Neue Aufgabe in 2014: Bloggen für die Bücherei Marienheide

Sie wäre Ende 2013 aus finanziellen Gründen geschlossen worden. Das Aus der Gemeindebücherei Marienheide war beschlossene Sache, doch hatte der Gemeinderat eine Hintertür in seinen Schließungsbeschluss eingebaut: Würde sich eine ausreichende Anzahl  Ehrenamtlicher finden, die den Weiterbetrieb übernähme, könnte die Bücherei weiterhin geöffnet bleiben.

Es haben sich genügend engagierte Marienheider gefunden. Darunter – würde ich sonst darüber schreiben ? – ich. Ich gehöre dem dreiköpfigen Leitungsgremium an, das zusammen mit weiteren Ehrenamtlern künftig „den Laden schmeißen“ wird. Ein Job, auf den ich mich freue, zumal ich zwei Aufgaben übernommen habe, die ganz nach meinem Geschmack sind: ich werde die geplanten Vorlesungen für Kindergarten- und Grundschulkinder bestreiten und Bücherei Marienheidekann so an meine Vorlesetätigkeit in der Kinderbücherei der Stadtbibliothek Solingen anknüpfen. Und: ich werde für das neue Blog der Bücherei zuständig sein. Noch ist es etwas blutleer, aber die eigentliche Arbeit geht ja jetzt auch erst los. Sicher werde ich die netten Kontakte nutzen, die sich durch DruckSchrift zu vielen anderen Bücher- bzw. Literaturblogs entwickelt haben, um fleissig zu Buchbesprechungen zu verlinken, wenn ich zum Beispiel Neuerwerbungen der Bücherei vorstelle. Ich hoffe sehr, dass das in Eurem Sinne ist… Bis bald!

30 Kommentare

  1. Eine weitere geschlossene Bücherei ist wohl kaum ein aufrüttelndes Zeichen für die verantwortlichen Politiker. Eine Bücherei, die unter ehrenamtlicher Leitung weiter eifrig von den Bürgern genutzt wird, kann hoffentlich zeigen, wie unendlich wichtig öffentliche Büchereien für uns alle sind und die Gemeinde dazu bringen, sich wieder zu engagieren, wie es ihre Aufgabe wäre. (Ja, ich bin Optimist, immer noch.)
    In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Gute und viel Erfolg für Deine neue Aufgabe. Toll, dass Du und Ihr alle das macht!

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    • Ich glaube, ich muss die – ehrenamtlich tätigen – Mitglieder der Stadt- und Gemeinderäte etwas in Schutz nehmen. Die Etats der Gemeinden sind durch gesetzlich auferlegte Pflichtaufgaben weitgehend gebunden, und unter dem finanziellen Kürzungszwang, unter dem viele Gemeinden stehen, bleibt nur, den Rotstift bei den sog. Freiwilligen Aufgaben anzusetzen. Dazu gehört leider der Betrieb von Büchereien… Aber ich hoffe natürlich schon, dass wir hier mit unserem ehrenamtlichen Engagement ein Zeichen setzen können. Jedenfalls vielen Dank für die guten Wünsche.

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      • Die Menschen müssen über das Versagen des Staates wütend werden und das werden sie nicht, wenn Ehrenämter dieses Versagen kaschieren.

        Mein Stadtteil hat durch Ehrenämter sogar massive Nachteile:
        Weil die evangelische und katholische Gemeinde zu sehr alternativen Zeiten zusammen vielleicht 2000-3000 Bücher anbieten, meint unsere Bürgermeister, wir müssten nicht an die Stadtbibliothek (über 70.000 Medien) angeschlossen werden, wir wären ja versorgt. Der nächste Stadtteil ist 10 km weg, also kommen ältere Menschen und Kinder gar nicht mehr an die Bücher.

        Wahlkampfthema ist es nicht, denn die anderen Stadtteile sind zufrieden und versorgt. Wenn ihr jetzt damit anfangt, werden die Politiker sich auf dem Status Quo ausruhen und gar nichts mehr machen.

        Und das in einer Stadt, die letztes Jahr 35 Millionen Euro Überschuss hatte!

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      • Es gibt sicher Ausnahmen, aber im allgemeinen sind die finanziellen Spielräume der Kommunalpolitiker minimal, zumal sie sich auf die sog. Freiwilligen Aufgaben (und damit Ausgaben) beschränken. Ich war selbst viele Jahre ehrenamtlich (!) wie hauptberuflich auf der kommunalen Ebene politisch tätig und kenne keinen Kommunalpolitiker, der ohne Not und leichten Herzens Schließungsbeschlüsse fasst. Mit der in den letzten Jahren so beliebt gewordenen Politikerbeschimpfung wird man der alles andere als vergnügungssteuer-pflichtigen Arbeit der (ehrenamtlich !) in den Gemeinderäten arbeitenden Menschen nicht gerecht.

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  2. Hallo Ingrid,
    ich möchte ja keineswegs Wasser in den Wein giessen und auch das gut gemeinte Engagement für eine von der Schliessung bedrohte bzw. vor der Schliessung stehende Bibliothek nicht an sich herabsetzen. Aber als Profi in dem Bereich habe ich Probleme damit, wenn hauptamtliche Arbeit ersetzt wird durch – mit Verlaub – unbezahlte Arbeit von Nichtfachleuten. Ich hoffe, Euch und Dir ist bewußt, dass das eigentlich keine Dauerlösung sein kann, sondern auf lange Sicht eine zeitgemäße Bibliothek auch von gut ausgebildeten Fachleuten geführt werden muss und sollte … und es auch daran zu arbeiten gilt.
    Herzlich grüsst
    Jarg

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    • Das ist das Nächste: Fachleute werden arbeitslos gemacht, egal ob durch das Ehrenamt oder 1-Euro-Jobs, die sie dann ausüben müssen.

      Sicherlich eine kurzfristige gute Lösung, aber langfristig eher schlecht.
      Erst, wenn die Leute wütend werden, wenn nichts mehr funktioniert, wird die Gemeinde in die Gänge kommen. Solange andere es der Gemeinde abnehmen, können die sich ganz bequem zurücklehnen und an der Veränderung des Status Quo besteht gar kein Interesse.

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      • Ja, das ist leider die Grosse Gefahr dabei, der man sich unbedingt bewusst sein. Zum Glück gibt es auch Beispiele, bei denen es aus dem Ehrenamt als Auffangloesung wieder zurück zur Hauptamtlichkeit ging …

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    • Hallo Jarg,
      wir nehmen niemandem etwas weg und machen auch keine Fachleute arbeitslos. Die Stelle der Bibliothekarin war so und so weg; dass sich Ehrenamtliche finden würden, die den Weiterbetrieb der Bücherei übernehmen, war keineswegs sicher. Wir versuchen jetzt lediglich mit unserem Engagement einen Teil des kulturellen Angebots unserer kleinen Gemeinde aufrecht zu erhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür müssen wir uns kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Ideallösungen sehen sicher anders aus, Wünschen hilft im Moment (und vermutlich auf längere Sicht) aber nicht.
      Herzliche Grüße und ein gutes Jahr 2014! Ingrid

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      • Hallo Ingrid,

        wie gesagt: ich möchte das gut gemeinte Engagement von Euch und die Motivation dazu („kulturelles Angebot unserer kleinen Gemeinde“ etc.) keineswegs kleinreden und kann verstehen, dass man als Bibliotheksgeher – entsetzt über eine drohende Schliessung – zu solchen Lösungen zu greifen versucht ist.

        Leider aber strahlen solche Beispiele duchaus aus: Politik auch in großen Städten ist gerne bereit, solche Lösungen zum Vorbild zu nehmen und Bibliotheken in die unbezahlte Arbeit zu überführen. Dass dabei nachweislich sämtliche qualitativen und quantitavien Meßzahlen für solche Bibliotheken mittelfristig in den Keller gehen, interessiert in den wenigsten Fällen. Hauptsache, es wurde Geld gespart – und am Ende läuft es gerne in Richtung einer abgewickelten Bibliothek, wie es massenhaft auf http://www.bib-info.de/verband/projekte/portal-bibliotheksleben-bibliothekssterben/bibliothekssterben.html dokumentiert ist.
        Als Profi stösst mir so etwas immer sehr bitter auf – zumal niemand auf die Idee kommt, die Tiefabbauabteilung einer Stadtverwaltung ins „Ehrenamt“ zu überführen (obwohl ich gerne mal ehrenamtlich einen Bagger führen würde). Aber bei Bibliothek geht sowas ja …

        Nun ja, mir als Profi, der sich ehrenamtlich in Gewerkschaft und Berufsverband engagiert, mag man vielleicht eigengeleitete Interessen vorwerfen, wenn ich kritisch auf so etwas schaue 😉 … und mir daher diese spitzen Randbemerkungen zu Deinem ja erkennbar von hoher Motivation getragenen Artikel verzeihen.

        Letztlich hoffe ich dennoch dass Eurer örtlichen Politik auf Dauer klar wird, dass Euer Engagement zwar per se als Sicherung des Standortes zu schätzen ist, es für eine professionelle Bibliothek aber doch auf Dauer mehr Bedarf …

        Nicht nur in diesem Sinne, sondern darüber hinaus wünsche ich Dir jedoch ebenfalls ein gutes, gesundes und an schönen Erfahrungen reiches neues Jahr!
        Herzlich grüsst
        Jarg

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      • Hallo Jarg, ich glaube, wir sind politisch gar nicht so weit auseinander (ich bin ebenso wie Du gewerkschaftlich organisiert – vermutlich die selbe Gewerkschaft wie „Deine“ – und war nach mehrjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit lange Zeit hauptamtliche Geschäftsführerin einer politischen Partei). Ich fahre aber wohl eher einen pragmatischen Ansatz. Wenn „Deine“ Linie sich durchgesetzt hätte, hätte Marienheide heute keine Gemeindebücherei mehr. „Meine“ Linie ermöglicht den Weiterbetrieb. Ob die Lösung tragfähig ist, muss sich in den nächsten Monaten zeigen. Ganz sicher bin ich mir aber, dass eine einmal geschlossene (und blitzschnell veraltete) Bücherei nicht wieder geöffnet würde; eine von Ehrenamtlern weitergeführte hat zumindest die (möglicherweise geringe) Chance, unter verbesserten finanziellen Vorzeichen später wieder voll von der Gemeinde übernommen zu werden… Schau’n wir mal. Grüße, Ingrid

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      • Hallo Ingrid,

        ganz sicher: einmal geschlossen wäre sie vermutlich nie wieder aufgemacht worden. Unter den von Dir genannten Voraussetzungen, die die Hoffnung auf eine später wieder etablierte Hauptamtlichkeit implizieren, kann ich Dein Engagement jetzt sehr viel besser einordnen: da ihr durchaus auch das (ferne) Ziel der Rückkehr zu Fachpersonal im Blick habt, kann Euer Engament natürlich durchaus dazu beitragen, die Politik auf Dauer wieder zu überzeugen, dass eine hauptamtliche Bibliothek zur Grundversorgung gehört. Das würde ich Euch wünschen.

        Ob die „harte“ oder die „weiche“ Linie jeweils richtig sind, ist sicher nicht einfach einzuschätzen. Ich kenne Bibliotheken, deren Zweigstellen seit Jahren „ehrenamtlich“ vor sich hindümpeln ohne Hoffnung auf Besserung (das Gegenteil gibt es aber auch inklusive Rückkehr des Hauptamtes) und andere, bei denen eine harte Linie aller Beteiligten (Gewerkschaft, Verbände, Bürgerinitative) die Schliessung verhindert hat.

        Bei aller Kritik seitens eines Hauptamtlichen: ich hoffe jedenfalls für die Bibliothek und Euer Engagement das Beste. Und Bibliotheken aller Orten seien viele wache Bürger und Politiker gewünscht, die die Wichtigkeit solcher Einrichtungen erkennen und fördern. Zum Glück gibt es das – bei allem Elend nicht weniger deutscher Bibliothek – durchaus oft und gar nicht so selten.

        Herzlich grüsst
        Jarg

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  3. Ich halte gar nichts von den Ehrenämtern. Und zwar aus einem Grund: Sie verdecken das Versagen des Staates und ermöglichen es ihm, sich aus der Verantwortung zu stehlen.

    Was anderes ist es noch in Kirchen, wir haben hier z.B. eine katholische und eine evangelische Bibilothek.

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    • Ehrenamtler, die ihre Aufgabe ja freiwillig übernehmen, sind nicht nur Gebende, sondern auch Nehmende. Ich sehe in der Ausübung eines Ehrenamtes etwas für mich wie für andere Bereicherndes. Damit dürfte ich mich im Einklang mit den meisten derer, die sich zum Wohl der Gemeinschaft engagieren, befinden.

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    • Danke für die guten Wünsche. Ich bin selbst auch gespannt, was es zu berichten geben wird. Die Marienheider Konstruktion – eine Gemeindebücherei, die von Ehrenamtlichen geführt wird – scheint mir ein Novum im Bibliothekswesen zu sein. – Ein gutes neues Jahr 2014 und bis bald! Ingrid

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  4. Liebe Ingrid

    Das ist eine tolle Sache, dass sich Leute gefunden haben, um die Bibliothek nicht schliessen zu müssen. Ich wünsche dir jetzt schon viel Freude bei deiner neuen Aufgabe! Das Jahr könnte wohl nicht besser beginnen.

    Einen guten Rutsch wünscht dir
    buechermaniac

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    • Bleibt nur zu hoffen, dass der Elan der Ehrenamtler andauert, damit wir nächstes Jahr um diese Zeit eine positive Bilanz ziehen können und das Thema Büchereischließung dann endgültig vom Tisch ist. Aber jetzt heißt es erst einmal anzufangen. Ich gehe optimistisch und, wie meine Mitkämpfer/innen, voller Tatendrang in das neue Jahr. – Auch Dir einen guten Rutsch und auf baldiges Wiederlesen! Ingrid

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    • Die Vorbereitungsphase ist abgeschlossen, jetzt steht der Ernstfall bevor. Ich glaube, wir haben ein gutes Team zusammen, das sich auf die gemeinsame Arbeit freut. – Auch Dir ein gutes Jahr 2014!

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  5. Toll! Toll! Toll! Auf meiner Facebook-Seite habe ich gestern geschrieben, dass es eine schöne Initiative wäre, Buchhändler-Patenschaften zu übernehmen…und jetzt lese ich das. Ich finde das sagenhaft und wünsche Dir viel Erfolg und Euch allen viel Glück!

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    • Danke für die guten Wünsche. Schau’n wir mal, wie es laufen wird. Viel Arbeit ist jedenfalls vorprogrammiert, viel Freude aber wohl auch. Ich sehe den nächsten Wochen optimistisch und erwartungsvoll entgegen… Herzliche Grüße und einen knochenbruch-freien Rutsch ins nächste Jahr, Ingrid

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