Shakespeare für Anfänger

Das Jahr 2014 ist Shakespeare-Jahr: 1564, also vor 450 Jahren, in Stratford-upon-Avon geboren, wurde Shakespeare zu einem Dichter, den Viele für den bedeutendsten Dramatiker aller Zeiten halten.

Im Blog Sätze & Schätze ist dem berühmten Engländer, der nicht nur geschrieben hat, sondern auch erfolgreicher Theater-Schauspieler und vor allem -Unternehmer war, unter All about Shakespeare eine eigene Rubrik eingeräumt worden. Dort werden Buchbesprechungen, Zitate über Shakespeare und alles andere, was der Autorin im Jubiläumsjahr interessant erscheint, veröffentlicht. Ein tolles Vorhaben.

Ich habe mich derweil auch ein wenig umgeschaut und mein Augenmerk auf Publikationen gerichtet, die für den „Einstieg in Shakespeare“ hilfreich sein könnten.

Shakespeare für DummiesIch weiß, dass die ganze „Dummie“-Reihe, die Themen unterschiedlichster Art präsentiert, ein wenig umstritten ist. Wahrscheinlich kommen die Kritiker aus der Gruppe der ganz Schlauen, die sowieso alles wissen …? Ist aber auch egal. Ich komme nach der Lektüre von „Shakespeare für Dummies“ jedenfalls zu dem Schluss, dass Einsteiger damit gut bedient sind.

In der für die Reihe typischen lockeren Schreibweise erfährt man eine Menge über Leben und Schaffen des berühmten Mannes und die historischen, kulturellen und religiösen Rahmenbedingungen, unter denen sein Werk entstanden ist. Für die, die die Originale den Übersetzungen vorziehen, gibt es Hilfestellungen, wie man Shakespeare auf Englisch lesen sollte; zudem werden heute nicht mehr gebräuchliche, von Shakespeare aber gern verwendete englische Ausdrücke erläutert. Natürlich geht es auch um die unzähligen Adaptionen von Stücken aus der Feder Shakespeares. Oder war es gar nicht Shakespeare, der „Shakespeare“ geschrieben hat? Auch diese Frage, über die – vor allem im ausgehenden 18. und im 19. Jahrhundert, also lange nach Shakespeares Tod – schon viele schlaue Köpfe heiße Diskussionen geführt haben, wird erörtert. Hilfreich für die, die sich vor Beginn der Lektüre oder vor einem Theaterbesuch einen ersten kurzen Überblick über das Stück verschaffen wollen, sind die einem eigenen Kapitel vorbehaltenen kurzen Zusammenfassungen von Shakespeares Komödien, Historien und Tragödien.

Näher angeschaut habe ich mir auch „Shakespeare. Ein Sachcomic„. Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob dieses Buch für Einsteiger gedacht ist. Möglicherweise war mein – Shakespeare Sachcomicunbewusster – Schluss „Comic = einfach = Einstieg“ etwas voreilig. Zwar sind insbesondere die Kapitel, in denen es um Shakespeares Leben und seinen Aufstieg zu einem erfolgreichen Unternehmer geht, durchaus einsteigergerecht. Andere Kapitel dagegen, in denen der Streit um Person, Aussehen und Werk Shakespeares thematisiert wird, in denen es auf engstem Raum um Einordnungen und/oder Vereinnahmungen geht (Stichworte, beispielhaft: Neuer Historizismus, Kultureller Materialismus, Postkoloniale Kritik), in denen es zudem von bekannten und unbekannten Namen nur so wimmelt, verwirren (Einsteiger) sicher eher als dass sie Orientierung bieten.

Ein Zitat mag ich mir nicht verkneifen. Ein Kapitel trägt die Überschrift „Shelley und Byron diskutieren über Hamlet“. Dort heißt es am Schluss: „Shelley besteht darauf, Byron seinen Kommentar vorzulesen und dieser schnarcht langsam weg.“ Ja, auch diesen Sachcomic zu lesen, war zeitweilig recht ermüdend. Hinzu kommt, dass mich die von Piero beigesteuerten Zeichnungen nicht angesprochen haben. (Die Einbandgestaltung stammt nicht von ihm.)

Mein Fazit: Mit „Shakespeare für Dummies“ wird der „Einstieg in Shakespeare“ sicher gelingen; „Shakespeare. Ein Sachcomic“ aber ist für Anfänger eher weniger geeignet.

John Doyle/ Ray Lischner
Shakespeare für Dummies
Wiley-VCH Verlag,2. Auflage 2005, 352 Seiten, 10 EUR

Nick Groom & Piero
Shakespeare. Ein Sachcomic
Tibiapress 2011, 176 Seiten, 10 EUR

10 Kommentare zu „Shakespeare für Anfänger

      1. Na ja, Dummie ist doch eine Art Idiot, nur etwas abgeschwächt gesagt. Trotzdem immer noch beleidigend. Also wozu herum heucheln, sag gleich Idiot. 😉
        Ich finde sogar, ein Dummie ist dann selber dran Schult, dass er dumm ist. Ein Idiot hat gerade das Pech ein Idiot zu sein, muss aber nicht dumm sein. 🙂
        Eben wie in dem Buch der Idiot, der Mann ist nicht dumm, aber eben etwas begriffsstutzig.

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  1. Liebe Birgit, vielen Dank für die nette Reaktion. Dass Du Dein, wie Du schreibst, „sehr ehrgeiziges Vorhaben“ in die Tat umsetzen wirst, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Du bist ja schon gut auf dem Weg! 🙂

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  2. Liebe Ingrid, herzlichen Dank für Deinen amüsanten wie kenntnisreichen Beitrag. Und die Erwähnung meines etwas sehr ehrgeizigen Vorhabens…:-) Ich werde Deine Beitrag gleich unter den Shake-Links on the top setzen 🙂

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