Das ist schon für Weihnachten

Wie alle Bibliophilen könnte ich Bücher kaufen ohne Ende. Ein nicht ganz preiswerter Spaß, wie Menschen mit ähnlichen Interessen wissen. Deshalb setze ich mir zu Beginn eines Monats ein Limit. Und kaufe, wenn möglich, gut Büchererhaltene, gebrauchte Bücher. Aber auch Kleinvieh macht  bekanntlich Mist, und ehe ich mich versehe, bin ich der roten Linie schon bedenklich nahe.

Das wäre nicht schlimm, machten mich nicht die Buchempfehlungen im Feuilleton-Teil meiner Zeitung neugierig; stieße ich nicht in Blogs auf Rezensionen schöner und wichtiger Bücher; könnte ich es mir verkneifen,  meine Lieblingsbuchhandlung zu betreten, um nur ein wenig zu stöbern …

Und dann ist er plötzlich da: der ganz dringende Bücherwunsch, der keinen Aufschub duldet. Ein ganz bestimmtes Buch will sofort – Limit hin, Etat her – gekauft werden. Wenn ich dann an der Kasse stehe oder die Online-Überweisung tätige, sage ich mir: „Das ist schon für Weihnachten“. Oder: „Das schenke ich mir selbst zum Geburtstag“. Ich meine das ganz ernst. Wenn dann aber der Anlass naht, ist die Erinnerung an die bereits vor längerer Zeit gekauften „Geschenke“ natürlich längst verblasst. Die Bücher stehen im Regal, als wären sie schon immer da gewesen. In der Zwischenzeit aber sind viele neue Wünsche entstanden, ganz dringende sogar.  Und Weihnachten oder Geburtstag ohne Buchgeschenk – das geht einfach nicht …

15 Kommentare zu „Das ist schon für Weihnachten

  1. Geteiltes Leid ist halbes Leid: Da ja alle Büchlersammler diese manischen Züge haben, bin ich immer über mein eigenes Verhalten wieder beruhigt, wenn ich solche schönen Beiträge wie den Deinen lesen – Du hast mich damit wieder entlastet, danke 🙂 !

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  2. Hach, ist das schön, von euch zu lesen. Es ist aber nicht nur das Geld, sondern auch der Platz, der irgendwann eng wird. Und die Zeit, die manchmal fehlt. Ich versuche mich mal wieder damit zu überlisten, dass ich sage, ab Januar …. Hat schon mal einige Monate funktioniert. Wir werden sehen. Liebe Grüße und einen nie versiegenden Büchervorrat auch im neuen Jahr. Anna

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    1. Ja, genau! Bücher kaufen macht Spaß. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man seine neu erworbenen Schätze nach Hause trägt oder die ersehnte Büchersendung ankommt. Auch wenn man sich mal wieder mit Weihnachten herausreden muss …

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  3. Das habe ich inzwischen ganz gut im Griff, problematisch ist es nur, wenn mich ein Thema so interessiert, dass ich meine, alles dazu lesen zu müssen.
    Dummerweise ist das jetzt wohl wieder der Fall.

    Ansonsten: Ich habe mir auch mal Bücherlisten gemacht, was ich unbedingt alles kaufen wollte. Stoße ich ein paar Jahre später darauf, habe ich vielleicht 1-2 Bücher gekauft und den Rest nie vermisst.

    Da wird einem auch viel eingeredet, was lesenswert ist. Zeitungen nehme ich da nie ernst, wenn die etwas gut finden, kann ich davon ausgehen, dass ich es nicht mag. Wenn ich bei Blogs 1,2mal aufgelaufen bin, fliegt das Blog raus und es kommt ohnehin nur selten vor, dass ein vorgestelltes Buch mich anspricht.

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    1. Ich kaufe sehr stark themenorientiert (Bücher über Bücher), bin aber auch offen für Empfehlungen in Literatur-Blogs (einige hervorragende habe ich abonniert) oder in Zeitungen wie Die Zeit oder die Süddeutsche. Unsere Herangehensweise scheint sehr unterschiedlich zu sein, aber jeder muss seinen eigenen Weg finden und dann auch gehen.

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  4. Liebe Ingrid,
    wie gut kenne ich dieses spezielle schlechte Gewissen.
    Ganz schlimm ist jetzt, das ich jeden Buchkauf damit begründen kann, dass ich es für mein Studium benötige. Das haben meine Kosten für Bücher nochmals in die Höhe schnellen lassen!
    Liebe Grüße und einen guten Rutsch sendet dir Susanne

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    1. Wenn Du Deine Buchkäufe mit Deinem Studium begründen kannst, brauchst Du ja gar kein Weihnachten mehr als Vorwand… Weihnachten ist so selten, Studium praktisch immer. Keine leichte Herausforderung für Dich. Herzliche Grüße und einen guten Start ins Jahr 2014! Ingrid

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  5. Liebe Ingrid,

    du hast etwas wunderbar beschrieben, was ich so gut nachvollziehen kann. Mir ergeht es ähnlich, immer wieder. An der Kasse, wenn die obligatorische Frage kommt, ob etwas davon als Geschenk verpackt werden soll, sage ich schon immer: Nein danke, das schenke ich mir selbst. Diese Geschenke, die ich mir selbst mache, kommen leider immer häufiger vor. 😉 Für das kommende Jahr habe ich mir bereits eine Liste an Büchern erstellt, die ich lesen möchte – mal schauen, wie stark ich davon abweichen werde, wenn ich wieder in Blogs und Feuilletons rumstöbere …

    Liebe Grüße
    Mara

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