David Harris: Die Kunst des Schreibens

Eine Anleitung zur Kalligraphie

Mittlerweile kenne ich einige Bücher, deren Ziel es ist, in die Kunst der Kalligraphie einzuführen. Könnte ich einen Schönheitspreis vergeben, fiele die Wahl nicht schwer: „Die Kunst des Schreibens“ von David Harris.

Dieses Buch hier ist die 2014 erschienene Neuauflage einer früheren Veröffentlichung, die mir aber nicht bekannt ist. Somit kann ich auch nicht sagen, inwiefern es Unterschiede zwischen der Harris Kalligraphieaktuellen Publikation und der vorangegangenen Ausgabe gibt. Für die Beurteilung ist das aber auch egal. Wer das Buch erwerben möchte, sollte nur zur Sicherheit darauf achten, die zumindest äußerlich umgestaltete Ausgabe aus dem letzten Jahr (s. Abbildung) zu bekommen.

„Die Kunst des Schreibens“ zeichnet sich durch seine verführerische Ausstattung mit vielen wunderschönen Farbabbildungen aus. Bevor es für Lernwillige richtig ernst wird, zeigt Harris mit einer über vier Seiten gehenden Darstellung die Entwicklung der abendländischen Schrift auf; die über eine Doppelseite gehende Zeittafel fasst die Entwicklung in einer grafischen Darstellung zusammen.

Nach einer eher knappen Beschreibung des benötigten Handwerkszeugs geht es dann an die Arbeit, doch zuvor noch wird die jeweils ausgewählte Schrift anhand historischer Beispiele und mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Das heißt: auch wenn gar nicht die Absicht besteht, sich selbst in der Kunst des schönen Schreibens zu üben, haben Liebhaber der Schrift(en) ein schönes Buch zur Hand, das Durchzublättern eine reine Freude ist.

Nach der Vorstellung der jeweiligen Schrift kommt immer der praktische Teil mit Darstellung der typischen Buchstaben und Angaben zur Strichführung. Insgesamt stehen 26 historische Schriften zur Auswahl, angefangen bei der Capitalis Rustica über die Karolingische Minuskel bis zur gotischen Fraktur, der Humanistischen Kursive oder der Englischen Schreibschrift.

Hilfreich für das schnelle Nachschauen ist die doppelseitige Übersicht, in der man sämtliche Buchstaben zu allen vorgestellten Schriften findet. Ein Glossar und eine Bibliographie schließen das Buch ab.

Die Kalligraphie-Schule von David Harris ist also nicht nur schön, sondern bietet eine Menge für ihr Geld.Trotzdem: „Echten“ Anfängern in Sachen Kalligraphie würde ich empfehlen, erst einmal mit Andreas Lux‘ „Neue Wege zur Kalligraphie“  (Vorstellung in DruckSchrift hier) zu beginnen; das ist eine systematischere, den Bedürfnissen von Neulingen, die bei Null beginnen, gerechter werdende Einführung in die handwerklichen Grundlagen. Lux konzentriert sich zudem auf die Vermittlung einer einzigen Schrift, nämlich der Humanistischen Kursive. Das scheint mir für den Anfang besser zu sein. Danach aber ist die Zeit reif für „Die Kunst des Schreibens“.

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David Harris
Die Kunst des Schreibens
Eine Anleitung zur Kalligraphie
coventgarden/Dorling Kinderley 2014, 128 Seiten, 8,95 EUR

2 Kommentare zu „David Harris: Die Kunst des Schreibens

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