnet durch den Aufbruch zu einer neuen Möbelkultur, und das Kapitel „Werkbund und Bauhaus, Art déco und Design“ beschreibt den Weg zum modernen Schreibmöbel. Ein ausführliches Glossar erklärt Fachbegriffe.

Es gibt viel Interessantes und Aufschlussreiches zu lesen in diesem Buch. Wer nicht so tief in die Thematik eindringen will, kann das Buch zum Durchblättern benutzen und wird viel Freude an dem Bildmaterial haben. Und wer weiß – vielleicht erwachen dann doch nachhaltigeres Interesse und der Wunsch, sich intensiver mit der Geschichte der Schreibmöbel zu befassen. Ein Literaturverzeichnis mit Anregungen zum Weiterlesen findet sich im Anhang des Buches.

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Gerhard Dietrich
Schreibmöbel
Vom Mittelalter zur Moderne
Keysersche Verlagsbuchhandlung, München 1986, 232 Seiten

7 Kommentare zu „Durchgeblättert: Schreibmöbel vom Mittelalter zur Moderne

  1. Das hört sich ja spannennd und sieht auch so aus. Und richtig putzig ist ja der Damenschreibtisch, den Du uns vorstellst. Da passt gerade mal ein Blatt Papier und ein Schreibgerät drauf. Wenn ich mir so meinen Schreibtisch angucke, der gar nicht breit – und vor allem auch: tief – genug sein kann, damit da nicht nur ein oder mehrere Blätter, sondern auch verstreut ringsherum zig Bücher, die ich unbedingt brauche, ihren Platz finden können… Super!
    Viele Grüße, Claudia

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      1. Vielleicht machen wie einmal eine Serie mit Fotos von Bloggerschreibtischen! So wie Petra mit den Leseplätzchen. Wäre ich schon ganz neugierig. Und die dann im Kontrast zu den mittelalterlichen Schreibplätzen…

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      2. Finde ich auch : ) Mein Schreibtisch zu Hause ist übrigens auch ziemlich mini, aber es gibt genug Platz fürs Laptop und ein paar Augenschmeichler.
        Das Buch ist mal wieder sehr verführerisch, liebe Ingrid! Lese übrigens gerade „Die Saga von den kostbaren Büchern“ – auch einer dieser wunderbaren Tipps von dir!

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      3. Das Schreibmöbel-Buch ist sicher keines, das man mehr oder weniger „am Stück“ liest, aber eines, das man sicher immer mal wieder gern in die Hand nimmt. – Viel Spaß mit den „Kostbaren Büchern“, auch wenn es um Dimensionen geht, die für uns unerreichbar sind. Aber wir haben ja auch unsere „kostbaren Bücher“, die uns viel bedeuten, auch wenn sie vielleicht nur 6,90 EUR gekostet haben 🙂

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