Ein bretonisches Katzenleben

Große Wiedersehensfreude nach acht Monaten: sie lebt noch, und sie ist auch nicht mehr so entsetzlich dürr wie im letzten Herbst.

Katze Bretagne 1Wer? Na, die Katze im Pappkarton, deren Bekanntschaft ich Ende Oktober letzten Jahres, kurz vor Ende unseres Bretagne-Aufenthalts, machte. Sie „wohnte“ offensichtlich in einem mit Lappen und alten Decken ausgelegten Karton im Vorraum eines Bioladens, dort, wo die Einkaufswagen abgestellt sind. Als ich meine Einkäufe erledigt hatte, erhob sie sich, strich um meine Beine und miaute kläglich. Ich war sehr erschrocken: eine dermaßen abgemagerte Katze hatte ich noch nie gesehen. Zudem war es für Ende Oktober schon ungemütlich kalt, und ich fragte mich, wie das Tier unter solchen Umständen den Winter überstehen sollte. (Und welche Rolle wohl der Bioladen spielte, obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Bioladen-Leute eine Katze einfach so „vor die Hunde“ gehen lassen könnten).

Ich, große Tier- und Katzenfreundin, entschloss mich, der Katze in den wenigen Tagen, die mir bis zur Heimreise verblieben, so gut es ging zu helfen. Ich stiebitzte unserem Kater DJ einen Beutel Nassfutter, füllte eine Flasche mit frischem Trinkwasser und machte mich zur Katzenfütterung zum Bioladen auf. Ich habe selten eine Katze mit so viel Heißhunger fressen sehen. Und das, obwohl DJ in dieser Hinsicht kaum zu schlagen ist …

Als ich die Katzenfütterungs-Aktion zwei Tage später wiederholte, sprach mich eine Kundin des Bioladens auf meine wohl ungewöhnlichen Aktivitäten an. Das war gut so, denn was sie mir erzählte, hat mich denn doch einigermaßen beruhigt.

Die Katze, so berichtete sie, habe sehr wohl ein Zuhause; sie gehöre einer Familie, die in der Nachbarschaft des Bioladens wohne; das Tier zöge es aber vor, im Eingangsbereich des Bioladens zu liegen und kehre immer wieder dorthin zurück. Seitens der Bioladen-Betreiber werde die Anwesenheit der Katze akzeptiert und toleriert, und sie würden sie auch füttern. Auf meinen Hinweis hin, das Tier sei aber entsetzlich mager, und das hätte ich nicht mit ansehen können, erfuhr ich, die Katze sei vor einiger Zeit sehr schwer krank gewesen und habe in der Folge extrem abgenommen. So wie jetzt habe sie nicht immer ausgesehen.

Katze Bretagne 2

Als ich kürzlich wieder zum Bioladen kam, war meine Freude groß: „meine“ Katze lebt, und zwar nach wie vor in einem Pappkarton im Eingangsbereich des Geschäfts. Sie ist zwar noch immer recht dünn (die Fotos täuschen mehr Fülle vor, als vorhanden ist), aber sie hat sich in den zurückliegenden Monaten sichtbar gut erholt.

2 Kommentare zu „Ein bretonisches Katzenleben

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