durchgeblättert: Das große Buch der Schreibkultur

Geschichte – Hersteller – Modelle

Dieses Buch sollte man sich nicht in der Bibliothek ausleihen. Es ist viel zu schön, um es nach ein paar Wochen wieder dort abzuliefern.

Das große Buch der SchreibkulturIch hatte keine rechte Ahnung davon, was mich erwartete, als ich das Buch, das ich mir über die Fernleihe bestellt hatte, abholte. Ein dickes, mit seinen 308x245x58 mm auch noch verhältnismäßig großformatiges Buch wurde mir am Ausgabeschalter in die Hand gedrückt. Besser gesagt: in beide Hände. In einer Hand ist es nur mit Mühe zu halten. Es ist eben in doppeltem Sinn „das große Buch“ der Schreibkultur.

Was hat es auf seinen 496 Seiten  (dreisprachig: Deutsch, Englisch, Französisch) zu bieten?

Autor Dietmar Geyer beginnt mit einer Darstellung der Entwicklung der Schrift, angefangen beim Faustkeil über die ägyptische Schrift bis zu den dunklen Schreibstuben im Mittelalter. Im folgenden Kapitel geht es um frühe Schreibwerkzeuge: Gänsefeder, Tinte, Papier. Dann werden „neue Schreibgeräte und ihre Techniken“ vorgestellt: Bleistifte, Stahlfedern, frühe Füllhalter, Füllsysteme. Im Kapitel über „König Füllhalter“  widmet sich Geyer u. a. den großen Marken. Dann geht es in die Neuzeit und hier zu Betrachtungen u. a. über den Siegeszug des Kugelschreibers, Technik aus Fernost, schreibende Individualisten. In den beiden folgenden Kapiteln untersucht der Autor Aspekte der  Schreibkultur bzw. beschäftigt sich mit „Design als Ausdruck von Lebensstil“. Ein großen Raum nehmen schließlich die alphabetisch geordneten Portäts von 52 Herstellerfirmen ein. Im Anhang finden sich dann noch Fragen und Antworten zur Welt der Schreibgeräte und ein „Historischer Schreibgeräte-Fahrplan“. Das Buch bietet also geballte Information und kann bei Bedarf auch als Nachschlagewerk dienen.

Abgesehen von den interessanten Texten bietet uns „Das große Buch der Schreibkultur“ eine Fülle von oft herrlichen Abbildungen. Sie machen in hohem Maße den Reiz dieses Buches aus und lassen den Betrachter mit Vergnügen  in die wunderbare Welt des Schreibens eintauchen.

Mein Fazit: Wer sich für (handschriftliches) Schreiben, Schreibkultur, Schreibwerkzeuge interessiert, muss an diesem Buch einfach Freude haben. Mein ausgeliehenes, nur angelesenes Exemplar wandert jetzt erst einmal in die Bibliothek zurück. Aber es steht längst auf meiner Wunschliste. Da ist es sehr hilfreich, dass das Buch, das ursprünglich 49,99 EUR gekostet hat, jetzt für weniger als die Hälfte zu haben ist …

Das große Buch der Schreibkultur
Geschichte – Hersteller – Modelle
herausgegeben von Barbro Garenfeld
historischer und aktueller Überblick: Dietmar Geyer
Tandem Verlag GmbH (h. f. ullmann) 2010
496 Seiten; deutsch / englisch / französisch

10 Kommentare zu „durchgeblättert: Das große Buch der Schreibkultur

  1. Wunderbar, liebe Ingrid, und ganz herzlichen Dank für Deinen feinen Hinweis auf dieses Buch! Du ahnst sicher, dass uns BEIDE dieses Buch sehr interessiert …
    Mal sehen, auf wessen Wunschliste es zuerst auftauchen wird …
    Liebe Grüße,
    mb und dm

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  2. Wie du finde ich dieses Buch eine wunderschöne Fundgrube für alles rund ums Schreiben. Danke, dass du es hier vorgestellt hast. Ich werde in ein paar Tagen auf meinem Blog etwas zur Geschichte des missachteten Bleistifts posten, passt zum Thema.
    Liebe Grüße vom Meer
    Klausbernd

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