Hereinspaziert: Englische und französische Dichter und ihre Häuser

Heute stelle ich zwei schöne und lesenswerte Taschenbücher aus dem Insel Verlag vor: „Englische Dichter und ihrer Häuser“ sowie das Pendant „Französische Dichter und ihre Häuser“. Wir haben es hier  nicht mit den heute so beliebten Englische Dichter und ihre Häuserplatten „Home-Stories“ zu tun; beide Bücher stellen eine gelungene Mischung aus Biografie und englischer bzw. französischer Literaturgeschichte dar und sind einheitlich konzipiert.

Im Band über die englischen Dichter präsentiert  Autor Hans-Günter Semsek 13 Porträts berühmter Autoren von der Insel, führt uns durch deren Häuser  und erzählt anschaulich, wie sie dort gelebt und gearbeitet haben und welchen Stellenwert diese Häuser für ihren Werdegang und ihr Schaffen hatten. Vertreten sind u. a. Jane Austen in Chawton House, die Brontës im Pfarrhaus, Vita Sackville-West und Harold Nicolson in Sissinghurst Castle, Sir Walter Scott in Abbotshouse und Virginia und Leonard Woolf in Monk’s House.

Die Beiträge über die französischen Dichter und deren Domizile stammen aus der Feder von Ralf Nestmeyer. Gleich 17 Französische Dichter und ihre HäuserVertreter der Dichtkunst sind in dem Band vereint, darunter Honoré de Balzac in Paris, Victor Hugo an der Place des Vosges, Alexandre Dumas in Port-Marly, Marcel Proust in Illiers-Combray und George Sand in Nohant.

Beide Bände sind mit zahlreichen Fotos ausgestattet, die uns die Dichter selbst zeigen, uns aber auch erlauben, ihre Häuser zu betrachten und zudem einen Blick in deren Inneres zu werfen. Es überwiegt aber ganz eindeutig der Text.

Der Bucheinband über die englischen Dichter zeigt übrigens das Schreibzimmer von Rudyard Kipling, der über die französischen den Schreibtisch von Jean Cocteau.

Wichtig zu wissen ist, dass ausschließlich „Dichter-Häuser“ vorgestellt werden, die auch besichtigt werden können. Einzelheiten wie Lage, Wegbeschreibung etc. finden sich am Ende eines jeden Kapitels. Da die Bücher aber nicht mehr ganz taufrisch sind, sollte man sich, bevor man sich erwartungsvoll auf den Weg macht, vorher auf jeden Fall vergewissern, ob z. B. die angegebenen Öffnungszeiten noch aktuell sind.

Aber auch, wenn man nicht die Absicht hat, die zumeist sehr schönen Anwesen zu besuchen und auf den Spuren großer Schreibkünstler zu wandeln: die Lektüre der Bücher lohnt auf jeden Fall. Ich jedenfalls fand sie lehrreich und dabei ausgesprochen unterhaltsam.

Hans-Günter Semsek
Englische Dichter und ihre Häuser
Insel Taschenbuch 2553, 2001

Ralf Nestmeyer
Französische Dichter und ihre Häuser
Insel Taschenbuch 3093, 2005

12 Kommentare

    • So ist es mir auch gegangen – die Lektüre über die englischen (und auch die französischen) Dichter und ihre Häuser macht einfach Spaß, und man lernt auf leichte und lockere Art eine ganze Menge.

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  1. Ach schön, die englischen Dichterhäuser werde ich mir auf jeden Fall zulegen. (Wobei ich im winzigen Chawton-Cottage, in dem Jane Austen gelebt hat, die gigantischen Japanerinnen-Reisegruppen etwas seltsam fand, aber die Fotos werden ja wahrscheinlich ohne Besucher sein…) LG Mila

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    • Von den Fotos solltest Du Dir nicht allzu viel erwarten – die sind in dem Bändchen nur Beigaben. Im Kapitel über Jane Austen gibt es drei: vom Haus, vom Wohnzimmer (beide Fotos ohne Besucher) und ein Porträt. Viel Spaß bei der Lektüre, Ingrid

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  2. Danke für diesen Buchtipp – da werde ich sicher einige der englischen Dichterhäuser besuchen. Siri und Selma wollen unbedingt dahin. So geht`s auch bereits im Juni zu Vita Sackville-Wests Haus mit Dina, worüber wir sicher bloggen werden. Ich finde, dass Häuser wie ein offenes Buch über ihre Bewohner sind.
    Liebe Grüße vom kleinen Dorf am großen Meer
    Klausbernd und seine munteren Buchfeen Siri und Selma

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