Anne Fadiman: Ex Libris

Bekenntnisse einer Bibliomanin

Ist sie nun biblioman oder doch „nur“ bibliophil?  Schwer zu sagen, denn die Grenzen sind fließend. Für mich aber ist Anne Fadiman ohne Zweifel eine Seelenverwandte. „Noch nie konnte ich an einem Buch über Bücher achtlos vorbeigehen“ schreibt sie Ex Librisin einem der Beiträge dieses Taschenbuchs. Wie gut ich das kenne … So ist es denn auch kein Wunder, dass ich sofort zugriff, als ich „Ex Libris“ kürzlich auf dem „Mängel-Exemplare“-Wühltisch einer Buchhandlung entdeckte.

Die amerikanische Autorin Anne Fadiman kommt aus einem Elternhaus, in dem Bücher eine zentrale Rolle spielten, in dem gesammelt und fast pausenlos gelesen wurde.  Eigenschaften, die sie von Kindesbeinen an übernommen hat und als erwachsene Frau mit ihrem Mann und ihren Kindern teilt.

In „Ex Libris“ vereint Fadiman nun im Laufe von vier Jahren verfasste Aufsätze über ihr und anderer Menschen Leben mit Büchern. Dass man an das Thema nicht bierernst herangehen muss, beweist die Autorin auf jeder Seite dieses Buches. Sie schreibt locker, humorvoll, selbstironisch.

Themen sind zum Beispiel die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn Ehepartner sich nach langem Zögern entschließen, ihre jeweiligen Bibliotheken zu vereinen, oder die unwiderstehliche Anziehungskraft von Antiquariaten.  Fadiman  schreibt über ihr Kuriositätenkabinett, Widmungen in Büchern oder das besondere Vergnügen, das ihr das Studium von Versandkatalogen bereitet. Insgesamt umfasst der Band 17 Aufsätze plus Lektüreempfehlungen (nur bedingt hilfreich). Gelegentlich war ich bei der Lektüre versucht, schallend zu lachen, manchmal fand ich Fadimans Stil aber auch ein wenig überdreht (typisch amerikanisch ?). Dass nicht alle Beiträge des Buches gleich stark sind, versteht sich fast von selbst.

Nichtsdestotrotz: Büchernarren kommen mit „Ex Libris“ auf jeden Fall auf ihre Kosten. Ein Buch, das zu lesen Spaß macht und Bibliophilen das das eine oder andere Mal einen Spiegel vorhält.

Anne Fadiman
Ex Libris
Bekenntnisse einer Bibliomanin
Diogenes Taschenbuch 2007, 224 Seiten

7 Kommentare zu „Anne Fadiman: Ex Libris

  1. Liebe Ingrid,
    das liest sich unterhaltsam…und kommt einem auch bekannt vor. Vielleicht sollten sich einige Blogger(innen) hier zusammentun und ein eigenes Buch über die Sammelleidenschaft schreiben…manchmal fische ich sogar welche aus der Altpapier-Tonne 🙂

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    1. Dass vor Dir auch Altpapier-Tonnen nicht sicher sind, habe ich kürzlich in Deinem Blog gelesen … Ich vermute auch, dass interessante Geschichten zusammenkämen, wenn Literatur-/Bücherblogger aus ihrem persönlichen (Sammler)-Nähkästchen plaudern würden.

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  2. Hallo Ingrid,
    das hört sich gut an … ich habe es auf meine Liste gesetzt … ich kann mir vorstellen, was eine Bilbiothekzusammenlegung alles so mit sich bringt….
    Ich wüsste nicht, ob ich dazu bereit wäre, meine Bibliothek zu vermischen….
    Liebe Grüße sendet dir verbunden mit einem schönen WEihnachtsfest
    Susanne

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    1. Hallo Susanne, wir haben die Zusammenlegung unserer Büchersammlung wie auch unserer Schallplattensammlung (damals hatten wir noch kaum CDs) nach einigem Zögern vor allem meinerseits vollzogen. Das war keine einfache Entscheidung, denn Sammlungen sind etwas Gewachsenes, Eigenständiges, habe eine ganz persönliche Note. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das noch einmal machen würde… — Auch Dir, falls wir bis dahin keinen weiteren Kontakt haben, schöne Weihnachten. Ingrid

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